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Augsburg

05.05.2017

Augsburger Puppenkiste bringt wieder Weihnachtsfilm in Kinos

Weihnachtsmann Niklas Julebukk und Engel Mathilda (rechts) prägen die Inszenierung der Augsburger Puppenkiste von Funkes Stück.
Bild: Wolfgang Diekamp

Die Weihnachtsgeschichte der Augsburger Puppenkiste lockte vergangenes Jahr 100.000 Besucher ins Kino. Nun wird der nächste Film gedreht.

Niklas Julebukk ist noch jung an Jahren, aber schon ganz ein Weihnachtsmann vom alten Schlag. Die neumodische Sitte, Kinder zum Fest möglichst teuer zu beschenken, will er nicht mitmachen. Doch unter der Herrschaft von Waldemar Wichteltod ist solcher Eigensinn eine sehr gefährliche Sache…

Die Kinderbuchautorin Cornelia Funke ließ sich diese Geschichte mit dem Titel „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ einfallen. Die Augsburger Puppenkiste inszenierte sie 2007 mit ihren Marionetten. Zehn Jahre später soll sie nun im deutschen Kino kleine und große Zuschauer zur Weihnachtszeit erfreuen. Soeben haben in Augsburg die Dreharbeiten begonnen, und der Produzent Fred Steinbach hofft, mit dieser Verfilmung mindestens ebenso viel Erfolg zu haben wie voriges Jahr mit der pfiffig erzählten original biblischen Weihnachtsgeschichte aus der Puppenkiste, die mehr als 100.000 Besucher hatte.

Gedreht wird in einer nüchternen Industriehalle bei der ehemaligen Augsburger Ballonfabrik. „In unserem Stammhaus hätten wir nicht so viel Bewegungsfreiheit“, begründet Theaterleiter Klaus Marschall den Umzug. Sonst ist alles wie immer: Von einer Spielbrücke herab lassen die Spieler ihre Puppen tanzen. Die detailfreudig miniaturisierten Dekorationen für das Bühnenbild haben sie mitgebracht und auch den Soundtrack mit dem typisch schwäbischen Tonfall.

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Kinofilm ist Herausforderung für die Augsburger Puppenkiste

Die Filmkamera sieht freilich viel mehr, als einem Zuschauer in der Puppenkiste möglich ist. Im Bogen umkreist sie die Bühne, nimmt mal das Gesamtbild in den Blick, mal zoomt sie Einzelheiten heraus. „Als hätten wir sechs Kameras im Einsatz gehabt“, so werde im Kino das Erleben sein, verspricht Fred Steinbach. „Jede Szene wird mindestens drei Mal mit immer wechselnden Einstellungen gedreht, dass wir genug Material zum Schneiden haben.“

Für die sieben Puppenspieler bedeutet das einige Anstrengung. „Es ist ganz schön kantig, dieselbe Szene mehrmals am Stück zu spielen“, erklärt Martin Stefaniak, der einmal nicht die Fäden zieht, sondern als Stückregisseur fungiert. In der Puppenkiste gibt es zwei Spielbrücken, und die Spieler reichen sich die Marionetten hin und her. Im Studio indes müssen sie ihre Arme mitunter recht lang machen, um die Figuren an die passende Stelle zu führen. Bloß ein Puppenspieler sitzt in einem schwankenden Krankorb als so genannter Cherry Picker (Kirschpflücker) für Spezialeffekte. Vier Tage sind angesetzt, um die insgesamt zwölf Szenen in den Kasten zu bringen.

An den vier Adventswochenenden 2017 soll der Film über die Kino-Leinwand laufen. Veronika Morawetz, die das Marketing verantwortet, will 250 bis 300 Kopien platzieren. Ostdeutschland muss sie noch etwas beackern, denn dort ist die Augsburger Puppenkiste nicht so bekannt wie im Westen, wo zwei, drei Generationen mit ihr groß geworden sind.

„Auf Cornelia Funke liegt eine große Erwartung“, sagt Morawetz. „Unser erster Versuch mit der Weihnachtsgeschichte war schon sensationell“. Ihn will sie nun übertreffen. Der Vorjahresfilm wird nun auf DVD erscheinen.

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