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Andere Länder behandeln psychische Erkrankungen auch unorthodox - etwa mit Museumsbesuchen auf Rezept

Museum

Picasso auf Rezept: In Großbritannien verschreiben Ärzte kostenlose Museumsbesuche

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    Eine Frau nimmt an einer Kunsttherapiegruppe teil. Die Museumstherapie basiert auf der Kunsttherapie. In vielen Ländern können Ärztinnen und Ärzte gegen Stress und Depressionen bereits einen Museumsbesuch verschreiben. In Deutschland steckt das Konzept noch in den Kinderschuhen.
    Eine Frau nimmt an einer Kunsttherapiegruppe teil. Die Museumstherapie basiert auf der Kunsttherapie. In vielen Ländern können Ärztinnen und Ärzte gegen Stress und Depressionen bereits einen Museumsbesuch verschreiben. In Deutschland steckt das Konzept noch in den Kinderschuhen. Foto: Sebastian Gollnow, dpa

    Es muss nicht immer eine Tablette sein, um gegen Stress, Depressionen und andere psychische Erkrankungen etwas zu tun. In Großbritannien begann 2014 ein Experiment, das mittlerweile weltweit Nachahmer findet – von Kanada über Belgien bis Frankreich. Ärztinnen und Ärzte verschreiben Rezepte für kostenlose Museumsbesuche.

    Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ging zurück, wenn Museumsbesuche verschrieben wurden

    Zu den Vorzügen eines Museumsbesuchs gehört, dass man zum Beispiel weniger Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen haben muss. Die Infrastruktur dafür ist schon da. Verglichen mit manchen Preisen von Medikamenten sind die Eintrittspreise oft Schnäppchen. Und: Das britische Gesundheitssystem – oft geschmäht – handelt nicht aus dem Bauch heraus, sondern mit messbaren Daten. 37 Prozent weniger Hausarztbesuche und 27  Prozent weniger Krankenhauseinweisungen sprechen eine deutliche Sprache. Die Zahlen stammen aus den 2023 erhobenen Daten der „Culture Health & Wellbeing Alliance“, ein landesweites Netzwerk kreativer Gesundheitsinitiativen.

    Auch andere Länder haben gute Ergebnisse erzielt

    Nach Großbritannien haben auch Kanada, Belgien und Frankreich ähnliche Projekte gestartet, mit guten Ergebnissen. Die französische Kunsthistorikerin Nathalie Bondil, Ex-Direktorin des Museum of Fine Arts (MMFA) und heute Leiterin des Institut du Monde Arabe in Paris, ist überzeugt: Kultur wird im 21. Jahrhundert für unsere Gesundheit das, was Sport im 20. Jahrhundert war. Im Radiosender France Info erklärte sie: "Der Mensch ist biologisch darauf ausgelegt, von Schönheit berührt zu werden und dadurch Wohlbefinden zu empfinden." Das Bode-Museum in Berlin erprobt nun mit der Charité in Berlin, ob sich die Achtsamkeit vor Kunstwerken auch positiv auf die Gesundheit auswirkt. (mit dpa)

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