Startseite
Icon Pfeil nach unten
Kultur
Icon Pfeil nach unten
Gesellschaft
Icon Pfeil nach unten

Für die Katz oder tierische Geste: Haustiere zu Weihnachten beschenken?

Pro und Contra

Haustiere zu Weihnachten beschenken? „Ein kleiner Kauknochen sprengt weder das Budget noch den Planeten“

  • |
  • |
  • |
  • |
    Tierbesitzer wollen ihre Lieblinge zu Weihnachten gern verwöhnen.
    Tierbesitzer wollen ihre Lieblinge zu Weihnachten gern verwöhnen. Foto: Adobe Stock

    Sternchen-Leckerlis, Kauknochen, ein neuer Kratzbaum - viele Tierbesitzer wollen ihre Lieblinge zu Weihnachten besonders verwöhnen. Aber sind Geschenke fürs Haustier wirklich angebracht? Ein Pro und Contra.

    Pro: Mit Leckerlis lässt sich der Spaß an den kleinen Dingen feiern

    Hier folgt ein Erfolgsrezept für unübertrefflichen Weihnachtsspaß mit Hunden: Man nehme ein Würstchen, ein Schweineohr, eine Möhre oder was dem Wauzi eben besonders beliebt. Darum wickle man Zeitungspapier – selbstverständlich nachdem besagte Zeitung intensiv studiert wurde – werfe ein paar Leckerlis zwischenrein und verknote nach ein paar Schichten die Enden wie ein Bonbon. Schon hat man den größten Spaß für den Heiligen Abend gebastelt – wenn auch primär für die Menschen, nicht für das Tier.

    Doch was spricht denn dagegen, sich und seinen Liebsten einen großen Spaß zu bescheren und dem Haustier zumindest einen kleinen dazu. Wenn der Hund mit einer Leidenschaft das Papier zerfetzt, um an sein Schmankerl zu kommen, bleibt keine Miene ernst, selbst wenn die Sauerei am Ende wieder aufgeräumt werden muss. Zugegeben ist der Auspackspaß mit Hunden am größten, doch auch das Beschenken von Katzen, Meerschweinchen oder Wellensittich kann zum liebsten Weihnachtsritual werden, wenn sich die tierischen Familienmitglieder an ihrer Leibspeise erfreuen.

    Aber Weihnachten ist doch sowieso Konsumwahnsinn, jetzt auch noch die Tiere? Erst recht die Tiere! Denn beim Beschenken von Haustieren geht es selten um teure Spielsachen oder maßloses Verwöhnen, sondern um Aufmerksamkeit, gemeinsame Zeit und ein liebevolles Augenzwinkern. Ein Topf mit Katzengras, ein neuer Kauknochen oder selbst ein kleines Spielzeug sprengen weder das Budget noch den Planeten.

    Vielleicht ist das Beschenken von Haustieren also gar kein überflüssiger Weihnachtsluxus, sondern eine wohltuende Rückbesinnung: auf Nähe, Dankbarkeit und den Spaß an kleinen Dingen. Und genau darum sollte es an Weihnachten doch gehen.

    (Sina-Lara Nachtrub)

    Contra: Geschenke und Leckereien, alles für die Katz!

    Geschenke für Hund, Katz und Kanarienvogel? Das ist der Gipfel des Weihnachtswahnsinns. Da überreichen sich Herrchen und Hamsterbesitzer haufenweise Päckchen und überschütten auch noch ihre Tiere mit vermeintlich guten Gaben, weil sie nicht genug bekommen vom Kaufrausch. Die Tierliebhaber tun sich ja nur selbst einen Gefallen, wenn sie Spielbälle, Fressnäpfe, Kuscheldecken und Schweinsöhrchen überreichen. Dem Hund dürfte es wurscht sein, wie zerkaut der Ball ist oder welche Farbe der neue Napf hat. Hauptsache, Herrchen kann noch mehr konsumieren.

    Da werden Tiere vermenschlicht und Menschen vergessen, die nicht so viel haben, aber was soll’s, an Weihnachten wird der Überfluss zelebriert, warum also nicht den Pudel mit Rentiergeweih schmücken, dem Chihuahua ein Wintermäntelchen schenken und dem Golden Retriever eine Weihnachtsfliege um den Hals binden? Weil es Tiere sind! Also nicht wundern, wenn dem Hund plötzlich der Kragen platzt, er bellt und knurrt und Leine zieht statt beim gemeinsamen „Stille Nacht“ mitzujaulen.

    Aber eine kleine Leckerei fürs Getier? Kann doch nicht schaden, denkt der Tierliebhaber und drapiert Delikatess-Würste, getrocknete Hirschtaler, Entenbraten-Brekkies und Lammfleisch-Leckerlis unterm Baum. Aber da geht’s den Tieren wie den Menschen. Die ungewohnten Häppchen können schnell zu viel werden. Am End’ landet der Köter mit Magen-Darm-Beschwerden beim Tierarzt, weil ihm das Festtagsmenü nicht wohl bekam. Und nach dem großen Fressen muss auch er gegen die Speckröllchen anrennen. Geschenke und Leckereien, alles für die Katz. Die sieht vor lauter Geschenken womöglich den Baum nicht mehr und springt ins Grün statt auf den neuen Kratzbaum.

    (Felicitas Lachmayr)

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren