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Pro und Contra: Hape Kerkeling als Bundespräsident?

Pro und Contra

Pro und Contra: Hape Kerkeling als Bundespräsident?

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    Schauspieler, Comedian, Autor – und Bundespräsident? Eine Petition zeigt, dass viele Deutsche von dem Gedanken begeistert sind.
    Schauspieler, Comedian, Autor – und Bundespräsident? Eine Petition zeigt, dass viele Deutsche von dem Gedanken begeistert sind. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa (Archivbild)

    Fast 40.000 Menschen haben die Petition „Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!“ bereits unterschrieben: Darin heißt es: „Deutschland braucht an der Spitze keine Parteitaktik, sondern eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet.“ Ganz abgeneigt scheint Kerkeling im Gespräch mit stern TV auch nicht zu sein: „Ich muss Ihnen ehrlich sagen, nach all dem, was in der Welt passiert und wer so an der Spitze von Nationen steht – ich schließe nichts mehr aus.“

    Wäre er also der richtige Nachfolger für Frank-Walter Steinmeier? Unser Autor und unsere Autorin sind unterschiedlicher Meinung.

    Pro: Die mutige Wahl, die Deutschland gerade fehlt

    Hape Kerkeling als Bundespräsident, wie es eine Petition im Internet gerade fordert, wäre kein bloßer Gag, sondern eine ernsthafte Chance: jemand, der das Land verbinden kann.

    Zunächst gleich das Offensichtliche: Kerkeling ist kein altgedienter Parteipolitiker. Nach den Erfahrungen mit Trump und Co. ist es verständlich, Politik-Quereinsteiger im ersten Moment kritisch zu sehen. Aber: Wer ohne Parteiklüngelei in so ein Amt kommt, tut sich eben zum Beispiel auch leichter, glaubhaft Zusammenhalt über Parteigrenzen hinaus zu stiften.

    Kerkeling brächte gleichzeitig Witz und Ernsthaftigkeit ins Schloss Bellevue

    Ob jemand ein guter Politiker ist, hängt eben mehr vom Charakter und der Qualifikation ab. Kerkeling ist qualifiziert. In einer Zeit, in der düstere Zukunftsprognosen über KI, Klimawandel und eine gefährdete Demokratie dominieren, wäre ein wenig Leichtigkeit, Witz und ja, auch Selbstironie, dringend nötig. Hape Kerkeling hat schon oft gezeigt, dass er das kann.

    Zusätzlich dazu hat Kerkeling aber auch eine andere Seite; eine ernsthafte und nachdenkliche. Sein Buch „Ich bin dann mal weg“ über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg war knapp zwei Jahre auf Platz 1 auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Hinter seinem Humor steckt immer auch Haltung: Respekt, Menschlichkeit, Toleranz. Und er setzt sich stark für die Erinnerungskultur ein. Mit seiner Rede im April auf der Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung des früheren KZ Buchenwald hat Kerkeling gezeigt, dass er die richtigen Worte findet und Menschen mitnehmen kann. In einem Amt, in dem das Wort das zentrale Werkzeug ist, ist diese Fähigkeit viel wert.

    Hape Kerkeling als Bundespräsident, das wäre eine mutige Wahl. Und ist es nicht genau dieser Mut, der der deutschen Politik gerade oft fehlt? (maw)

    Contra: Wir haben kompetente Kandidatinnen – warum dann ein unerfahrener Mann?

    Na klar – mal wieder soll ein weißer, alter Mann ohne fachliche Kompetenz eine Machtposition übernehmen, für die er sich nicht mal beworben hat. Und das, obwohl politisch erfahrene Frauen für dieselbe Stelle gehandelt werden?

    Eine Petition mit bislang fast 40.000 Unterschriften fordert, dass Hape Kerkeling der neue Bundespräsident wird. Irrsinn, wer in aktuellen Zeiten Sympathie Erfahrung vorzieht. Es muss ausdrücklich festgehalten werden: Die folgenden Aussagen richten sich nicht gegen Hape Kerkeling. Er ist ein liebenswerter Mensch und ein talentierter Künstler – aber er hat doch keine Ahnung von Politik.

    Wenn Frauen vorgeschlagen werden, wird „Kompetenz“ plötzlich neu definiert

    Ja, das Amt des Bundespräsidenten ist repräsentativ. Aber auch dort braucht es diplomatisches Geschick und Erfahrung mit dem Politikbetrieb. Das ist kein Amt, in das man jemanden ohne jede Vorerfahrung „reinsetzt“ und dann hofft, dass es schon klappt.

    Erfahrung bringen die vorgeschlagenen Frauen wie etwa Ilse Aigner – man kann sie mögen oder nicht –seit vielen Jahren mit. Aber hier zeigt sich wieder das bekannte Muster: Ämter in Machtpositionen sollen nur mit „der kompetentesten Person“ besetzt, wenn es ein Mann ist. Sonst findet man plötzlich Gründe, warum ein Schauspieler die bessere Wahl für die Position des Staatsoberhaupts ist. Mit welchem Argument? Sind Politikerinnen zu emotional, um Partei und Amt trennen zu können?

    Ich kann das Meckern schon hören. „So stimmt das nicht. Uns geht es um Medienpräsenz, Rhetorik und Unparteilichkeit.“ Na gut, aber dann doch bitte weiblich: Susanne Daubner. (schöns)

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