Plätzchen, Lebkuchen, Schoko-Nikoläuse - Adventszeit ist Naschzeit. Mit gutem Gewissen gönnt man sich eine Süßigkeit nach der anderen. Aber geht es auch ohne? Sollte man lieber mal zuckerfrei durch den Advent?
Pro: Für den Körper ist der Zucker-Verzicht ein Geschenk
Achtung, die gemütliche „Das gönne ich mir jetzt mal!“-Zeit hat wieder begonnen! Plätzchen im Büro, Glühwein auf dem Christkindlesmarkt, ein Schokonikolaus auf dem Sofa – es gehört eben dazu zur Weihnachtszeit. Aber muss es das wirklich? Ein zuckerfreier Advent ist gesünder, bewusster und funktioniert, ohne auf Süßes komplett zu verzichten.
Spätestens Ende Dezember kommt der Körper nach drei Tagen Weihnachtsfuttern aus Trägheit und Zuckercrash gar nicht mehr heraus. Im Januar folgt dann das schlechte Gewissen und der alljährliche Vorsatz: Ab jetzt wird gesund gegessen, und der Weihnachtsspeck dürfte bitte auch wieder gehen. Warum dieses Jahr nicht früher umdenken?
Verzicht auf Industriezucker bedeutet nicht Verzicht auf süßen Geschmack. Im Netz finden sich dutzende Rezepte für Plätzchen oder Stollen, die etwa mit Datteln gesüßt werden. Ist nach wenigen Tagen der erste Zucker-Heißhunger überstanden, reichen zwei der durchaus leckeren und gesünderen Kekse statt einer ganzen Dose – und plötzlich schmeckt sogar eine Mandarine wie eine Süßigkeit, versprochen! Auch der Schlaf und das Immunsystem – in der Erkältungszeit besonders wichtig – sollen von einem reduzierten Zuckerkonsum profitieren.
Der Anfang ist schwer beim Zuckerverzicht, doch die Adventszeit und Weihnachten können auch ohne Zucker festlich sein, vielleicht sogar noch festlicher als zuvor. Denn dem Körper macht damit garantiert ein Geschenk und bewusster auf den eigenen Konsum zu achten, entspricht ja ohnehin mehr dem Gedanken des Fests als ein maßloser Zuckerexzess. (Sina-Lara Nachtrub)
Contra: Süßes verbindet – gerade in der Weihnachtszeit
Hoher Zuckerkonsum ist schädlich, keine Frage. Aber müssen wir wirklich auf alles verzichten, was Weihnachten ausmacht? Die WHO empfiehlt, maximal zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr aus zugesetztem Zucker zu beziehen – aber wie realistisch ist es, Süßes in der Adventszeit zu meiden?
Zuckerfreie Alternativen bestehen oft aus Zuckerersatz- oder Süßstoffen, sparen genauso wenig Kalorien wie Industriezucker und führen bei Unverträglichkeit zu niemals enden wollende Toilettengängen. Günstig ist das übrigens auch nicht – bei steigenden Lebensmittelpreisen will man sich neben teuren Geschenken nicht auch noch den Luxus von Ahornsirup, Xylit und Erythrit leisten müssen. Außerdem: Wer möchte inmitten von festlichen Leckereien als der Spielverderber dastehen, während Kinder mit großen Augen nach Schokolade fragen?
Realistisch betrachtet bedeutet die Weihnachtszeit sowieso schon Stress und Streit. Zwischen Geschenkeorganisieren, Familienzusammenkünften und den letzten letzten Aufgaben im Job türmen sich die To-do-Listen und die Nerven liegen oft blank. Für den nötigen Ausgleich sorgt ein bisschen Zucker und liefert gleich ein kleines Glücksgefühl.
Und mal ehrlich: Der Verzicht führt doch zu nichts, wenn er uns von der Gemeinschaft entfernt. Weihnachten bedeutet Zusammensein, aber wie fühlt man sich, wenn man mit einer Orange am Tisch sitzt während alle anderen naschen? Es geht nicht nur um den Zucker – es geht um den Geist der Festtage. Ein wenig Genuss muss erlaubt sein. Im kommenden Jahr ist ja dann auch noch genügend Zeit für ein Zucker-Detox. (Alisia Öztürk)
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