„Ein Buch über das Ende eines Traums.“ So leitet Jana Hensel in ihr neues Buch „Es war einmal ein Land. Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet“. In Bezug zur eigenen Biografie sucht die Leipziger Journalistin Antworten auf die Gegenwart. Warum haben so viele Menschen in Ostdeutschland den Glauben in die demokratische Parteien verloren?
Biografiebrüche, Enttäuschungen und Frustrationen prägen das Bild im Osten Deutschlands
Sie beginnt 1990, dem Umbruchjahr vieler ostdeutscher Biografien und zieht Bilanz aus der Nachwendepolitik. „[Die Ostdeutschen hatten] nur einen großen, väterlichen Freund, der ihnen immer wieder neues Geld gab und dafür verlangte, sie nicht auch noch in den Arm nehmen und trösten zu wollen.“ Hensel nimmt die Lesenden mit in Gespräche von demokratischen und demokratiefeindlichen Politikerinnen und Politikern, die in Ostdeutschland oder der DDR geboren wurden. Und sie beschreibt den Einfluss der letzten 35 Jahre Wiedervereinigung auf deren Denken und Weltsicht.
Biografiebrüche, Enttäuschungen, das Gefühl sich dem Westen angleichen und die ostdeutsche Herkunft verschweigen zu müssen – Frustrationen prägen das Bild. Hensel sucht nicht nach Lösungen, sondern zeichnet ein Stimmungsbild. Am Ende bleibt ihr Appell: „Nur Demokraten können die Demokratie retten.“
Jana Hensel: Es war einmal ein Land. Aufbau Verlag, 263 Seiten, 22 Euro
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