Nehmen wir mal Manfred. Was für ein Name, leitet sich ab aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel Mann des Friedens. Manfreds werden oft Manni genannt oder auch Manne, das kann unglaublich liebevoll klingen, so wie einst bei Fußballer Manni Burgsmüller. Bundestrainer Helmut Schön – Helmut hießen damals viele – riet ihm 1978, als er ihn nicht mit zur WM nehmen wollte, doch auf dem Teppich zu bleiben. Und Manni antwortete damals: „Ich dachte, wir spielen auf Rasen.“ Schön, oder? Aber Schluss mit den Abschweifungen. Die Frage ist: Warum gibt es kaum mehr Mannis?
Jetzt, wo sich das Jahr so langsam dem Ende zuneigt, steht hingegen schon so gut wie fest: Noch mehr Noahs! Nach wie vor auf Platz eins der beliebtesten Vornamen bei Jungen, auch der Trend zur Endung mit o bleibt, Theo, Leo, Matteo, ebenso wie eine allgemeine Vorliebe fürs Ein- und Zweisilbige. Ben, Noah, Leon. Bei den Mädchen ähnlich, nur mit a: Sophia, Emma, Lina, Mia, Ella … Sprachwissenschaftler wissen übrigens auch, warum das so ist. Alles mit a klingt sonorer, kurze Namen lassen sich leichter aussprechen, ein Fall von Sprachökonomie.
Warum aber nicht Gerda, Helga, Erna, endet doch alles auf a? Warum nicht Gerd, Horst oder Ernst? Es gibt da diesen schönen Witz, aus Spaß wurde Ernst, obwohl nein, das führt jetzt zu nichts. Auch Namen fallen aus der Mode. Die große Zeit der kleinen Manfreds war in den 50er Jahren, dann kamen all die kleinen Michaels. Heute sitzen sie im Bundestag und stellen die Namensmehrheit! Wenn die große Zeit der Theos und Mias anbricht, gibt es vielleicht wieder kleine Mannis. Die weibliche Form lautet übrigens Manfreda, die italienische Form Manfredo. A und O, na also...
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