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Kommentar zum Weltfrauentag: Wer sich für Frauenrechte einsetzt, stärkt die Demokratie

Kommentar

Wer sich für Frauenrechte einsetzt, stärkt die Demokratie

Felicitas Lachmayr
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    Am 8. März ist Weltfrauentag: Menschen weltweit werden auf die Straße gehen, um für mehr Gleichberechtigung zu demonstrieren.
    Am 8. März ist Weltfrauentag: Menschen weltweit werden auf die Straße gehen, um für mehr Gleichberechtigung zu demonstrieren. Foto: Bernd Hohlen

    Frauen haben viel erreicht. Sie haben sich das Recht auf Bildung, politische Teilhabe, Selbstbestimmung und mehr wirtschaftliche Gleichstellung erkämpft und zu einer Demokratisierung der westlichen Gesellschaften beigetragen. Doch Rechtsextreme und Autokraten attackieren die Gleichberechtigung und damit auch einen wesentlichen Grundsatz der Demokratie.

    Männerdomäne Bundestag: Weniger als ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen

    Trump, Putin, Orban, Erdogan, sie alle eint eine frauenfeindliche Agenda, die auf dem Narrativ einer angeblichen, die Männlichkeit bedrohenden Gender-Ideologie aufbaut. Sie alle gerieren sich als Alpha-Männer, die der vermeintlichen Feminisierung der Gesellschaft entgegentreten. Sie alle nutzen sexistische Denkmuster, um den eigenen Machtanspruch zu sichern. Da wird die Unterordnung der Frau als erstrebenswert dargestellt, die Mutterrolle verherrlicht und mit der Einschränkung reproduktiver Rechte über den Körper der Frau verfügt. Das hat Folgen, dem aktuellen UN-Weltbevölkerungsbericht zufolge verschlechtert sich die Situation von Frauen weltweit. Fast die Hälfte aller Frauen und Mädchen können nicht eigenständig über ihre Sexualität und Fortpflanzung entscheiden. Dass politische Gremien weiterhin von Männern dominiert werden, verschärft die Lage zusätzlich.

    Mit der Einschränkung reproduktiver Rechte wird der Körper der Frau zum politischen Schlachtfeld.
    Mit der Einschränkung reproduktiver Rechte wird der Körper der Frau zum politischen Schlachtfeld. Foto: Christophe Gateau

    Auch in Deutschland stagniert die Gleichstellung. Im neuen Bundestag sind nur noch 204 von 630 Abgeordneten Frauen, ihr Anteil ist um fast drei Prozent gesunken. Der Leipziger Autoritarismus-Studie zufolge haben antifeministische Einstellungen mit dem Aufstieg der AfD zugenommen, denn die in Teilen rechtsextreme Partei propagiert ein reaktionäres Familienbild und vertritt offensiv frauenfeindliche, homophobe und völkische Positionen, die mit freiheitlich-demokratischem Denken unvereinbar sind. Alle haben das Recht, ein traditionelles Familienbild zu leben, alle haben gleichermaßen das Recht, dies nicht zu tun. Wen man liebt, ob man heiratet, Kinder bekommt, Karriere macht oder nichts von alldem, sind individuelle Entscheidungen.

    Jeden dritten Tag wird eine Frau in Deutschland von ihrem (Ex-)Partner getötet

    Gleichberechtigung ist kein von Feministinnen erdachtes Hirngespinst, sondern ein demokratisches Grundrecht. Der Staat ist nach Artikel 3 des Grundgesetzes verpflichtet, jeder Form von Ungleichbehandlung entgegen zu wirken. Gerne wird so getan, als sei die Gleichstellung in Deutschland längst erreicht, doch Frauen sind immer noch strukturell benachteiligt. Sie verdienen im Schnitt pro Stunde 16 Prozent weniger als Männer und leisten mit Kinderbetreuung, Pflege und Haushalt 30 Stunden mehr unbezahlte Arbeit in der Woche als Männer.

    Viel verheerender: Jeden dritten Tag wird eine Frau in Deutschland von ihrem (Ex-)Partner getötet. Jede Frau kennt eine Frau, die körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren hat. Nahezu jede Frau hat schon mal einen übergriffigen Spruch gehört. Solange die eine Hälfte der Bevölkerung mit der Sorge im Kopf aufwächst, nachts nicht sicher nach Hause laufen zu können, herrscht in dieser Gesellschaft keine Gleichberechtigung. Wer denkt, das sei normal, und keinen Grund für Veränderung sieht, hat antidemokratisches Denken bereits verinnerlicht.

    Die Vorstellungen, was männlich und weiblich ist, sind tief verankert, wirken aber für alle einschränkend. Auch Männer profitieren, wenn sie nicht immer der Boss, Versorger oder der Stärkere sein müssen. Gleichberechtigung ist keine Frauensache, sondern geht alle etwas an. Wer wirklich etwas auf die Demokratie hält, kann sich nur dafür einsetzen, denn Rechte und Freiheiten haben für alle gleichermaßen zu gelten.

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