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Kein Eigenheim mehr neu bauen? So reagieren unsere Leser

Debatte ums Eigenheim

Baustopp für Einfamilienhäuser nötig? Das sagen unsere Leserinnen und Leser

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    Sinnbild für Freiheit und Sicherheit? Oder klares Symbol für Flächenfraß und Vergangenheit? Am Einfamilienhaus scheiden sich die Geister – genauso wie an der Idee eines Baustopps für neue Eigenheime.
    Sinnbild für Freiheit und Sicherheit? Oder klares Symbol für Flächenfraß und Vergangenheit? Am Einfamilienhaus scheiden sich die Geister – genauso wie an der Idee eines Baustopps für neue Eigenheime. Foto: Jan Woitas, dpa (Symbolbild)

    Es ist eine Wohnform, die polarisiert wie keine andere: Das Einfamilienhaus ist für viele der Inbegriff von Freiheit und Sicherheit, für andere zum Symbol von Vergangenheit und Flächenfraß geworden. Wissenschaftler Jan Engelke hat an der TU München erforscht, wie sich der Traum vom Eigenheim nach dem Krieg in Deutschland immer stärker verbreitet hat und was das Wirtschaftswunder und die Politik der 60er Jahre damit zu tun haben. Engelke hält das Eigenheim für nicht mehr zeitgemäß.

    Wissenschaftler Jan Engelke von der TU München fordert Baustopp für Einfamilienhäuser

    Im Interview zieht er radikale Schlüsse und appelliert, am besten kein einziges Einfamilienhaus mehr neu zu bauen. Die Forderung lässt nicht nur Häuslebauer aufhorchen, sondern führt zu starken Reaktionen unserer Leserinnen und Leser. In den Kommentaren auf unserer Website und in den Sozialen Netzwerken wird deutlich, wie emotional das Thema Bauen ist und wie unterschiedlich die Meinungen sind:

    Rainer O.: „Wie recht er hat. Leider wird dieser Zersiedelungsalbtraum nicht Halt machen. Dafür ist dieses Land bereits zu degeneriert. Unser neues Haus, unser neuer Wagen, unser neuer Zweitwagen, unser neuer Garten, unser neues Trampolin, unser neuer Sandkasten, unser neuer Aufstellpool, unsere neue Schaukel, ... So funktioniert der Wohlstandsdeutsche. “Meins, meins, meins!” Am besten noch ne 2 Meter hohe, undurchsichtige Einfriedung drum herum. Aber schön bio kaufen und das eigene (schlechte) Konsumgewissen mit der PV-Anlage und einem neuen E-Kfz beruhigen. Allein der Gedanke an etwas Gebrauchtes, schon einmal Bewohntes oder Gefahrenes löst bei so manchem ja schon Ekel aus. Ja, jeder wie er mag – für den Planeten, wie wir ihn kennen, ist es ohnehin zu spät. Da braucht man sich nichts vormachen.“

    Leser beschreibt Heimatgefühl im Eigenheim: „Man kann sich wohlfühlen, wo man ist“

    Franz X.: „Das Problem, welches sich stellt, ist doch ein ganz anderes. Eigenheim wird in Deutschland gleichgesetzt mit Hier bin ich, hier bleib ich. Von Flexibilität in weit über 90 Prozent der Fälle gar keine Spur. Geschweige denn, es würde mal eine berufliche oder sonstig notwendige Ortsveränderung kommen. Und genau da liegt das Problem. Man ist zu unflexibel, zu gewollt, aber unnötig gebunden. Das spiegelt sich auch im Angebotsmarkt wider. Geht man in andere Länder, so sieht man: Haus ja, aber bei Bedarf sofortiger Umzug, Verkauf, Neukauf etc.“

    Michael L.: „Und wo liegt jetzt das Problem? Wenn ich hier wohne und ich hier bleiben will, dann kann ich das doch auch tun – wo liegt das Problem? Und vor allem: Warum unnötig gebunden und warum muss man ständig flexibel sein? Man kann sich ja auch einfach mal wohl fühlen da, wo man ist...“

    Das Elternhaus im Dorf: Ein Leser sieht mehr Fluch als Segen im Einfamilienhaus

    Thomas K.: „Wir stehen vor dem Thema, das Elternhaus meiner Frau zu verkaufen. Wohnen können wir dort nicht – zu groß, keine Rücklagen zur Instandhaltung vorhanden und ich müsste mir noch ein Auto halten. Mit Anfang 50 überlegt man sich natürlich auch, wie das mal werden soll wenn man eben nicht mehr fahren kann und im Dorf nichts mehr ist außer einem Bäcker. Es ist Fluch und Segen zugleich. Meine Mutter wohnt im Niederbayerischen, mittlerweile schwer seh- und gehbehindert. Zwar zur Miete, aber dennoch weit weg von allem. Vielfach waren die Stockhäuser dazu gedacht, dass die Alten unten und die Jungen dann oben wohnen. Gerechnet hat man allerdings nicht damit, dass die Arbeitsstellen halt auf einmal weg sein können oder ganz woanders sind. Der Zeitverlust durch Pendelei ist enorm. Ebenso bremst es Karrieren aus, indem man sich total abhängig macht. Wir wollen auch nicht als Vermieter auftreten, das tun wir uns nicht an..“

    Regina B.: „Bessere Rahmenbedingungen für die Sanierung von Bestandsimmobilien und Anreize für Verkauf oder Tausch von großen Häusern in kleinere Wohneinheiten schaffen. So kann Wohnen an die Lebenssituation angepasst werden, Ressourcen werden geschont und das Miteinander wird gestärkt, statt Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzubringen.“

    Tanja F.: „Er darf aber eines nicht vergessen: Es ist der Wandel der Zeit. Man hat gebaut, weil man Familie hatte und mit 5 oder 6 Familienmitgliedern im Haus gewohnt hat. Dann stirbt der Opa, die Kinder ziehen aus, dann ist man halt noch zu zweit. Und ich ziehe garantiert nicht aus meinem Haus aus, das abbezahlt ist, das ich mit viel Kraft und Liebe ausgeschmückt habe und einen Garten habe, der mein Hobby ist, um dann in einem Mehrparteienhaus, wo man vom Nachbarn alles hört und ich Miete zahlen muss. Das Haus ist meine Altersversorgung und mein Ruhepol.“

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    XXX 1 Kommentar
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