Die spanische und international gefeierte Pop-Ikone Rosalía hat ihre neue Welttournee mit einem spektakulären Auftakt in Frankreich begonnen – und gleich gezeigt, warum sie zu den prägendsten Künstlerinnen der Gegenwart zählt. Die Europa-Konzerte ihrer „Lux Tour“ sind ausverkauft. In Deutschland gibt es nur zwei Chancen, sie live zu erleben: in Köln und Berlin.
Rosalía inszeniert eine Show zwischen Theater, Rave und sakraler Zeremonie
Schon der Start im französischen Lyon und in Paris wirkt weniger wie ein klassisches Popkonzert als wie ein Gesamtkunstwerk. Mit einem Orchester im Zentrum der Arena, Ballett-Elementen und plötzlichen Wechseln zu elektronischer Ekstase inszeniert Rosalía eine Show zwischen Theater, Rave-Party und sakraler Zeremonie. Sie beginnt als fragile Tänzerin in Ballettschuhen – und verwandelt die Konzerthalle im Laufe der Aufführung in eine Art Pop-Kathedrale.
Das zeigt ziemlich genau, was Rosalía ausmacht: Sie ist keine gewöhnliche Popsängerin. Die heute 33-Jährige stammt aus Katalonien im Nordosten Spaniens, wuchs in der Nähe von Barcelona auf und wurde ursprünglich als Flamenco-Sängerin bekannt. Schon früh beschäftigte sie sich intensiv mit dieser traditionsreichen spanischen Musik, studierte sie sogar an einer Musikhochschule – nur um den Flamenco später aufzubrechen, neu zusammenzusetzen und mit ganz anderen Stilen zu verbinden. Diese radikale Mischung ist ihr Markenzeichen.
„Lux“, das neue Album von Rosalía, treibt diesen Mix in der Musik noch weiter
So wurde aus einer jungen Flamenco-Künstlerin ein globaler Popstar mit ganz eigener Handschrift. Rosalía mischt Flamenco mit Reggaeton, Rhythm-and-Blues, Elektronik, Klassik und Avantgarde. Mal klingt sie rau und rhythmisch, mal zart und fast opernhaft. Der internationale Durchbruch gelang ihr 2018 mit dem Album „El mal querer“, einem Werk über obsessive Liebe, das traditionelle spanische Einflüsse mit modernem Pop verbindet. Spätestens mit dem Album „Motomami“ (2022) wurde sie zur globalen Musikgröße.
Ihr neues Album „Lux“ treibt diese Entwicklung noch weiter. Es ist ein stellenweise nicht leicht zugängliches Werk über Liebe, Sehnsucht, Glauben und weibliche Stärke. Rosalía singt darauf in 13 Sprachen, darunter Spanisch, Katalanisch, Englisch, Latein und Deutsch. Gerade im deutschsprachigen Raum sorgte das für Aufmerksamkeit, weil ihre Vorabsingle „Berghain“ hier sofort viral ging.
Rosalía selbst beschreibt ihre Arbeit als ständigen Wandel. „Alles ist in ständiger Bewegung, oder? Ich bin immer im Wandel. Warum sollte sich dann mein Sound nicht mit mir verändern?“, sagte sie der „New York Times“. Im selben Interview erklärt sie auch, wie sehr sie der kreative Anfang herausfordert: „Eine weiße Leinwand ist wie ein Blick in einen Abgrund.“
Als Popstar ist Rosalía auch auf Laufstegen und in Werbekampagnen zu Hause
Stillstand scheint für sie die größte Gefahr zu sein. Genau darin dürfte ein Grund für ihren Erfolg liegen. Rosalía wiederholt sich nicht. Während viele Stars versuchen, einen einmal gefundenen Sound möglichst lange beizubehalten, sucht sie den Bruch, das Risiko und die Überraschung. Sie selbst sagt: „Meine Lieblingskünstler sind vielleicht diejenigen, die dir nicht geben, was du willst.“
Als Pop-Figur ist sie auf Laufstegen, in Werbekampagnen und auf den großen Bühnen zu Hause. Sie arbeitet mit internationalen Stars wie dem US-Musiker The Weeknd, Popsängerin Billie Eilish oder Latin-Superstar Bad Bunny zusammen – und bleibt trotzdem künstlerisch eigenwillig.
Am neuen vielsprachigen Album „Lux“ feilte sie mehr als zwei Jahre. Im Interview erzählt sie, sie habe viel Zeit damit verbracht, andere Sprachen zu verstehen, mit Übersetzern zu sprechen und an Aussprache und Klang zu feilen. Das Ergebnis sei kein KI-Produkt, sondern „sehr menschlich“. Auch das passt zu ihrem Selbstbild: Rosalía setzt nicht auf gefällige Hits, sondern auf persönliche Experimente. „Das Einzige, was mich interessiert, ist die Freiheit“, sagt sie.
Rosalía tritt am 29. April in Köln auf und am 1. Mai in Berlin
Auf der Bühne verbindet sie diese künstlerische Radikalität mit großer Energie. Neben den neuen Songs aus „Lux“ singt sie aber auch ältere Hits wie „Saoko“, „La fama“, „Bizcochito“ und „Despechá“. Das Publikum bekommt also beides: die experimentelle, fast sakrale neue Rosalía und die energiegeladene Pop-Performerin, die Hallen zum Kochen bringt.
Für Fans im deutschsprachigen Raum sind die Auftritte rar: Für zwei Konzerte gastiert Rosalía in Deutschland – am 29. April in Köln und am 1. Mai in Berlin. In Österreich ist kein Auftritt geplant.
In Europa führt die Tour zudem in Metropolen wie Paris, Mailand, Lissabon, Amsterdam und London, bevor sie auch in ihrer Heimat Spanien – mit mehreren Konzerten in Madrid und Barcelona – Station macht. Im Sommer geht es dann weiter in die USA und nach Südamerika.
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