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Neue Serien im Juni: eine neue Fassung von Kap der Angst und die dritte Staffel von „House of Dragons“

Serien-Tipps

Drachen, Killer, Kult-Comedians – Sechs Streamingtipps für Juni

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    Matt Smith (Mitte) ist wieder als Daemon Targaryen in der dritten Staffel von „House of the Dragon“ zu sehen.
    Matt Smith (Mitte) ist wieder als Daemon Targaryen in der dritten Staffel von „House of the Dragon“ zu sehen. Foto: HBO

    Kap der Angst (ab 5. Juni, Apple TV) – Vielleicht hat ja jede Generation den Schurken, den sie verdient – zumindest in Film und Fernsehen. 1962 versetzte Robert Mitchum in „Cape Fear“ als brutaler Ex-Häftling Max Cady, der sich an seinem Anwalt rächen will, die Zuschauer in Angst und Schrecken. 1991 gab Robert De Niro im Remake von Martin Scorsese dem Scheusal eine übernatürliche Komponente. Jetzt wurde der Stoff als Serie verfilmt und dem Zeitgeist angepasst: Diesmal spielt Javier Bardem den rachsüchtigen Psychopathen, dem in dieser Variante ein Anwaltsehepaar mit zwei Kindern gegenübersteht. In deren heile Vorstadtwelt bricht das Grauen ein – aber was heißt hier heil? Anna und Tom Bowden (Amy Adams, Patrick Wilson) haben selber ihre Leichen im Keller. In der zehnteiligen Miniserie nützt der Killer gezielt die modernen Medien.

    Und jetzt gibt es wieder eine neue Fassung von „Kap der Angst“, dieses Mal mit Javier Bardem als Psycho-Bösewicht Max Cady.
    Und jetzt gibt es wieder eine neue Fassung von „Kap der Angst“, dieses Mal mit Javier Bardem als Psycho-Bösewicht Max Cady. Foto: Apple TV

    Alice and Steve (ab 8. Juni, Disney+) – Eine gute Komödie zu schreiben ist große Kunst, denn nichts ist so unbestechlich wie ein ehrliches Lachen. Die Macher von „Alice and Steve“ haben mit bissigem Humor, Wortwitz und runden Charakteren ins Schwarze getroffen und in Cannes den Preis für die beste Serie gewonnen. Der Sechsteiler erzählt von der impulsiven Alice (Nicola Walker) und dem charmanten Steve (Jemaine Clement), zwei junggebliebene Fiftysomethings, die seit Ewigkeiten befreundet sind. Doch dann bandelt Steve mit Izzy an, der 26 Jahre alten Tochter von Alice, und erschüttert die Freundschaft. Wrong-Com nennt sich dieses Genre der anti-romantischen Komödie. Wie skurril wird es? Nun, dass gleich am Anfang Steves Mops bei einer Beerdigung feucht auf die Leiche im offenen Sarg hustet, sagt wohl genug.

    Nicht jede Serie muss das Rad neu erfinden

    In Vertigo – OG Keemo und Funkvater Frank (ab 14. Juni, ZDF-Mediathek) – Das Fernsehen rollt Musikern zurzeit den roten Teppich aus. Die neue Dokuserie „In Vertigo“ nähert sich einem Rapper an, der zwar nicht zu den kommerziell erfolgreichsten zählt, den Kritiker aber für ein Genie halten: OG Keemo, bürgerlich Karim Joel Martin. Für die vier Folgen haben die Macher den Star aus Mainz, der nur selten Interviews gibt, und seinen festen Produzenten „Funkvater Frank“ (Dominic D’Amato) eineinhalb Jahre lang begleitet. Dabei wird klar: Auf der Bühne inszeniert sich Keemo mit den üblichen Rap-Posen und Texten über Geld, Autos und Frauen als harter Typ, doch eigentlich sehnt er sich nach Nähe, Familie und Stabilität.

    In der Serie „Prisoner“ spielt Leonie Benesch eine eiskalte Verbrecherin.
    In der Serie „Prisoner“ spielt Leonie Benesch eine eiskalte Verbrecherin. Foto: Sky UK

    Prisoner (ab 19. Juni, ARD-Mediathek) – Nicht jede Serie muss das Rad neu erfinden – ein konventioneller Thriller kann sehr spannend sein. So wie bei diesem britischen Sechsteiler, in dem die Justizbeamtin Amber Todd (Izuka Hoyle) einen Schwerverbrecher von A nach B bringen muss: Profikiller Tibor Stone (Tahar Rahim) soll als Kronzeuge gegen einen Mafiaboss aussagen. Doch der Konvoi wird überfallen, das Syndikat hat eine Todesschwadron geschickt – angeführt von der eiskalten Nina Drâgus, gespielt vom deutschen Filmstar Leonie Benesch („Das Lehrerzimmer“). Die Mischung aus räumlicher Enge, gegenseitigem Misstrauen und ständiger Bedrohung funktioniert und tröstet über fehlenden Tiefgang und Logiklöcher hinweg.

    Es gibt neues aus Westeros und es gibt auch etwas zu lachen

    House of the Dragon (ab 22. Juni, Sky/HBO Max) – Feuerspeiende Drachen, geradezu mörderisch blonde Menschen und epische Schlachten: Die Serie „House of the Dragon“ erzählt die Vorgeschichte des Mega-Erfolgs „Game of Thrones“ und ist nicht nur erfolgreich, sondern auch sehr teuer: Der Sender HBO soll pro Folge knapp 20 Millionen Dollar springen lassen. Die dritte Staffel verspricht ein gewaltiges Spektakel zu werden – so gibt es gleich zu Beginn eine monumentale Seeschlacht mit Drachen. Die Macher haben außerdem eine Folge angekündigt, die nicht wie sonst zwischen den Königshäusern, Intrigen und Schauplätzen in Westeros wechselt, sondern experimentell und anders ist. 2028 wird die Saga mit der vierten Staffel zu Ende gehen.

    Der geniale Komiker Larry David (links) stolpert durch die US-Geschichte und trifft dabei auch auf Ex-US-Präsident Barack Obama. Die andere Würdigung zur 250-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit.
    Der geniale Komiker Larry David (links) stolpert durch die US-Geschichte und trifft dabei auch auf Ex-US-Präsident Barack Obama. Die andere Würdigung zur 250-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit. Foto: Art Streiber, HBO

    Leben, Larry und das Streben nach Unglück (ab 27. Juni, HBO Max) – Es gibt viele Möglichkeiten, den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit zu feiern – diese ist mit Sicherheit eine der lustigsten. Der geniale Komiker und „Seinfeld“-Erfinder Larry David blickt in der neuen Reihe satirisch auf historische Meilensteine der US-Geschichte zurück. Die Staffel umfasst sieben Episoden zu je 30 Minuten – und Larry Davids Stil des entlarvenden Slapsticks ist Programm. In den Sketchen stolpert er durch die Geschichte und fragt sich, wie es wohl wirklich war. Es geht um Abraham Lincoln, die Flugzeugbrüder Wright oder den Siegestaumel auf dem New Yorker Times Square nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ex-Präsident Barack Obama produziert das Ganze mit seiner Firma und tritt selber vor die Kamera.

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