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Landsberg

14.09.2019

Ellinor Holland Kunstpreis: Christoph Hartmann ist der Gewinner 2019

Kunstpreisträger 2019 ist Christoph Hartmann. Sein Sohn nahm den Preis stellvertretend von Gerd Horseling, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, entgegen.
Bild: Thorsten Jordan

Der Landsberger Oboist Christoph Hartmann gewinnt den Ellinor Holland Kunstpreis 2019. Er rief die Kammermusikreihe "Die Landsberger Sommermusiken“ ins Leben.

Es war ein Abend mit vielen Höhepunkten: Die Verleihung des Ellinor Holland Kunstpreises findet gerade im Landsberger Stadttheater mit vielen Ehrengästen statt. Auch die bisherigen Preisträger sind gekommen und freuen sich über den zehnten, frischgebackenen Ellinor-Holland-Kunstpreisträger, Christoph Hartmann.

Beginn der Benefizgala und der Preisverleihung war um 19 Uhr im Landsberger Stadttheater. Mit dabei sind die bisherigen Preisträger – Bildhauer Andreas Kuhnlein, Maler Martin Paulus, die Gruppe „Die Stelzer“, die „landsberger bühne“, der Filmemacher Robert Fischer, Tänzer Dustin Klein, Fotograf Peter Wilson, Kurt Tykwer vom Filmforum und die Malerin Gabriele Lockstaedt.

Der diesjährige Preisträger Christoph Hartmann sorgte 20 Jahre lang - ab Ende der 90er-Jahre bis 2018 - mit seinem Kammermusikfestival in Landsberg für Furore. Die Konzertbesucher der "Landsberger Sommermusiken" durften jedes Jahr im Juli in entspannter, sommerlicher Atmosphäre kammermusikalische Kostbarkeiten genießen, präsentiert von Musikern, die nicht nur ihr Instrument perfekt beherrschen. Vielmehr war auch die Freude und Begeisterung an den Auftritten zu spüren. Initiator, Organisator und Motor in all den Jahren war Christoph Hartmann.

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Christoph Hartmann begründete die Landsberger Sommermusiken

Er erhält deshalb vom Landsberger Tagblatt den Ellinor Holland Kunstpreis 2019 verliehen.- stellvertretend für das gesamte Projekt Sommermusiken, für alle Musiker und seine Familie. Den Preis im Landsberger Stadttheater verlieh der stellvertretende Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Gerd Horseling. In seiner Rede zeichnete er den Lebensweg des Künstlers nach. Hartmann, der seit mehr als 25 Jahren Mitglied des Oboenregisters bei den Berliner Philharmonikern ist, wurde 1965 in eine musikalische Landsberger Familie hineingeboren. Er war Klavierschüler bei Gertraud Moratscheck, der späteren Leiterin der Städtischen Sing- und Musikschule. Eines Tages überraschte er seine Eltern damit, dass seine Klavierlehrerin gemeint habe, er solle doch Oboe lernen. Da war Christoph bereits 13 Jahre alt. Das Instrument war ein Glücksgriff und wurde seine Leidenschaft. Der junge Hartmann lernte sehr schnell, war ein Jahr später bereits Jungstudent bei Georg Fischer in Augsburg.

Vom Klavier zur Oboe

Es folgte – natürlich – ein Musikstudium. Bei Günther Passin in München vervollkommnete Hartmann sein Spiel so schnell, dass er bereits vor dem Hochschulabschluss (Meisterklassendiplom Oboe und Kammermusik) ein Engagement als Solo-Oboist bei den Stuttgarter Philharmonikern in der Tasche hatte. Das war jedoch nur ein kurzes Zwischenspiel - bereits 1992 wechselte der mit vielen Preisen dekorierte Oboist zu den Berliner Philharmonikern. Neben der Orchestertätigkeit unterrichtet Hartmann an der Orchesterakademie des weltbekannten Orchesters und ist Teil etlicher Ensembles.

Die Idee, ein Festival auszurichten, sei im Gespräch mit Orchesterfreunden entstanden, wie er einst sagte. Die Familie wurde in die Überlegungen mit eingebunden. Die „Landsberger Sommermusiken“ nahmen Gestalt an. Ohne seine Familie, das hat Christoph Hartmann in all den Jahren immer wieder betont, wäre das Festival nicht so erfolgreich geworden. Die Eltern Elke und Gerhard, Schwester Carmen, Schwager Arne und Nichte Hannah - alle halfen stets mit.

Im Förderverein engagierten sich weit über 250 Personen

Für die Musiker, die - auch das hat Hartmann mehrfach betont - stets ohne Gage auftraten, wurden familiäre Unterkünfte im Kloster der Dominikanerinnen gefunden. Und als nach dem ersten Jahr bereits klar war, dass der Festsaal im Historischen Rathaus dem Besucheransturm nicht gewachsen sein wird, stellte Vater Gerhard die Aula der Berufsschule, deren Direktor er damals war, als Konzertsaal zur Verfügung.

Ebenfalls im zweiten Jahr wurde ein Förderverein gegründet, der bis auf 250 Mitglieder anwuchs. Von Hartmann organisierte, gemeinsame Konzertreisen zu Veranstaltungen in der Berliner Philharmonie, auf der Waldbühne und auch im Ausland wurden von den Förderern gern angenommen. Einige Jahre lang waren Kinderkonzerte Teil der Sommermusiken. Begeisterung lösten auch die gemeinsamen Produktionen mit dem Ballett- und Tanzstudio Beatrix Klein aus.

Der Preisträger kann nicht an der Gala teilnehmen

Am wichtigsten war und blieb aber stets die Musik. Um die 100 Kolleginnen und Kollegen hat Christoph Hartmann bei der Durchsicht des Archivs gezählt. Sie sind während der 20-jährigen Zeit der Sommermusiken in Landsberg aufgetreten, und allen hat es gefallen. Grund dafür sei das passende Umfeld gewesen, mit Lagerfeuern und Grillabenden im Klostergarten, Paella und Pizza in der Schulküche, und auch beim Schauen von Fußball-Weltmeisterschaften

Christoph Hartmann hat Musiker nach Landsberg gebracht und ihnen gezeigt, wo seine Heimat ist – und damit die Stadt am Lech ein wenig bekannter gemacht. Auch dafür wurde er heute mit einem Preis ausgezeichnet. Allerdings konnte er die Auszeichnung nicht selbst in Empfang nehmen, weil er sich derzeit auf Konzertreise in Japan befindet. Und er hat für sicher adäquaten Ersatz gesorgt: Christoph Hartmanns Sohn Franz nahm nicht nur in Vertretung die Auszeichnung entgegen, sondern musizierte auch. Der 14-Jährige spielt Oboe - wie sein Vater.

Das Konzert und der restliche Abend werden am Montag im LT besprochen.

Mehr Infos zur Kunstnacht finden Sie: Lange Kunstnacht Landsberg: Termin und Programm für 2019

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