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Kaufering: So präsentieren sich Heißler und Salzberger den Kauferingern

Kaufering

So präsentieren sich Heißler und Salzberger den Kauferingern

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    Thomas Salzberger (SPD), Moderator Dominic Wimmer und Dr. Patrick Heißler (GAL) bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Kaufering.
    Thomas Salzberger (SPD), Moderator Dominic Wimmer und Dr. Patrick Heißler (GAL) bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Kaufering. Foto: Thorsten Jordan

    Das Podium war dieses Mal deutlich kleiner besetzt als vor der Bürgermeisterwahl Anfang 2018. Doch auch wenn am 6. Oktober nur noch zwei und nicht mehr fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Kaufering antreten, war das Publikumsinteresse in der Lechau-Halle nicht kleiner als beim damaligen Kandidatenquintett. Über 500 Kauferinger wollten sich am Freitagabend ganz unmittelbar ein Bild von Dr. Patrick Heißler (GAL) und Thomas Salzberger (SPD) machen. Die beiden wollen in zwei Wochen Nachfolger der zurückgetretenen Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) werden.

    LT-Redakteur Dominic Wimmer moderierte den zweistündigen Kandidatendiskurs, der dem Publikum vermitteln sollte, für welche Positionen die beiden Kommunalpolitiker stehen und welche politischen Schwerpunkte sie als Bürgermeister setzen wollten. Unterschiede waren in den Antworten auf die Fragen des Moderators und der Kauferinger Bürger dabei oft nur in Nuancen zu erkennen.

    Kommunikation und Miteinander

    Also gleich mal die Frage, welche drei Themen die Kandidaten als die wichtigsten ansehen: „Kommunikation brauchen wir ganz dringend auf allen Ebenen“, antwortete Heißler. „Das Wichtigste ist das Miteinander“, betonte Salzberger: „Das fehlt im Marktgemeinderat“, sagte er weiter und schob aber gleich nach, „das wird entsprechend ausgebaut.“ Nach einer Phase des Stillstands wolle man sich um Projekte wie die Sanierung des Don-Bosco-Kindergartens sowie der Grund- und der Mittelschule kümmern, meinten beide. Salzberger sprach als Drittes die „Stabilisierung der Verwaltung“ an, während Heißler nach einer Vision für Kaufering rief, von einem Hafen, den man finden müsse.

    Wie stark kann Kaufering noch wachsen?

    Ziemlich ähnlich bewerteten die beiden Kandidaten das Thema Wohnen. Unterschiede ließen sich erst im Detail erkennen: Salzberger benannte konkret Orte, Zeiten, Zahlen und Bauweisen und machte den Eindruck, es kaum erwarten zu können, bis er loslegen könne. Heißler dagegen stellte mehr dar, wie er an das Thema herangehen wolle: Wie viel Wachstum sei überhaupt möglich und wie müsse dafür die Infrastruktur angepasst werden? Wie könne ein Mix aus Wohnen, Nahversorgung und Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden, was benötigen Familien, Auszubildende und ältere Menschen, „ein sehr mehrschichtiges Thema“, machte er deutlich.

    Hier können Sie unseren Live-Ticker noch einmal nachlesen:

    Live-Blog: LT-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Kaufering

    Mehrere Bürgerfragen zeigten, dass die Kauferinger Tempo-30-Regelungen etwas sind, was viele Leute beschäftigt. Thomas Salzberger machte klar, dass Änderungsbedarf dann bestehen könnte, wenn sich Unfallschwerpunkte feststellen ließen, und dass die bisherige Regelung in Alt-Kaufering so nicht bleiben könne. Grundsätzlich für gut befand Patrick Heißler die bestehenden Regeln. Zugleich hoffte er darauf, dass der Gesetzgeber künftig flexiblere Lösungen zulassen werde.

    Eng beieinander waren beide Bewerber auch beim Stichwort Gewerbe: Kaufering habe nicht mehr viele bebaubare Flächen, stellte Patrick Heißler fest. Ebenso wie Salzberger lenkte er deshalb den Blick auf den ehemaligen Flugplatz in Penzing. Kaufering solle über einen Zweckverband an den Entwicklungen dort teilhaben und nicht nur die davon ausgehenden (Verkehrs-)Belastungen tragen.

    Ein ganz besonderes Stück Alt-Kaufering

    In Sachen Altort-Bebauungsplan übten die Kandidaten den Spagat einerseits zwischen der Erhaltung des Ortsbilds, andererseits einer gegenüber Bauinteressen kompromissbereiten Haltung. Zugleich müssten auch die Grenzen und Möglichkeiten der vorhandenen Infrastruktur beachtet werden. Fast wortgleich bewerteten sie das von der Gemeinde erworbene Schmitterbauern-Grundstück: Heißler sprach von einem „Filetstück“, Salzberger von einem „Sahnestück“. Beide können sich dort ein Begegnungszentrum für Vereine und Bürger vorstellen.

    Etwas deutlicher unterschieden sich die Akzente, die die beiden Kandidaten bei den gemeindlichen Finanzen setzen wollen. Salzberger versprach Einsparpotenziale durch die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen in der Beschaffung, bei der EDV oder beim Bauhof zu nutzen und stärker als bisher Zuschüsse abschöpfen zu wollen. Heißler setzte hingegen auf „professionelles Projektmanagement bei Bauvorhaben“. Wenn der Marktgemeinderat klare Ziele formuliere, dann könne man auch häufiger Gutachterkosten sparen. Gleichermaßen versicherten beide, dass sie als Bürgermeister die vergleichsweise hohen Aufwandsentschädigungen für die Gemeinderäte (25 Euro pro angefangene Sitzungsstunde und 75 Euro Monatspauschale) absenken werden.

    Auch beim Stichwort Bahnhof waren stärker unterschiedliche Akzente zu erkennen: Salzberger machte sich für den Bau eines Parkhauses durch den Landkreis stark, Heißler war es auch wichtig, die Anbindung an den Bus zu verbessern. Den barrierefreien Ausbau wollen beide im Blick behalten, der könne 2023 fertig sein, meinte Heißler.

    Auch der Vor-Vor-Vorgänger hörte zu

    Die zweistündige Diskussion verlief ohne Konfrontation, einen echten Meinungsstreit lieferten sich die beiden zurückhaltend agierenden Kandidaten nicht. Die Debatte folgte den von beiden formulierten Ansprüchen nach Miteinander, Kommunikation und Partnerschaft in der Marktgemeinde, die am Ende und nach der Ära von Dr. Klaus Bühler einige kommunalpolitisch turbulente Jahre erlebte. Der langjährige Bürgermeister ließ es sich übrigens nicht entgehen, zu beobachten, wie sich seine potenziellen Nach-Nach-Nachfolger den Kauferingern präsentierten. "

    Wie LT-Redakteur Gerald Modlinger die Kandidatendebatte einordnet, lesen Sie hier: Podium in Kaufering: Fehlerfrei und ohne Schärfe

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