Holz und Pop-Art – ungefasste Skulptur und schreiend bunte Malerei: Passt das zusammen, kann das gemeinsam ausgestellt werden? Es kann, Thomas Ziegler (Holz) und Tanja Maushammer (Pop-Art) haben es in der Vergangenheit, während etlicher Langen Kunstnächte in Landsberg bereits mehrfach bewiesen. Jetzt wagten die beiden Neues und präsentierten ihre spezielle Kunst erstmals auf dem Anwesen von Thomas Ziegler in Igling.
Bei Sommerwetter am vergangenen Wochenende konnte die Kunst draußen gezeigt werden. Die vorsorglich freigeräumten Schuppen dienten der Versorgung der Gäste mit Getränken und als „Schau-Werkstatt“. Was als erstes, noch bevor sich die ersten Kunstwerke in den Vordergrund drängten, beeindruckte, war der „Ausstellungsraum“. Kaum war die Gartentür passiert, schon befanden sich Eintretende in einem Mischmasch aus vielen unterschiedlichen Pflanzen, Sträuchern, Bäumen. Hier darf gewuchert werden. Weggeschnitten oder ganz entfernt wird nur, wenn der Platz für die Menschen nicht mehr ausreicht und die Natur auch die versteckten Sitzecken noch vereinnahmt. Es gibt eine Pflanzecke, in der Thomas Ziegler im weiten Umkreis gesammelte Samen neben vielem Anderen, vor allem von klimaresistenten Bäumen und Sträuchern keimen lässt. Und auch ein kleiner Hühnerhof hat Platz auf dem Grundstück. Hier wacht ein mächtiger, stolzer Gockel über eine bunte Mischung an Hennen und zeigt der jeweiligen Lieblingsglucke beste Pick- und Zupfstellen.
In so einem Ambiente können die knallbunten Tierbilder von Tanja Maushammer doch eigentlich nur positiv wirken. Schwein Rosalinde fungiert als Empfangsdame und macht mit ihrem Spitzentanz im Tutu dem Gockel bezüglich Schönheit und Eleganz mächtig Konkurrenz. Katzen sind die besonderen tierischen Lieblinge von Tanja Maushammer – wie auch anders, wenn die Maus bereits im Namen steckt. Die Stubentiger, allesamt in großer Buntheit, baumeln an Bäumen, lehnen an deren Stämmen, haben sich zu einem großen Turm formiert oder zum Kreisspiel aufgestellt. Und weiter geht es zu „Leo The King“ und Hund Lilly mit frischbunten Löckchen, „Elephant“ und „BlindeKuh“. Eine Amöbe hat beim Pflanzennachwuchs ihren perfekten Platz gefunden.
Ziegler sammelt Holz für seine Kunstwerke im eigenen Garten
Etwas weniger auffällig, jedoch überall dazwischen, ist Holzkunst vom Hausherrn Thomas Ziegler aufgebaut und hingelegt. Viel Rohmaterial dafür entdeckt er auf seinen Streifzügen durch die Natur, hat Ziegler irgendwann mal erzählt. Sein Blick verrate ihm meist schnell, was aus einem unförmigen Stück Material entstehen könne. Das ist dann wie im Garten zusehen, ein Kopf aus Birke, eine überlebensgroße Statue nach Art der Aborigines, ein Pferd, das einem in einer der Sitzecken über die Schulter schauen kann.
Und weil das alles noch lang nicht genug ist, ist neben den Wegen, im Gebüsch, vor Pflanzkombinationen weitere Kunst präsent, die keiner der beiden Ausstellenden fertigte. Sie stammen aus Behindertenwerkstätten oder auch von anderen Künstlern.
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