In den Pfingstferien zieht es viele Menschen in den Süden. Sie wollen entspannen und die Sonne genießen. Dabei geht das auch ganz ohne stundenlange An- und Abreise in der Heimat. Das Wetter in der Region ist traumhaft und soll es in den kommenden Tagen bleiben. In Landsberg und Obermeitingen kann das nicht in jedem Fall in gewohnter Form genutzt werden, dafür gibt es in St. Alban ein neues Angebot. Unsere Redaktion hat sich im Landkreis umgehört.
Was liegt näher, als bei den aktuellen Temperaturen die Bäder und Seen aufzusuchen. In Obermeitingen ist der Parkplatz gut gefüllt, aber auf dem weitläufigen Gelände beim Baggersee ist noch reichlich Platz. Für Vitali Müller aus Landsberg ist es der ideale Ort, um mit der Familie Spaß zu haben, und er lobt die Infrastruktur. „Es gibt eine Toilette, einen Grillplatz und Umkleiden.“ Vitali Müllers Bruder Alexander Müller hebt zudem hervor, dass sie hier kostenlos parken können und es immer sauber ist, weil die eingezäunte Anlage abends zugesperrt wird. Er bedauert nur, dass der Kiosk nicht mehr offen ist. „Dabei war es da immer voll“, pflichtet ihm sein Bruder bei.
Suche eines Kiosk-Betreibers am Baggersee Obermeitingen bisher erfolglos
Die Betreiber hatten sich vergangenes Jahr zurückgezogen. Der Aufwand war ihnen mit Blick auf das Familienleben zu groß geworden. Einen neuen Pächter gibt es noch nicht. Es gab zwar Gespräche mit Interessenten, daraus hat sich letztlich laut Bürgermeister Martin Knischewski allerdings bisher kein neuer Pachtvertrag ergeben. Wer Interesse hat, kann sich bei der Gemeinde melden, so Martin Knischewski.
Gern erinnert sich Vitali Müller auch an das Public Viewing während der Fußball-Europameisterschaft vor zwei Jahren. „Das war richtig super, da herrschte hier eine geniale Stimmung.“ Eine Wiederholung wird es während der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft im Juni und Juli in Mexiko, den USA und Kanada aber sehr wahrscheinlich nicht geben. Das liegt nicht nur an der Zeitverschiebung. „Das Public Viewing wurde von den vorherigen Pächtern organisiert. Unter Umständen findet sich jemand, der es organisiert, die Gemeinde kann sich allerdings nicht darum kümmern“, erklärt der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Redaktion zu dem Thema.
Bildergalerie: Die Menschen strömen bei dem Traumwetter in die Bäder, Eisdielen und Biergärten
Gut besucht sind an diesem Wochenende auch die Strandbäder am Ammersee. Sebastian Kropp und seine Freunde haben trotz 30 Grad noch Lust, Beachvolleyball zu spielen. Sie treffen sich in St. Alban. Die Bäume spenden Schatten. „Wir sind alle gebürtige Dießener und treffen uns mal wieder“, sagt Kropp, der in München lebt. „Passt super“, bilanziert auch sein Freund Max Braus, der sich aber wünscht, dass der Rasen kürzer wäre. „Ich bin auf eine Biene getreten.“
Aus München nach St. Alban sind auch andere Gäste gekommen. Sie haben es sich allerdings einige Meter weiter nördlich im neuen Freizeitgelände gemütlich gemacht. „Wir haben den Seezugang hier vor zwei Jahren im Internet gefunden und kommen gern mit unserem Hund her“, sagt der Münchner.
Die neue Freizeitanlage in St. Alban kommt gut an
Das neugestaltete Areal mit Sitzbänken und Grillstelle kommt bei den drei Münchnern gut an. Elf Jahre bemühte sich Dießen darum, das Gelände von der Stadt Augsburg zu erwerben, was 2020 schließlich gelang. Anschließend sorgte unter anderem das Thema Altlasten für Verzögerungen. Auch der Schongauer Bernd Pietruschka ist angetan. „Ich bin selbst Gärtner von Beruf. Der Mix aus Wildblumen und gemähten Liegeflächen und der Blick auf den See sind toll. Es ist zudem einer der wenigen Orte am Ammersee mit freiem Zugang.“
Im beliebten Inselbad wäre wohl sicher auch so mancher Landsberger angesichts der hohen Temperaturen gern baden gegangen. Das Wasser ist auch schon im großen Becken eingefüllt, der Zutritt aber erst ab dem 13. Juni möglich. Noch stehen Bagger auf dem Gelände des Inselbads. Eine beliebte Ausweichoption sind offensichtlich die nahegelegenen Kiesbänke des Lechs entlang der von-Kühlmann-Straße. Auch wenn der Zugang holprig ist.
Stufen für einen besseren Zugang zum Lech am Lady-Herkomer-Steg?
In den vergangenen Monaten kam auch die Frage auf, ob auf Höhe des Lady-Herkomer-Stegs, auf der Flusseite der Altstadt, Sitzstufen geschaffen und der Zugang zum Lech verbessert werden sollte. Touristen aus Unterfranken kühlen am Sonntag dort ihre Füße ab. Sie würden eine solche Zugangsmöglichkeit begrüßen, sagen die beiden. Anders sieht es Renate Kühn aus Geltendorf, die das Treiben unten am Fluss von der Brücke aus beobachtet: „Mir gefällt dieses Urtümliche.“
Wenig überraschend sind die Sitzplätze in den Eiscafés voll. Wer einen bekommt, kann sich glücklich schätzen. Dazu gehört auch die Familie Farrokhzad. Sie genießen ihr Eis im Peter-Dörfler-Weg mit Blick auf den Lech. Er liebe das hier angebotene Cassata-Eis, das stark gefroren serviert wird, sagt Vater Babak Farrokhzad. Den Geschmack beschreibt er als eine Mischung aus Orangeat und Walnuss.
Voll war es auch in den Biergärten in der Region, beispielsweise beim Brauereigasthof im Iglinger Ortsteil Holzhausen. „Endlich ist Sommer, da muss man natürlich raus“, sagt die Landsbergerin Monika Aigner. Sie und ihr Mann fahren seit mindestens zehn Jahren schon nicht mehr in den Urlaub, berichtet sie. „Wir gehen lieber essen, in einen Biergarten oder machen es uns auf dem Balkon bequem.“ Auch Rene Noichl hat sich für dieses Ausflugsziel entschieden. Er ist mit seiner Frau und den Kindern mit dem Fahrrad hingeradelt. Sie sind häufiger hier. Während er erzählt, kneippen seine Kinder auf der anderen Straßenseite im Wasser.
Noichl setzt sich im vollen Biergarten zu Carlos Varela dessen Sohn Johanns Varela und Horst Nährer. Die drei leben in Igling. "Wir mögen das Lokal, das Bier und das Essen. Außerdem trifft man oft gute Freunde“, sagt Carlos Varela. Für ihn eine runde Sache.
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