Gerade habe ihn ein Experte für Baukultur aus Dresden angerufen und ihm gratuliert, sagt Manfred Deiler. Der Präsident der Holocaust Gedenkstätte Stiftung Landsberg bezieht sich auf die Nachricht, dass der Stararchitekt Daniel Libeskind Interesse an einer Zusammenarbeit habe.
Denn wenn es nach dem Wunsch der Gedenkstättenstiftung ginge, sollte der bekannte Architekt für die Holocaustgedenkstätte Lager Kaufering VII ein Museum oder ein Dokumentationszentrum gestalten.
Libeskind verlangt für Entwurf gängiges Honorar
Die Idee, das US-amerikanische Büro des Architekten wegen eines Baus für die Gedenkstätte Kaufering VII zu kontaktieren, hatte jedoch die Kuratorin der Stiftung, Gabriele Triebel. Dass Libeskind laut Süddeutscher Zeitung durch das Architekturbüro „Interesse bekundet“ habe, freue Deiler und Triebel umso mehr. Die Grünen-Abgeordnete aus Kaufering und erinnerungspolitische Sprecherin im Bayerischen Landtag berichtet, dass sie Libeskind vor rund drei Monaten angeschrieben habe. Der Architekt hat unter anderem das Jüdische Museum in Berlin entworfen. Als Lehrerin habe sie das Museum mit Schulklassen besucht: „Die thematische Umsetzung in der Architektur ist so gelungen.“
Für das Außenlager auf Landsberger Flur seien der Stiftungskuratorin besonders die jüdische Perspektive und eine starke Sensibilität für das Thema wichtig, die der jüdische US-Amerikaner erfülle. Ein Star-Honorar will der Architekt angeblich nicht für seine Dienste. „Er hat angegeben, zu den in Deutschland üblichen Honorarsätzen zu arbeiten“, bestätigt Triebel. Noch gibt es keinen Vertrag. Aber eine Einladung nach Kaufering, um ihm die Liegenschaften zu zeigen, sei bereits in der Mache, erwähnt Deiler. „So etwas kann man schließlich nicht am Reißbrett entwerfen.“
Im Mai 2022 steht das wissenschaftliche Konzept für Kaufering VII
Seit rund 25 Jahren ist die Gestaltung der Europäischen Holocaust-Gedenkstätte bereits im Gespräch. In dem ehemaligen Dachauer KZ-Außenlager sind mit Tonröhren noch Originalbauten des Lagers erhalten. Mit der Landsbergerin Edith Raim verfasse derzeit eine renommierte Historikerin das wissenschaftliche Konzept für den Erinnerungsort, so Deiler. Aufgrund dieses Renommees sei keine Ausschreibung für dafür nötig gewesen, die das Bildungsministerium zu 90 Prozent finanziere. Im Mai soll das Konzept stehen. Damit kann die Stiftung einen Förderantrag beim Bund stellen. Die Kosten für das Projekt stünden noch nicht fest.