Die zweifache Olympiasiegerin Britta Steffen (links) war der Startgast bei der Eröffnung des Inselbads nach der zweiten Sanierungsphase.Foto: Christian Rudnik
So mancher hat bereits in den vergangenen Tagen und Wochen einen neugierigen Blick über oder zwischen die Baustellenplanen hindurch geworfen. Wie sieht es aus, das neue Landsberger Inselbad? Am Samstag wurde die Neugier gestillt. Bei der feierlichen Eröffnung nach der zweiten größeren Bauphase können im Schwimmer wieder Bahnen gezogen und im Wellenbecken geplanscht werden. Stadt und Stadtwerke boten rund um die Eröffnung ein buntes Programm mit einem besonderen Gast: Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen.
"Und jetzt wieder Wellen": Unsere Bilder von der Eröffnung des Landsberger Inselbads
Nach der zweiten Sanierungsphase wird das Landsberger Inselbad mit einem abwechslungsreichen Programm eröffnet. Der Star ist eine zweifache Schwimm-Olympiasiegerin.
In mehreren Abschnitten wird das 1972 errichtete Inselbad aktuell saniert. Der Zeitplan zwischen Saisonende und Saisonstart ist sportlich. Doch für den aktuellen Bauabschnitt konnte er eingehalten werden. Was sofort ins Auge sticht: Die blauen Fliesen sowie die gelbe Rutsche und das Kinderbecken sind Geschichte. Neue Edelstahlverkleidungen sollen den Becken (Schwimmer, Wellenbecken und Nichtschwimmer-Becken) ein zeitgemäßes Erscheinungsbild geben. Und, wie Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl bei der Eröffnung bemerkte, ist der Himmel blau, wie am Samstag, erscheinen auch die Becken blau.
Rund 13 Millionen Euro wurden bislang für die Sanierung ausgegeben
Erhalten wurde die historische Wellenanlage aus dem Jahr 1972. Eine Art identitätsstiftendes Element. Zusätzlich sorgen moderne Badewassertechnik, effiziente Wärmerückgewinnung sowie neue Systeme zur Entleerung, Filterung und Wasseraufbereitung für einen zeitgemäßen Betrieb. Rund 13 Millionen Euro wurden bislang für die Sanierung ausgegeben, wie Doris Baumgartl sagte. Sie unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Das Inselbad ist ein echtes Juwel am Lech. Mit seiner einzigartigen Lage im Herzen der Altstadt ist es ein Stück Landsberger Identität.“ Im Laufe des Vormittags gab sie gemeinsam mit Jörg Gründinger das Bad ganz offiziell seiner Bestimmung, musikalisch begleitet von der Stadtjugendkapelle.
Das Luftbild entstand bei der Eröffnung des Landsberger Inselbads nach der zweiten Sanierungsphase.Foto: Stadt Landsberg
„Für uns war es entscheidend, das Inselbad technisch auf den neuesten Stand zu bringen und gleichzeitig seinen besonderen Charakter zu bewahren“, sagte Jörg Gründinger, Vorstand der Stadtwerke, die das Freibad betreiben. Die Sanierung sei ein wichtiger Schritt, um langfristig einen sicheren, energieeffizienten und attraktiven Badebetrieb gewährleisten zu können. Wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, sind im nächsten Bauabschnitt das Springerbecken und die großen Rutschen dran. Das Becken erhält ebenfalls eine Edelstahlhülle, die grünen Rutschen werden modernisiert.
Die zweifache Olympiasiegerin darf als erste in Wasser des Landsberger Inselbads
Die offiziell erste Schwimmerin im 25 Grad warmen Becken war die zweifache Olympiasiegerin im Schwimmen, Britta Steffen, die die Eröffnung auch sonst aktiv mitgestaltete. Der ersten 50 Meter schwamm sie alleine, die zweiten „verfolgt“ von den Mädchen und Buben der Schwimm-Abteilung des VfL Kaufering. Für die Kinder ein unvergesslicher Moment im Wasser. „Schwimmen verbindet Generationen und schafft Lebensfreude – genau das spürt man hier im Inselbad“, sagte Britta Steffen, die bereits zum Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis in Landsberg zu Gast war. „Ich freue mich sehr, Teil dieser besonderen Eröffnung zu sein und die Begeisterung für den Sport mit so vielen Menschen teilen zu können.“
Stadtwerke-Vorstand Jörg Gründinger und Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl freuten sich über den Besuch von Schwimm-Olymiasiegerin Britta Steffen (rechts).Foto: Christian Rudnik
Im weiteren Verlauf des Tages bot sich im Inselbad ein abwechslungsreiches Programm mit Mitmachaktionen, sportlichen Einlagen und Angeboten für die ganze Familie. Unter anderem wurden langjährige Frühschwimmerinnen und Frühschwimmer geehrt, ein lustiges Rutsch-Wasser-Kübel-Spiel veranstaltet und im Wellenbecken konnten rund 600 Badeenten gejagt und anschließend mit nach Hause genommen werden. Wer wollte, durfte den im ersten Bauabschnitt errichteten Technikkeller besichtigen. Schwimmstar Britta Steffen trainierte mit den Nachwuchsschwimmern und schrieb fleißig Autogramme.
Der Landsberger Marco Kiffe präsentierte bei der Eröffnung seine Inselbad-Fliesen.Foto: Christian Rudnik
Mit einem kleinen Stand war auch der Landsberger Marc Kiffe vertreten. In den vergangenen Jahre hatte der 49-Jährige bei der Saisoneröffnung am 1. Mai im Inselbad immer mit der Landsberger Tanzlmusik gespielt, nun präsentierte er seine bemalten Inselbad-Fliesen. Die Idee dazu entstand, als der zur Eröffnung aufgestellte Maibaum mit Fliesenstücken verziert wurde. Kiffe wollte die Erinnerung an die blauen Fliesen nicht verblassen lassen und bemalte bislang rund 30 mit unterschiedlichen Motiven. So sind neben Schwimmern, die ihre Bahn ziehen, auch die Alte Bergstraße oder der Hauptplatz darauf zu sehen.
Das Landsberger Inselbad um das Jahr 1940.Foto: Landsberger Tagblatt
Die Geschichte des Landsberger Inselbads
Die erste städtische Schwimmschule wurde 1865 etwa an der Stelle des heutigen Ignaz-Kögler-Gymnasiums errichtet. Das Bad gehörte der Stadt, für die Beaufsichtigung des Schwimmunterrichts war allerdings das VII. Jägerbataillon abkommandiert, was seinerzeit üblich war.
22 Jahre nach der Errichtung der städtischen Militär-Schwimmschule beschloss die Stadt, ein Bad für Frauen mit „Badekabineten“ am linken Flussufer oberhalb der Karolinenbrücke am Englischen Garten anzulegen. Die vier Sitz-Bassins wurden mit kaltem Lechwasser gefüllt. Die Badestelle auf der Insel lief der Militärschwimmschule im Laufe der Zeit den Rang ab. 1897 beabsichtigte die Stadt, das Strandbad zu erweitern, doch es dauerte bis ins Jahr 1939, bis der Vorgängerbau des heutigen Inselbads errichtet wurde.
Nach 30 Jahren Betriebszeit war eine Sanierung des teils maroden Bades notwendig. Vor allem das kalte Wasser im Inselbad schreckte viele Besucher ab. In neuen Landkreisbad in Kaufering war das Wasser vorgewärmt. Im Mai 1970 setzte der neu gewählte Oberbürgermeister Hanns Hamberger (CSU) die Sanierung auf seine Agenda. Nach einem Hochwasser im August 1970 wurde das Inselbad schwer beschädigt und es musste gehandelt werden.
1971/1972 wurde das Inselbad nach einem Entwurf des Landsberger Architekten Leonhard Riemerschmid vollkommen neu gebaut – unter anderem mit Wellenbecken, Sportbecken, Sprungbecken und Kinderbecken und einem neuen Funktionsgebäude mit Kiosk, Umkleiden und Terrasse. Zur Vergrößerung der Fläche gab man die Floßgasse auf. Seither trennt ein neu angelegter Bach statt der „Langen Fahrt“ die Insel vom Landsberger Festland. (wu)
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