Erstmals ist „Die Linke“ im Landsberger Stadtrat vertreten. Die Partei konnte auf Anhieb zwei Sitze erringen, einen davon hat Philipp Schmid inne. Der 21-Jährige ist in Landsberg aufgewachsen, besuchte das Ignaz-Kögler-Gymnasium und studierte Tontechnik. Er wurde in eine Familie aus Fans des Landsberger Eishockeyvereins hineingeboren und trägt die Leidenschaft bis heute in sich.
„Ich habe eine Saisonkarte, verpasse kein Heimspiel und versuche, auch bei den Auswärtsspielen dabei zu sein“, sagt er. Beim FT Jahn fungiert er seit vier Jahren als Stadionsprecher. Bei so viel Sportbegeisterung liegt es nahe, dass Schmid sich im Stadtrat als Referent für Sport einbringt und damit auch an Entscheidungen bezüglich des Sportzentrums beteiligt sein wird. „Wir können stolz darauf sein, dass wir es haben“, sagt Schmid. „Ich will es sichern, wie es ist, und es soll in der zentralen Lage bleiben.“
Bildung und soziale Themen liegen in seinem Fokus
Dass das Sportzentrum von der Stadt für Versammlungen der AfD zur Verfügung gestellt wurde, ist ihm ein Dorn im Auge. Zusammen mit seiner Fraktionskollegin Johanna Deffner wird er dazu einen Antrag im Stadtrat einbringen. Ihr Ziel ist es, dass sich das Gremium positioniert und von der AfD distanziert – auch wenn rechtlich die Vergabe der Räume wohl nicht verhindert werden kann. Landsberg trage gerade aufgrund seiner Vergangenheit eine große Verantwortung, so Schmid. Ihn hat das Erstarken rechter Parteien – auch in der Region, wie er betont – zur politischen Arbeit gebracht. Er ist nach eigener Aussage froh, dass keine AfD-Vertreter in den Stadtrat gewählt wurden.
Schmid gehört im Stadtrat dem Verwaltungs- und Finanzausschuss, dem Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss und dem Verwaltungsrat der Stadtwerke an. Insbesondere Bildung und soziale Themen liegen in seinem Fokus, auf die Entscheidungen, beispielsweise wofür finanzielle Mittel fließen, könne er so Einfluss nehmen. Schwerpunkte setzt er auf Sub- und Jugendkultur. Geht es nach ihm, soll das Lech Atelier dort, wo es ist, erhalten bleiben. „Es ist Zufluchtsort für viele junge Menschen und verbindet die Generationen“, so Schmid. Für eine Erweiterung der Kläranlage müssten auch andere Lösungen als auf dem Gelände des Lech-Ateliers in Erwägung gezogen werden.
Schmid will sich zudem für kleine Aufenthaltsplätze für junge Menschen einsetzen. Es sollen Orte geschaffen werden, beispielsweise mit dem Aufstellen von Tischtennisplatten, wo sich Jugendliche nicht unerwünscht vorkämen. Sichtbarkeit der Jugend und Räume zur Entfaltung haben bei Schmid hohe Priorität. Wichtig sind ihm zudem die Reaktivierung der Fuchstalbahn sowie die Schaffung eines Frauenhauses.
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