Seit Sommer 2023 befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Ateliers des Landsberger Malers Fritz Paulus (1918 – 1982) mit dem Lech Atelier eine Kreativstätte, auf der viele Veranstaltungen stattfinden. Das Areal liegt in direkter Nachbarschaft zur Landsberger Kläranlage. Das macht das mehr als 7000 Quadratmeter große Gelände im Landsberger Norden auch für die Stadtwerke interessant. Um das Gelände der Kläranlage möglicherweise in Zukunft erweitern zu können, hat der Stadtrat jetzt einstimmig eine Vorkaufsatzung erlassen.
Im Fall eines Verkaufs des Grundstücks erhält die Stadt so die Möglichkeit, das Grundstück zu erwerben. Das wird in der Satzung geregelt, über die in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats diskutiert wurde. Stadtrat Christian Hettmer (CSU) freute sich, dass die aus seiner Sicht überfällige Satzung nun auf den Weg gebracht wird. Die Erweiterung der Kläranlage sei das übergeordnete Ziel, die Betreiber des Lech Ateliers müssten sich auf die Dauer eine neue Bleibe suchen.
Die Landsberger Kläranlage hat ein großes Einzugsgebiet
Die Stadtwerke als Betreiber der Kläranlage mit den Einzugsgebieten der Stadt sowie den beiden Abwasserzweckverbänden Fuchstal sowie Pürgener Gruppe klären derzeit für 50.000 Einwohnende als auch die Industrie die Abwässer. Auf dem Werksgelände selbst sind die bislang unbebauten Flächen für eine Erweiterung der Nitrations- und Denitrationsbecken eingeplant. Für eine Klärschlammtrocknung, eine weitere Stickstoffreduzierung sowie eine derzeit noch nicht verpflichtende vierte Reinigungsstufe ist jedoch eine Erweiterung des Werksgeländes nötig, geht aus der Sitzungsvorlage für die Stadträte hervor. Wann dies der Fall sein wird, darüber könnten die Stadtwerke aktuell keine seriösen Angaben machen.
Und wie geht es mit dem Lech Atelier weiter? Bereits Ende 2023 hat der Stadtrat einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst, um einen rechtlichen Rahmen für das Areal zu schaffen. Im Februar hatte Maximilian Tobisch, Referatsleiter Stadtplanung und Mobilität, im Bauausschuss von einer zeitlich befristeten kulturellen Nutzung gesprochen. Danach sei eine Fläche für den Gemeinbedarf „Kläranlage“ vorgesehen. Stadtbaumeisterin Annegret Michler nannte den Bebauungsplan ein „Werkzeug, um die Nutzung auf dem Areal zu definieren.“ In der aktuellen Sitzung des Bauausschusses wurde beschlossen, das Bauleitplanverfahren „Lechatelier“ weiter durchzuführen.
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