Menschen, die sich ehrenamtlich und mit großem persönlichem Einsatz für andere engagieren, stehen selten im Mittelpunkt. Und dennoch leisten diese „Stillen Helden“ einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander. Dieses Engagement sichtbar zu machen und wertzuschätzen, ist seit einigen Jahren das Ziel einer gemeinsamen Aktion des Landkreises Landsberg, der Sparkasse Landsberg-Dießen und des Landsberger Tagblatts. Bei der Verleihung der Auszeichnung „Stille Helden“ wurden erneut sechs Bürgerinnen und Bürger geehrt, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl im Landkreis einsetzen.
Die Auszeichnung ist mit jeweils 1000 Euro dotiert. Geehrt werden Menschen, die sich freiwillig, selbstlos und oft im Hintergrund für andere engagieren. Bei einer kleinen Feier im Foyer des Landratsamts gratulierten Landrätin Daniela Groß, Sven Fischer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Landsberg-Dießen, und Thomas Wunder, stellvertretender Redaktionsleiter des Landsberger Tagblatts, den Geehrten persönlich und dankten ihnen für ihren außergewöhnlichen Einsatz. Die Frauen und Männer erhielten einen symbolischen 1000-Euro-Scheck und einen Geschenkkorb. Die Verleihung hatte Brigitte Schlecht, die Ehrenamtskoordinatorin des Landkreises, organisiert. Und das sind die „Stillen Helden“:
- Isabel Aragon-Schenk aus Kaufering ist Vorsitzende der Solidargemeinschaft Landsberger Land und Leiterin der „Sonnenäcker“. Außerdem ist sie seit einem Jahr als Familienpatin im Einsatz. 1986 gründete sie den ersten Kinderkleidermarkt im Landkreis. Über 30 Jahre lang organisierte sie diesen Flohmarkt im Landsberger Sportzentrum. Heute liegt ihr Schwerpunkt darauf, Menschen, Umwelt und regionalen Gemüseanbau zu verbinden. Mittlerweile versorgen sich rund 90 Familien auf verschiedenen Äckern. Isabel Aragon-Schenk versteht sich dabei auch als Beraterin und Impulsgeberin.
Gerlinde Weber ist ein Vorbild für gelebte Inklusion
- Gerlinde Weber ist seit über 30 Jahren in der offenen Behindertenarbeit in der Lebenshilfe Landsberg tätig. Die gelernte Hauswirtschafterin wurde zur Weggefährtin und Stütze für Menschen mit Behinderung. Besonders in der Zeit des Umbruchs, Mitte der 1990er-Jahre, als Teilhabe und Selbstbestimmung zum Leitgedanken wurden, war Gerlinde Weber zur Stelle. Ob beim Essen gehen, bei Ausflügen – sie begleitete nicht einfach nur, sie ermöglichte Begegnungen auf Augenhöhe. Ihr Engagement ist ein Vorbild für gelebte Inklusion.
- Volker Bippus aus Dießen ist seit über fünf Jahrzehnten eine tragende Säule des MTV Dießen. Auch ist er Vorsitzender des Arbeitskreises der Heimatforscher des Ammerseegebiets und im Marktgemeinderat Dießen tätig. Was 1971 mit seiner Mitgliedschaft beim MTV begann, entwickelte sich zu einer lebenslangen Aufgabe im Dienste der Gemeinschaft. Über Jahrzehnte hinweg stellte er die Belange des Vereins stets über persönliche Interessen. Im Jahr 2025 ebnete er den Weg für einen neuen Vorstand und sorgte damit für einen gelungenen Generationswechsel.
- Ernst Duchon aus Ummendorf ist seit etwa 1975 mit vollem Einsatz im Bürgerverein dabei und hält damit seit über 50 Jahren die Fäden des kulturellen Lebens im Dorf zusammen. Er war fast vier Jahrzehnte Vorsitzender und ist seit 2023 weiterhin aktiv als Vize. In diesen 40 Jahren an der Spitze hat er das Dorf wie kaum ein anderer geprägt. Er hat nie nach Orden oder großen Reden verlangt. Sein Antrieb war immer die Gemeinschaft.
Der Ortschronist arbeitet derzeit an einer Häuserchronik von Egling
- Alfons Löffler aus Egling ist Ortschronist der Gemeinde und Organisator verschiedener Ausstellungen. Er erhält die Geschichte am Leben. Unermüdlich durchforstet er seit 1996 Archive und führt Interviews mit Zeitzeugen. Seine thematischen Ausstellungen, etwa über das Schicksal der Geflüchteten nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Eglinger Auswanderer nach Argentinien (2025), machen Geschichte für alle Menschen greifbar. Als offizieller Ortschronist arbeitet er aktuell an einer umfassenden Häuserchronik.
- Peter Raithel aus Schondorf ist Vorsitzender im Verein „Gemeinsam – Gemeinnütziger Verein Ammersee West“ und seit 2010 in der gegründeten Stiftung „Gemeinsam“. Ein Verein, der sich um hilfsbedürftige Menschen kümmert. Seit 1995 ist Peter Raithel die treibende Kraft des Vereins. Er investiert jede Woche unzählige Stunden, um dort zu helfen, wo Not herrscht. Ob er einer alleinerziehenden Mutter unter die Arme greift, dafür sorgt, dass eine Rentnerin im Winter eine warme Wohnung hat, oder das Sozialmobil für Arztfahrten koordiniert – Peter Raithel ist zur Stelle.
Das Landsberger Tagblatt wird die „Stillen Helden“ monatlich in einem Porträt vorstellen. Für die Aktion können alle ehrenamtlich engagierten Menschen im Landkreis vorgeschlagen werden – per Telefon unter 08191/129-1559 oder per E-Mail an ehrenamt@lra-ll.bayern.de.
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