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Tausende Menschen feiern beim Lumpigen Donnerstag in Landsberg

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Fasching in Landsberg: Dartsspieler, tausende Zuschauer und feiernde Jugendliche am Lech

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    Während des Umzugs am Lumpigen Donnerstag in Landsberg setzte Regen ein.
    Während des Umzugs am Lumpigen Donnerstag in Landsberg setzte Regen ein. Foto: Thorsten Jordan

    Zum Faschingsumzug am Lumpigen Donnerstag zog es Tausende Besucherinnen und Besucher in die Stadt. Auch wenn das Wetter sich wie schon im vergangenen Jahr nicht von seiner besten Seite zeigte, war die Stimmung ausgelassen. Nach dem Gaudiwurm feierten die Närrinnen und Narren weiter – in der Altstadt oder im Zelt auf der Waitzinger Wiese.

    Sportlich unterwegs war beim Umzug die Landjugend Walleshausen. Sie spielten Darts. „Eigentlich wollten wir zunächst das Thema Safari machen. Dann wurde aber die Zeit knapp, weil wir erst später in die Halle konnten, um mit dem Wagenbau zu beginnen“, sagte Franz Hafte. Kurzentschlossen wurde beim ersten Treffen umdisponiert. Außen am Wagen hing mehrfach die Zahl 180, die höchstmöglich erreichbare Punktzahl mit drei Würfen. Unter den erschwerten Bedingungen wird die aber wohl selten bis gar nicht erzielt. Doch wie klappt es mit dem Zielen überhaupt auf einem sich bewegenden Fahrzeug? „Beim Faschingsumzug in München lief es gut. Heute ist es windiger, schauen wir mal.“

    Landjugend Walleshausen spielt auf ihrem Wagen Darts

    Die Walleshauser hatten wie bei richtigen Darts-Turnieren auch einen Caller dabei, der die Spieler ansagte und die erzielten Punkte. Wie sich das für Sportteams gehört, trugen sie alle einheitliche schwarz-rote Kleidung. Lumpen ließen sich in der Hinsicht auch nicht die „Egling Eagles“. Die Landjugend war als American-Football-Team unterwegs. Ansonsten hatten sich viele Faschingsgesellschaften wieder für Filme als Motto entschieden.

    Mittendrin, aber doch etwas verloren, wirkten die Musiker aus Dasing, sie waren schon mehrfach in Landsberg dabei. Aus den Boxen der Musikanlagen vor und hinter ihnen dröhnte die Musik bei der Aufstellung in der von-Kühlmann-Straße. „Mit dem Abstand beim Umzug nachher passt es dann schon“, sagte Noah Hofberger. Und als musikspielende Gruppe heben sie sich zwischen den Wagen ab und bekomme mehr Zuspruch, sagte er. „Grundsätzlich gefallen mir Umzüge am besten, bei denen viele kleinere Gruppen unterwegs sind.“

    Feieralarm am Lumpigen in Landsberg: Wir haben die schönsten Bilder

    Landjugend Weil / Cars / Lumpiger Donnerstag / Umzug durch die Altstadt / Landsberg
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    124 Bilder
    In Landsberg herrscht am Lumpigen Donnerstag trotz Regenwetter gute Laune. Unsere Bilder vom Umzug durch die Altstadt.

    Was in der von-Kühlmann-Straße auch auffiel: dass Polizeibeamte die Mitglieder der Faschingsgesellschaften gezielt ansprachen und auch Atemalkoholtests durchführten.  Nina Vallentin, Leiterin der Polizeiinspektion Landsberg, sagte dazu auf Nachfrage: „Es gibt die Auflage der Stadt, dass Ordner keinen Alkohol trinken dürfen. Wir prüfen die Einhaltung.“

    Die Enten im Landsberger Mühlbach sind Thema beim Umzug

    Von klein kann bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Spitalschule wahrlich keine Rede sein. Sie laufen traditionell mit, heuer waren es, Viertklässler und Lehrkräfte zusammengerechnet, über 100. Sie greifen im Fasching nach den Sternen. Lehrerin Sabine Ronimi erzählte, dass die Lehrkräfte zwar das Thema festlegten, die Kinder aber an den einheitlichen Kostümen mitarbeiteten, angeleitet und begleitet von den Fachlehrern in Werken/Gestalten. Gegen einheitliche Kostüme entschied sich die Katharinenschule. Die 24 teilnehmenden Kinder hielten alle ein Band fest. Die Idee dahinter erklärte Lehrerin Vanessa Beck: „Wir sind vielfältig und ziehen dennoch alle an einem Strang.“

    Ein örtliches Thema griffen heuer die „Alte LuDo Hasen“ mit den Enten im Mühlbach in Landsberg auf. Auf der Suche nach Futter schwimmt eine Entenmama mit ihren Küken immer wieder bis kurz vor den Rechen der Turbine im Kraftwerk der Lechwerke. In diesem Bereich bilden sich Strudel, die die Küken in die Turbinen ziehen. Mehrere kleine Enten sind deswegen in den vergangenen Jahren gestorben. „Uns ist der Lokalbezug wichtig“, sagte Andrea Weiß. Sie waren das dritte Jahr dabei. Kennen sich noch aus den alten Zeiten des Lumpigen Donnerstags. An ihrem Wagen hingen, wie es vor der Turbine gemacht wurde, Plastikflaschen an Sticken, davor sitzen Enten, allerdings keine echten. Teil der Gruppe war auch eine Frau, verkleidet als Lampe aus den Siebzigern, in Anlehnung an den Musikhit von Oimara. „Ohne Strom leuchtet auch keine Lampe“, so Weiß.

    Am frühen Nachmittag war auf dem Hellmairplatz noch einiges los.
    Am frühen Nachmittag war auf dem Hellmairplatz noch einiges los. Foto: Thorsten Jordan

    Sarah Groschwitz aus Kaufbeuren arbeitet in Landsberg und sah sich mit Kolleginnen wie jedes Jahr den Umzug am Lumpigen an. „Die Wagen finde ich ganz cool“, sagte sie. Gefühlt wiederholten sich die Mottos, mit Blick auf das vergangene Jahr, aber etwas. Ein bisschen schade sei, dass erneut das Wetter nicht so mitspiele, meinte Sarah Groschwitz. „Dadurch kommt die Stimmung nicht ganz so auf.“

    Jugendliche feiern erneut am Lechufer

    Ein älteres Paar aus Landsberg stand abseits auf Höhe der Stadtverwaltung und schaute sich den Umzug an. „Wir halten uns etwas zurück – es ist schon sehr laut“, sagt der Mann, der ebenso wie die Frau seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Von den Faschingswagen zeigten sich die beiden beeindruckt. Allerdings würden sie sich gerade aktuell auch Bezüge zur geopolitischen Lage wünschen, wobei dies beim Fasching in Bayern ohnehin eher nicht üblich sei.

    Wie in den Jahren zuvor füllte sich trotz des Regens auch das Lechufer am Postberg ab 13.30 Uhr wieder. Da waren es bereits mehr als 100 und so mancher hatte auch Alkohol dabei. Eine Jugendliche musste um die Uhrzeit bereits von Rettungssanitätern behandelt werden. Aufgrund der gesammelten Stimmen unserer Redaktion ist fraglich, ob sich die Hoffnung erfüllt, dass sich das Geschehen heuer mehr vom Lechufer ins Festzelt auf der Waitzinger Wiese verlagert. Teils war unbekannt, dass es ein Festzelt gibt. Andere schreckte nach ihren Aussagen der aus ihrer Sicht hohe Eintrittspreis ab und ein Jugendlicher äußerte, dass viele Jugendliche am Lechufer unter 16 Jahren seien und deswegen nicht ins Zelt dürften.

    Für die Licaria ist der Umzug ein „voller Erfolg“

    Im Laufe des Nachmittags kamen zum Regen teils stürmische Böen hinzu. Auf dem Hellmairplatz und dem Hauptplatz war deshalb am späten Nachmittag nicht mehr allzu viel los. Das Partygeschehen verlagerte sich in die Gaststätten. Ab 15 Uhr hatte auch der „Zirkus der Narren“ auf der Waitzinger Wiese geöffnet. In dem Zelt war der bekannte Partyschlagersänger Lorenz Büffel („Der Zug hat keine Bremse“) angekündigt.

    Nach dem Umzug wurde unter anderem im Zelt auf der Waitzinger Wiese weitergefeiert.
    Nach dem Umzug wurde unter anderem im Zelt auf der Waitzinger Wiese weitergefeiert. Foto: Thorsten Jordan

    Vor dem Landratsamt gab es in diesem Jahr erstmals den „Lumpis safe space“ – eine Anlaufstelle für alle, die Hilfe suchen beziehungsweise sich belästigt fühlen. Vor Ort gab es Wasser zur Gesundheitsvorbeugung bei Alkoholkonsum, warmen Tee, Liegen und sichere Toiletten für Mädchen und Frauen. Wie Constanze Kastenhuber von der Fachstelle für Gesundheit und Prävention am Landratsamt am späten Nachmittag berichtete, sei das Angebot bis dahin rege angenommen worden. Die meisten kämen, weil sie zu viel getrunken hätten und unterkühlt seien. Einige hätten aber auch unangenehme Situationen auf der Straße erlebt. „Da ist es gut, wenn professionelle Ansprechpartner da sind“, so Kastenhuber. Das Feedback sei sehr positiv: „Das Angebot muss unbedingt beibehalten werden.“

    Der Umzug sei reibungslos abgelaufen und er freue sich, dass so viele Familien gekommen sind, sagte Thomas Bihler, Pressesprecher der Faschingsgesellschaft Licaria. Ein kleiner Wermutstropfen: Der Kinderfasching auf dem Hauptplatz musste abgesagt werden. „Dazu haben wir uns aus Sicherheitsgründen entschieden“, so Bihler. „Es waren stürmische Böen vorhergesagt.“

    Wie Nina Vallentin, Leiterin der Polizeiinspektion Landsberg, am späten Nachmittag auf Nachfrage mitteilte, sei es bis dahin „aus polizeilicher Sicht zu keinen besonderen Vorkommnissen“ gekommen. Was wohl auch auf das Wetter zurückzuführen sei. In der Spitze haben nach Erkenntnissen der Polizei zwischen 4000 und 5000 Menschen die Veranstaltung besucht.

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