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Theaterkolumne: Was ist ein Molton, und wieso hat er so viele Löcher?

Theaterkolumne

Was ist ein Molton, und wieso hat er so viele Löcher?

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    Im Bergwirtstadel in Heinrichshofen stand kürzlich für die Theatergruppe der Bühnenbau an.
    Im Bergwirtstadel in Heinrichshofen stand kürzlich für die Theatergruppe der Bühnenbau an. Foto: Vanessa Polednia

    Teil drei der Kolumne „Was für ein Theater!“ benötigt vielleicht erst einmal eine kleine Einordnung: Ich wollte einmal Theater spielen und bin seitdem Teil der Theatergruppe von „Egling-Huaschof intakt“. Seit Monaten lerne ich, dass Theater nicht nur aus Textaufsagen und dramatisch schauen besteht, sondern aus einer eigenen Welt, mit seltsamen Begriffen, überraschenden Aufgaben und Leuten, die selbstverständlich Dinge sagen wie: „Kannst du den Molton flicken?“

    Den Molton? Wieder was gelernt! Damit ist der schwere, schwarze Bühnenvorhang gemeint. Der ist ein ziemlich wichtiger Bestandteil der Bühne. Er schluckt Licht, verdeckt Chaos und sorgt dafür, dass das Publikum nur das sieht, was es sehen soll. An so einem Vorhang wird viel gezerrt. Auf, zu, irgendwas oder irgendwer bleibt hängen und irgendwann hat der Molton mehr Löcher als Stoff.

    Seit Ewigkeiten hatte ich keine Nadel mehr in der Hand. Sofort muss ich an diesen Spruch denken. „Langes Fädchen, faules Mädchen.“ Kenne ich den von meiner Oma oder der Handarbeitslehrerin? Egal, mein Faden ist jedenfalls sehr lang.

    Irgendwie verschwinden die Löcher dann tatsächlich wieder. Nicht besonders schön, aber stabil genug.

    Danach geht es hoch in den Fundus – noch so ein Wort aus der Theaterwelt. Ein magischer Ort. Hier ein Hut, da ein roter Schuh und plötzlich sieht man aus wie ein anderer Mensch aus einer anderen Zeit.

    Apropos Zeit: Die rast gerade ziemlich. Noch werden einzelne Szenen geprobt, aber bald steht schon der erste Durchlauf an. Das klingt zwar nach Magen-Darm-Infekt, ist aber ebenfalls nur ein weiteres Wort aus der Theatersprache und vermutlich ähnlich anstrengend. Dann wird das Stück einmal komplett gespielt. Zum ersten Mal zeigt sich dann, ob alles wirklich zusammenpasst oder ob irgendwo noch Löcher auftauchen. Nicht nur im Molton.

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