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Waldbegang des Stadtrats: Wie die Landsberger Wälder stabil und vital bleiben sollen

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Wie die Landsberger Wälder stabil und vital bleiben sollen

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    Forstamtsleiter Michael Siller und sein Team haben für die Mitglieder des Stadtrats einen Waldspaziergang im „Schnebling“ vorbereitet. Insbesondere der Waldumbau in Zeiten des Klimawandels stand dabei im Fokus.
    Forstamtsleiter Michael Siller und sein Team haben für die Mitglieder des Stadtrats einen Waldspaziergang im „Schnebling“ vorbereitet. Insbesondere der Waldumbau in Zeiten des Klimawandels stand dabei im Fokus. Foto: Dominik Stenzel

    Der Klimawandel macht sich auch in den Wäldern der Stadt Landsberg bemerkbar. Steigende Durchschnittstemperaturen und Trockenheit machen der Fichte, über Jahrzehnte der wichtigste Baum in der Forstwirtschaft, zu schaffen. Daher treibt das städtische Forstamt den Waldumbau voran – eine komplexe Aufgabe, von der sich die Stadträtinnen und Stadträte bei ihrem Waldbegang im „Schnebling“ selbst ein Bild machen konnten.

    Das Revier, zu dem der Schnebling gehört, ist das größte zusammenhängende Revier der Stadt und liegt östlich von Schwifting. Revierleiter ist dort Ulrich Teufel. Ziel ist es laut Michael Siller, die Wälder „stabil und vital“ zu halten. Dass der in diesem Sinne erforderliche Umbau schon vor geraumer Zeit angestoßen wurde, verdeutlichte der Forstamtsleiter mit einigen Zahlen. So habe vor rund 100 Jahren der Anteil an Fichten in den Wäldern der Stadt bei mehr als 85 Prozent gelegen. „Jetzt sind wir bei 39 Prozent“, sagte Siller. Die Fichte werde zwar nicht „verteufelt“. Das Ziel sei allerdings ein breit gefächerter Mischwald, ein Dauerwald. Mehr als 30 Baumarten zählten zum Bestand, so Siller. Für Kahlschläge sorge höchstens die Natur.

    Bei der Wahl des richtigen Baumes spielt der Boden eine entscheidende Rolle

    Am Waldbegang nahmen neben dem neuen Stadtrat auch ehemalige Mitglieder teil, die vor Kurzem aus dem Gremium ausgeschieden sind. Nach Sillers einleitenden Worten machten sie sich auf den Weg zur nächsten Station. Dort hatte das Team des Forstamts ein Loch in den Waldboden gegraben und umzäunt. Mira Gläßer, Revierleiterin im Forstrevier Landsberg, ging auf die Beschaffenheit des Bodens ein. Diese spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl des richtigen Baumes. Ganz grundsätzlich sollte ein Boden im Idealfall gut durchlüftet sein, Wasser speichern und das Wasser schnell freisetzen.

    Anschließend richteten die Stadträtinnen und Stadträte den Blick nach oben. Vor allem waren dort in jenem Waldabschnitt Fichten zu sehen, aber immer wieder auch Birken und Eichen. Das Verhältnis in der oberen Schicht bezifferte Revierleiter Ulrich Teufel auf 80 zu 20 zugunsten der Fichte. In den 1980er-Jahren sei hier noch eine „geschlossene Fichtendickung“ gewesen. Inzwischen ist der Wald lichter – und dadurch hätten auch die Fichten eine „gewisse Stabilität“ bekommen. In den vergangenen 30 Jahren wurden laut Teufel fünf Durchforstungen durchgeführt. Zudem habe im Jahr 2015 Orkan Niklas den Bestand „durchlöchert“. Vor rund 20 Jahren habe man 17.000 Buchen angepflanzt – die Baumart prägt nun die tiefere Schicht.

    Mira Gläßer ging auf die Beschaffenheit des Waldbodens im Schnebling ein.
    Mira Gläßer ging auf die Beschaffenheit des Waldbodens im Schnebling ein. Foto: Dominik Stenzel

    Beim Forstamt in Landsberg besteht die Hoffnung, dass sich die besser an den Klimawandel angepasste Douglasie ein Stück weit als Ersatz für die Fichte etablieren kann. Diese Baumart verfüge über „tolles Holz“, sagte Ulrich Teufel. Allerdings müsse man den jungen Bäumen Unterstützung zukommen lassen. Beim Waldbegang konnten zudem Baumstammstücke begutachtet werden, an denen sich der Borkenkäfer zu schaffen macht. Auch wurde eine Birke gezeigt, die als ökologisch wertvolles, stehendes Totholz dient. Durch sogenanntes Ringeln wurden im unteren Bereich des Stammes Streifen der Rinde entfernt, wodurch der Baum langsam abstirbt.

    Auch das Thema Jagd erläuterte Forstamtschef Siller näher. Gemäß dem forstwirtschaftlichen Credo „Wald vor Wild, aber nicht ohne Wild“ würden die Wälder intensiv bejagt. Probleme bereite das Schwarzwild (Wildschweine). Im vergangenen Jahr seien im Landkreis 800 der Tiere geschossen worden, 2024 sei es lediglich die Hälfte gewesen. Die afrikanische Schweinepest rücke immer näher, so Siller. Durch die Jagd soll die Ansteckungsgefahr möglichst gering gehalten werden.

    Vom Borkenkäfer befallene Baumstammstücke konnten begutachtet werden.
    Vom Borkenkäfer befallene Baumstammstücke konnten begutachtet werden. Foto: Dominik Stenzel

    Der Holzeinschlag ist niedriger als im Vorjahr

    Bei einer gemeinsamen Brotzeit in der Hirschgrubenhütte stellte Michael Siller die Betriebsergebnisse für das vergangene Jahr vor. „Wir haben das außerordentliche Glück gehabt, dass wir mal planmäßig arbeiten konnten.“ Große Schadenereignisse seien ausgeblieben und auch der Befall durch den Borkenkäfer habe sich in Grenzen gehalten. Insgesamt werden 2400 Hektar Wald beforstet. Der Holzeinschlag lag bei gut 15.800 Festmetern und damit niedriger als 2024 (rund 17.000 Festmeter) – ein Grund ist, dass mehr Totholz aufgebaut werden soll. Die Holzerlöse lagen bei durchschnittlich 78 Euro pro Festmeter. Die Brennholzpreise seien nach dem Anstieg infolge des Kriegs in der Ukraine wieder auf einem Normalmaß angekommen, so Siller. Der Holzpreis gehe generell nicht so nach oben wie die Kosten auf der Ausgabenseite – die Schere öffne sich immer weiter.

    Insgesamt sind auf der Ertragsseite 1,33 Millionen Euro zu verzeichnen. Dennoch steht im Betriebsergebnis insgesamt ein Defizit in Höhe von 800.000 Euro. Große Kostenträger sind die Baumpflege (400.000 Euro) und der Lechpark (300.000 Euro).

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