Was das kommende Wochenende bringen wird, lässt sich leicht erahnen: Gleisblockaden, Demos, Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei – und am Ende einige Verletzte, viele Festgenommene und millionenteure Einsatzkosten. Was bei allen Castor-Transporten nach Gorleben so war, soll auch bei der letzten Anlieferung hochradioaktiven deutschen Atommülls aus der französischen Wiederaufarbeitung so sein. Jedenfalls nach dem Willen der Atomkraftgegner aus dem Wendland.
Eigentlich müsste es dieses Mal anders laufen. Immerhin ist der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen, was die Anti-AKW-Bewegung stets gefordert hat. Zudem wird die Endlagersuche neu aufgenommen, was die örtlichen Bürgerinitiativen immer verlangt haben. Deren Hauptargument gegen die Castoren lautete: Das Zwischenlager in Gorleben ist die Vorstufe für die Endlagerung am selben Ort. Aber das gilt nun zumindest nicht mehr zwangsläufig.
Wenn jetzt dennoch demonstriert wird, als habe sich nichts geändert, dann muss man schon fragen dürfen, welchen Sinn das haben soll. Nicht einmal im grünen Lager ist das jedem vermittelbar. „Protest macht jetzt eigentlich keinen Sinn mehr“, sagt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, ein Grüner.
Wird am Ende nur aus Freude am Protest weiter protestiert? Das wäre dann doch ein sehr exklusives Hobby – auf Kosten der Gesundheit von Polizisten und auf Kosten aller Steuerzahler.