Der Betrag, den der Volkswagen-Konzern seinem Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn im vergangenen Jahr überwiesen hat, sprengt alle Grenzen. 16,6 Millionen Euro strich der Spitzenverdiener unter den Dax-Managern ein. Da stellt sich nicht nur an den Stammtischen die Frage: Wenn jemand – rein rechnerisch – in jeder Stunde rund 2000 Euro verdient, ist das noch zu rechtfertigen?
Nein. Das zeigt schon die Tatsache, dass Kritik an den überzogenen Chefgehältern inzwischen sogar aus den eigenen Reihen kommt. Wie anders ist es zu verstehen, wenn selbst Manager fordern, die üppigen Bezüge ihrer Kollegen zu deckeln? Diese Forderung ist so alt wie richtig. Die Chefgehälter zu kürzen, kann allerdings nicht Sache der Politik sein. Vielmehr müssen die Aufsichtsräte ihre Funktion auch wahrnehmen – und darüber entscheiden, welchen Verdienst der Vorstand wirklich verdient.
Dass die Vorstandsgehälter in den Dax-Konzernen seit 2006 um ein Viertel gestiegen sind, zeugt von Kontrollversagen der Arbeitnehmervertreter. Und wenn IG-Metall-Chef Huber sich für eine Begrenzung der Bezüge ausspricht, zugleich aber Winterkorns Rekordverdienst abnickt, liegt der Verdacht von zu viel Nähe zwischen Gewerkschaften und Vorstand nahe.