Der Schock über die sinnlose Bluttat im Amtsgericht Dachau sitzt tief. Das Mitgefühl mit den Angehörigen des getöteten Staatsanwalts wird begleitet von einem Gefühl der Hilflosigkeit. Niemand kann dem jungen Mann sein Leben zurückgeben.
Gleichzeitig wird für seine Kollegen – Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Justizangestellte – die im Alltag meist verdrängte Gefahr wieder spürbar. Überall und jederzeit kann etwas passieren: Wutausbrüche, Amokläufe, hemmungslose Gewalt. Auch Mitarbeiter anderer Behörden, zum Beispiel bei Sozialämtern, kennen dieses Risiko.
Was kann getan werden? Fest steht: Sicherheit kostet Geld, viel Geld. Absolute Sicherheit aber gibt es auch für sehr viel Geld nicht. Und bei den Gerichten kommt eines hinzu: Die Verhandlungen müssen öffentlich bleiben. Das ist ein Prinzip des Rechtsstaats.
Es wird also sorgfältig geprüft werden müssen, was möglich ist. Sicherheitsschleusen wie an den Flughäfen sind eine Möglichkeit. Aber wollen wir das wirklich vor jedem Gericht und jedem Amt?