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Die Mullahs und die Bombe

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Die Mullahs und die Bombe

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    Winfried Züfle
    Winfried Züfle Foto: Wagner

    Ein Staat, der Atomwaffen besitzt, kann seine Nachbarn und sogar die ganze Welt bedrohen, gilt selbst aber als unangreifbar. Machtpolitisch ist das eine komfortable Situation. Aber die Welt wird mit jeder Regierung, die über Waffen von unvorstellbar großer Zerstörungskraft verfügt, unsicherer.

    Außer den fünf offiziellen Atommächten USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – die auch die Vetomächte im Weltsicherheitsrat sind – haben sich Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea in den Besitz von A-Waffen gebracht. Jetzt ist wohl der Iran dabei, es ihnen gleichzutun.

    Bewiesen ist bisher nichts, aber die Indizien verdichten sich. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat dargelegt, dass Teheran bis 2010 an einem militärischen Atomprogramm gearbeitet habe und diese Arbeiten möglicherweise fortsetze. Solche Aussagen erinnern einerseits an die 2003 von den USA erhobenen Vorwürfe gegen den Irak, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Die Beschuldigungen führten zum Einmarsch der alliierten Truppen – waren aber haltlos. Andererseits: Wenn die Vorwürfe gegen den Iran aber tatsächlich stimmen und die internationale Gemeinschaft nichts unternimmt – wie im Falle Nordkorea geschehen –, dann wird am Ende ein weiteres unberechenbares Regime Atommacht.

    Vernichtungswaffen gegen den jüdischen Staat

    Was könnten die Mullahs mit der Bombe vorhaben? In Israel geht die Angst um, die Vernichtungswaffen könnten gegen den jüdischen Staat gerichtet werden. Anlass zu dieser Befürchtung gibt die aggressive Rhetorik des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Wobei angefügt werden muss, dass Ahmadinedschad nicht die zentrale Machtfigur im Gefüge des Mullah-Regimes ist. Tatsache ist aber, dass Teheran, befände es sich im Besitz der verhängnisvollen Bombe, unbestritten die führende Regionalmacht am Persischen Golf wäre und Saudi-Arabien damit übertrumpft hätte.

    In Israel will man sich freilich nicht darauf verlassen, dass Teheran die Bombe nur als Drohkulisse einsetzt. Ein präventiver Militärschlag steht im Raum. 2007 hat Israels Luftwaffe in einem ähnlichen Fall den im Bau befindlichen syrischen Atomreaktor al-Kibar zerstört. Doch so einfach wird es im Iran nicht gehen. Die Atomanlagen sind teilweise tief in die Erde eingegraben und kaum aus der Luft zu zerstören. Zudem drohen massive Vergeltungsschläge. Am Ende könnte ein Krieg stehen, in dem es nur Verlierer gibt.

    Es muss daher alles getan werden, um Israel von einem (selbstmörderischen) Angriff auf den Iran abzuhalten. Noch ist Zeit für Verhandlungen – der Gesprächsfaden mit Teheran ist bisher nicht abgerissen. Ein hoffnungsvolles Zeichen ist, dass die USA und Russland jetzt gemeinsam Iran unter Druck setzen wollen, die geforderten Inspektionen durch die IAEA zuzulassen. Im Übrigen ist auch das Mittel der Sanktionen bisher nicht ausgereizt.

    Traum einer Welt ohne Atomwaffen

    Der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen muss generell oberste Priorität zukommen. US-Präsident Barack Obama hat in seiner berühmten Prager Rede im April 2009, in der er den Traum einer Welt ohne Atomwaffen beschwor, davor gewarnt, zu schnell zu kapitulieren: „Einige sagen, dass sich die Verbreitung dieser Waffen nicht stoppen lässt, sich nicht kontrollieren lässt (...). Ein solcher Fatalismus wäre ein tödlicher Gegner. Denn wenn wir glauben, dass die Verbreitung von Nuklearwaffen nicht vermeidbar ist, dann geben wir vor uns selber zu, dass der Einsatz von Nuklearwaffen unvermeidbar ist.“ Anders gesagt: Wer den Einsatz von Atomwaffen verhindern will, muss ihre Weiterverbreitung stoppen. Und das – yes, we can – ist möglich.

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