Sie hat mich von Anfang an verzaubert. Mit ihrem goldenen Glanz. Und die Vielzahl der Argumente, mit denen die Bankberaterin ihre Qualitäten beschrieb, klangen einfach bestechend. Qualitäten, die die Goldkarte eindeutig von einer „normalen“ Kreditkarte unterscheiden. Natürlich, sagt die Bankberaterin, sei die Nutzungsgebühr, die für das glänzende Kärtchen fällig wird, ein bisschen höher. Aber dafür vereine es auch Auslandsreise-Krankenversicherung, Verkehrsmittel-Unfallversicherung, Reise-Rücktrittskostenversicherung, Auslandsreise-Gepäckversicherung, Reise-Rechtsschutzversicherung und sogar eine Kfz-Reise-Haftpflichtversicherung für Mietwagen. Fühlt sich sicher gut an, so rundum versichert zu sein, denke ich. Und vor allem: Macht sich sicher gut, das goldene Kärtchen, wie es aus meinem Portemonnaie herausblitzt.
Nur wenn ich es mir so recht überlege, bekommt kaum jemand das glänzende Ding zu sehen. Die Frau an der Tankstelle sagt, sie akzeptiere keine Kreditkarten mehr. An der Supermarktkasse gilt das Gleiche. Gut, im Hotel zahle ich meist mit Kreditkarte. Vor allem aber, wenn ich Schuhe, Kleidung und Bücher im Internet bestelle, zücke ich das goldene Ding. Leider sehe dann nur ich allein, wie schön golden es glänzt. Aber immerhin.