Der Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen geht auf die Langstrecke. Seit auch die jüngsten Verhandlungen über die Frage, wie viel die 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld verdienen sollen, gescheitert sind, scheinen die Gräben zwischen den Tarifparteien unüberbrückbar. Bevor beide Seiten aber ihre Machtprobe auf dem Rücken der Passagiere austragen, muss gehandelt werden. Nötig ist ein zweiter Schlichterspruch.
Ole von Beust ist an der Aufgabe gescheitert, den Tariffrieden zwischen der Betreibergesellschaft Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung wiederherzustellen. Das zeigt schon die Tatsache, dass er für die Vorfeldkontrolleure noch mehr Geld vorschlägt, als es die Gewerkschaft selbst wollte. Andererseits will sich Fraport keinesfalls auf die Empfehlung des von ihr bestellten Schlichters einlassen, auch den Mitarbeitern der Vorfeldaufsicht deutlich mehr zu zahlen. Gibt sie der Forderung von zwei Prozent ihrer Belegschaft nach, wäre der innerbetriebliche Tariffrieden dahin, weil zwangläufig auch Verdi für die restlichen Beschäftigten die Hand aufhält.
Viel wird davon abhängen, was die Vorfeldmitarbeiter mit ihrem 80-stündigen Streik ausrichten können. Bislang hat es das Grüppchen lediglich geschafft, jeden fünften Flug ausfallen zu lassen. Das könnte sich schnell ändern, wenn die Gewerkschaft ihre Drohung wahr macht – und weitere Streiks nicht mehr 24 Stunden im Vorfeld ankündigt.