Wer jetzt einsteigt, muss mit vergrößerten Pfarreien, mit fast unerfüllbaren Anforderungen und spürbar sinkendem Prestige rechnen. Niemand kann davor die Augen verschließen. Kein Wunder, dass Bayerns Bischöfe in den Weihegottesdiensten mehr denn je die Kandidaten ermutigen und Zuversicht wecken.
Deutlich korrigieren sie die Erwartung, Priester müssten vor allem nützliche Sozialarbeiter sein. Angesichts der sich dramatisch ändernden Rahmenbedingungen würden sie sich in dieser Rolle nur aufreiben. Seelsorge wird sich stärker im geistlichen Bereich abspielen. Priester für morgen sollten in erster Linie Vermittler von Gottes Zuwendung zu den Menschen sein.
Ihr eigenes Leben muss dazu aus der Kraftquelle gespeist sein, die sie anderen erschließen wollen. Eine Stunde Stille und Gebet ist für sie oft wichtiger als noch mehr Termindruck und atemlose Hetze.