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Kommentar: Entsorgt wird, was billig ist

Kommentar

Entsorgt wird, was billig ist

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    Entsorgt wird, was billig ist
    Entsorgt wird, was billig ist

    Nimmt man die alljährlichen Lebensmittelskandale aus, leben deutsche Konsumenten im Ernährungsparadies. In den Bäckereien gibt es auch am Abend noch frisches Brot. Die Regale in den Supermärkten sind mit Lachs und Litschis gefüllt. Und hierzulande sind europaweit die sichersten und billigsten Nahrungsmittel zu finden. Dennoch landet jeder fünfte Einkauf auf dem Müll. Das ist ein Skandal. Die Ursache für diese Verschwendungssucht liegt, das glauben jedenfalls einzelne Politiker, im Datum, das auf den Verpackungen aufgedruckt ist. Sie glauben, wenn nur das Mindesthaltbarkeitsdatum abgeschafft wird, landen deutlich weniger einwandfreie Lebensmittel in der Tonne. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner lehnt das zu Recht ab. Eine bloße Begriffsänderung ändert wenig an der Wegwerfmentalität. Auch wenn landläufig vom „Verfallsdatum“ die Rede ist, wissen die meisten Konsumenten, dass Joghurt auch wenige Tage nach dem Termin noch schmeckt. Weil viele aber auf Nummer sicher gehen, landet der Becher im Müll.

    In unserer Überflussgesellschaft wird entsorgt, was billig ist und gering geschätzt wird. Kein Wunder, schließlich muss der Bürger für sein Essen deutlich weniger arbeiten als die Generationen davor.

    In einigen Ländern Afrikas dagegen geben die Menschen bis zu 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrung aus. 30 Euro für einen Laib Brot würde das hierzulande bedeuten. Vielleicht sollten wir uns das überlegen, wenn wir das nächste Mal Brot in die Biotonne werfen.

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