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Bela Anda spricht jetzt für Christina Block:

Porträt

Der Krisenmanager

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    In heikler Mission: Bela Anda
    In heikler Mission: Bela Anda Foto: Jochen Lübke, dpa

    Der Fall ist spektakulär - und ein großes Thema für Bela Andas früheren Arbeitgeber. Kein Tag vergeht in diesen Wochen, an dem die Bild-Zeitung nicht über den Prozess gegen die Unternehmerin Christina Block berichtet, die die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben haben soll und Anda als Krisenkommunikator engagiert hat. Der 62-Jährige, unter Gerhard Schröder einst auch Sprecher der Bundesregierung, hat sich in einer Branche mit dem sperrigen Titel Litigation-PR etabliert. Auf gut Deutsch: Öffentlichkeitsarbeit für eine Prozesspartei. Anda versucht, seine Klientin während des Verfahrens in ein besseres Licht zu rücken. Er selbst würde wohl sagen: in ein faireres Licht.

    Im Fall von Christina Block sei in den Medien schon im Vorfeld des Prozesses ein Bild entstanden, das einer Vorverurteilung gleichkomme., kritisiert Anda. Und als langjähriger Bild-Mann versteht er es auch, die Dinge plakativ auf den Punkt zu bringen: „Eine Mutter hat das Recht, ihre Kinder zu sehen.“ Erfahrung mit Kunden, die in der Öffentlichkeit einen schweren Stand haben, hat er auch: Der tief gefallene Radsportler Jan Ullrich zählte ebenso schon zu Andas Mandanten wie Tennisprofi Alexander Zverev und der skandalgeplagte Fleischkonzern Tönnies.

    Mit 22 Jahren schon Politikchef

    Die Karriere des gebürtigen Bonners beginnt nach dem Abitur und der Bundeswehr eher zufällig - ein Freund verschafft ihm 1984 einen Termin beim damaligen Chefredakteur der Welt am Sonntag, Claus Jacobi, der Andas Talent früh erkennt und ihn mit nur 22 Jahren zum jüngsten Politikchef einer Zeitung in Deutschland macht. Später studiert Anda noch Politikwissenschaften, arbeitet nebenher aber weiter für verschiedene Medien. Er geht zum Berliner Boulevardblatt B.Z., zieht weiter zur Bild und wird dort der Schröder-Reporter, bis der Mann, über den er berichtet, ihn fragt, ob er nach der gewonnenen Bundestagswahl 1998 nicht zu ihm wechseln wolle. Und Anda will.

    Als die rot-grüne Regierung 2005 auseinanderbricht, wechselt er als Staatssekretär a.D. in die Wirtschaft - zum Finanzmogul Carsten Maschmeyer nach Hannover, auch er ein Mann, der draußen im Land nicht gerade zu den beliebtesten gehört. Nach einer Auszeit auf Sylt heuert der Vater von vier Söhnen 2012 schließlich noch einmal bei Bild an, diesmal als stellvertretender Chefredakteur. Dabei passt Bela Anda in seiner ruhigen, kultivierten Art eigentlich so ganz und gar nicht zum eher rauen Umgangston auf dem Boulevard. Trotzdem wäre er, wie es heißt, nach dem Abgang von Kai Diekmann gerne Chefredakteur geworden - das aber wird damals Tanit Koch, und Anda verlässt das Blatt ein zweites Mal. Seit 2016 führt er jetzt seine eigene Firma, deren Internet-Auftritt Superlative mindestens so liebt wie der Boulevard: „Mit seiner Erfahrung in Wirtschaft, Politik und Medien“ heißt es dort, „zählt Béla Anda zu den erfolgreichsten Krisenmanagern weltweit“.

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