Ein Handyverbot an Schulen ist in Deutschland seit Monaten ein viel diskutiertes Thema – in der Politik ebenso wie in den Klassenzimmern. Mehrere Bundesländer haben zu Beginn des neuen Schuljahrs strikte Regeln eingeführt: und Bremen ist die private Nutzung inzwischen untersagt, Schleswig-Holstein hat ein Verbot bis zur neunten Klasse erlassen. In Brandenburg und Thüringen gelten Einschränkungen an Grund- oder Gemeinschaftsschulen, in Bayern betrifft das Verbot vor allem Grund- und Förderschulen. Andere Bundesländer überlassen die Entscheidung den Schulen selbst. Die Debatte ist emotional – zeigt, dass rund 80 Prozent der Erziehungsberechtigten ein Handy-Verbot an Schulen begrüßen würden, zugleich aber Sorgen wegen strikter Verbote beispielsweise für Notfälle bestehen.
Studie aus den USA zeigt: Belohnung für Handypausen sind effektiver als strikte Verbote
Eine neue Studie aus den USA weist nun auf einen alternativen, konstruktiven Weg hin. Forschende am Rensselaer Polytechnic Institute (RPI) in Troy, New York, haben untersucht, was passiert, wenn Studierende nicht durch Verbote, sondern durch Belohnungen motiviert werden, das Smartphone während des Unterrichts beiseitezulegen. Grundlage war die App „Pocket Points“. Sie vergibt Punkte, wenn das Handy während der Vorlesung ausgeschaltet bleibt – die Punkte lassen sich etwa in Essensrabatte oder kleine Gutscheine eintauschen.
Das Ergebnis der Forscher zeigt: Studierende, die die App nutzten, waren im Schnitt weniger abgelenkt, zufriedener mit ihrem Studium, besuchten häufiger die Vorlesungen – und schnitten laut ersten Analysen sogar leicht besser in Prüfungen ab. Zudem berichten viele, dass sie nach den Vorlesungen weniger Zeit zum Nacharbeiten brauchten, weil sie den Stoff konzentrierter im Unterricht aufgenommen hatten.
Warum Anreize wirksamer als ein Handyverbot an Schulen sein können
„Smartphones sind so tief in unserem Alltag verankert, dass ein einfaches Verbot nicht realistisch ist“, erklärt die Ökonomin Billur Aksoy, die die Untersuchung leitete. „Anreize für erwünschtes Verhalten sind wirksamer als Verbote.“ Damit behalten junge Menschen die Kontrolle selbst in der Hand, Motivation ersetzt Zwang – und die Wirkung hält nachhaltiger an.
Für die Debatte in Deutschland könnten die Erkenntnisse aus der Studie eine neue Perspektive eröffnen. Während Handyverbote für klare Schranken setzen, zeigt die US-Studie: Positive Anreize schaffen mehr Akzeptanz und fördern den Lernerfolg. Ein Ansatz, der Mut macht.
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