Die gemeinnützige Walter Schulz Stiftung aus Bad Wörishofen hat ihren renommierten Forschungspreis an den Assistenzarzt und Wissenschaftler Dr. Till Braun von der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik Köln verliehen. Die Laudatio auf den Preisträger hielt die Schauspielerin und Botschafterin der Stiftung Ulrike Kriener. Braun wurde für einen bedeutenden Beitrag zur Krebsbehandlung geehrt, die internationale Beachtung findet.
Brauns Forschungsarbeit gilt als richtungsweisend. Ihr Titel ist ein wenig sperrig: „T-Zell Lymphome nach CAR-T Immuntherapie: molekulare Untersuchung einer neuen Krankheit“. Das Ergebnis soll geeignet sein, personalisierte Krebstherapien weiterzuentwickeln.
„CAR-T-Zelltherapien zählen zu den innovativsten Ansätzen in der modernen Krebsmedizin“, teilt die Stiftung mit. Dabei werden körpereigene Abwehrzellen gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und vernichten können. Unter anderem beim Multiplen Myelom, einem bösartigen Knochenmarkkrebs, haben diese Verfahren in den letzten Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielt – auch bei Patientinnen und Patienten, bei denen vorherige Therapien nicht erfolgreich waren.
Der herausragende Krebsforscher ist erst 29 Jahre alt
In seiner ausgezeichneten Arbeit berichtet der erst 29-jährige Dr. Braun über einen Patienten, bei dem sich nach einer CAR-T-Zelltherapie eine neue, bislang kaum beschriebene Komplikation entwickelte: Eine unkontrollierte Vermehrung entarteter T-Zellen, die selbst das ursprünglich künstlich eingebrachte Erkennungsmerkmal – den sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) – trugen.
Besonders bedeutsam: Bereits vor Beginn der Therapie ließ sich im Erbgut des Patienten eine genetische Vorbelastung nachweisen, die mit einem erhöhten Risiko für Blutkrebserkrankungen verbunden ist. In Kombination mit weiteren genetischen Veränderungen nach der CAR-T-Zelltherapie kam es schließlich zur Entstehung der bösartigen Zellen.
„Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen innovativer Krebstherapien wie der CAR-T-Zell-Therapie frühzeitig zu erkennen, ist entscheidend für deren sichere und wirksame Anwendung. Unsere Arbeit unterstreicht die Bedeutung einer engen wissenschaftlichen Begleitung dieser dynamisch wachsenden Behandlungsmethode“, betont Dr. Braun.
So wurde Brauns Arbeit international aufgenommen
Seine Arbeit wurde im April 2025 in der internationalen Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht und gilt als bedeutender Beitrag für die Weiterentwicklung personalisierter Krebstherapien und das Management potenzieller Nebenwirkungen moderner Immuntherapien.
Prof. Dr. Clemens Wendtner, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung, wählte den Preisträger unter 39 Bewerbungen aus. „Uns erreichten viele sehr beeindruckende Arbeiten. Doch Dr. Braun hob sich mit seiner Forschung noch einmal ab“, so Wendtner.
Die Walter Schulz Stiftung würdigt mit dem Forschungspreis jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie, die einen konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten versprechen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1980 konnten zudem Forschungsprojekte und medizinisches Gerät im zweistelligen Millionenbereich gefördert werden. (mz)
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