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„Wollte, dass es Kindern besser geht“: Trauer um Bad Wörishofens großen Wohltäter Hans Kania

Bad Wörishofen

Abschied von einem Wohltäter: Hans Kania hinterlässt Bad Wörishofen ein bleibendes Vermächtnis

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    Hans Kania und Marieluise Vorwerk haben gemeinsam viele Projekte für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen.
    Hans Kania und Marieluise Vorwerk haben gemeinsam viele Projekte für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. Foto: Kathrin Elsner (Archivbild)

    Bad Wörishofen trauert um einen der größten Förderer von Kindern, Jugendlichen, der heimischen Musikkapellen und vieler Vereine der vergangenen Jahrzehnte. Hans Joachim Kania hat große Spuren in der Kneippstadt hinterlassen. Sein Tod im Alter von 87 Jahren hinterlässt eine große Lücke.

    In Bad Wörishofen muss man nicht lange suchen, um zu sehen, was Hans Kania für die Stadt geleistet hat. Der Verkehrsübungsplatz im Park an der Kaufbeurer Straße trägt seinen Namen. Das Großprojekt wäre ohne Kanias Hilfe nicht machbar gewesen, nachdem der alte Übungsplatz weichen musste.. Im Freibad toben Kinder über ein großes Piratenschiff, das Kania gestiftet hat. Weil es so gut ankam, hat er gleich noch ein Schwesterschiff für den Pausenhof der Grund- und Mittelschule spendiert. Den Brunnen vor dem Guggerhaus gibt es ebenfalls wegen Kanias Spendenbereitschaft. Der Mäzen war derart umtriebig, dass es schwer ist, alle Projekte aufzuzählen, ohne eines zu vergessen. Was Kania geleistet habe, sei einzigartig, sagt Bad Wörishofens Bürgermeister Daniel Pflügl.

    Dazu kommt, dass Kania auch hinter den Kulissen immer wieder unkompliziert geholfen und Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützt hat, ohne dass dies groß bekannt geworden wäre. „Er wollte, dass es den Kindern besser geht“, sagt Marieluise Vorwerk. Vieles von dem, was Kania ins Leben gerufen hat, wird auch über seinen Tod hinaus wirken. Der große Förderer starb am 13. Mai. „Wir sind in tiefer Trauer“, sagt Bürgermeister Pflügl. Dank Kanias Großzügigkeit habe man viele junge Talente und die Vereinsarbeit fördern können. „Wir werden Herrn Kania nie vergessen.“

    Hans Kania war ein weltläufiger Mensch mit feinem Humor

    Wer ihn kannte, wird auch den feinen Humor vermissen, mit dem Hans Kania gerne auf sich abzeichnende Hürden reagierte. Vermutlich wusste er da schon immer, dass er auch diese Hürde nehmen wird.

    Hans Kania war ein inspirierender und weltläufiger Mensch und einer, der gerne über den Tellerrand hinausblickte. Die Musik war seine große Leidenschaft, er mochte Blasmusik ebenso gerne wie die Konzerte der heimischen Chöre oder die Werke der Klassik beim Festival der Nationen. Vor Menschen, die sich für andere einsetzen, hatte er immer großen Respekt. Kein Wunder also, dass er die heimischen Musikkapellen unterstützte, den übergeordneten Verband des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes obendrein, daneben die Vereine und Ehrenamtlichen in Bad Wörishofen. Der Kultur- und Sportaward, der Melolino-Award als Teil der kind- und jugendgerechten Musikerziehung, der Kinder-Geigen-Fonds, Jazz for Kids, der Babygruß, der Ehrenamtspreis, ein landkreisweiter Malwettbewerb, der Vergelt‘s-Gott-Award und, und, und: Die Ideen gingen ihm nicht aus.

    Kania war Träger der Verdienstmedaille der Stadt Bad Wörishofen, wie auch seine zwischenzeitlich verstorbene Frau Maria Paijmans-Kania. Hans Kania wurde zudem die Bürgermedaille verliehen.

    „Sein größter Dank waren die strahlenden Kinderaugen“, sagt Marieluise Vorwerk. Kania wusste, wie es auch anders sein kann. Am 17. September 1938 in Breslau geboren, musste die Familie zum Ende des Zweiten Weltkriegs fliehen. „So etwas prägt für das ganze Leben“, sagte Kania einmal.

    Spitzenjob gekündigt, um in Südafrika Straßenkindern zu helfen

    In Niederbayern fanden die Kanias eine neue Heimat, Hans Kania machte später schnell Karriere. Als Versicherungskaufmann war er Staatspreisträger, stieg 1958 bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft ein, am Ende leitete er einen Geschäftsbereich. Kania war außerdem Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsrat. Damals schon trieb ihn das Schicksal von Kindern um. Er verließ das Unternehmen 1994, um sich zusammen mit Paijmans-Kania um Straßenkinder in Südafrika zu kümmern. Maria Paijmans-Kania, Mutter dreier Kinder, ist 2017 im Alter von 89 Jahren gestorben.

    Die Trauerfeier für Hans Kania findet am Freitag, 19. Juni, um 11 Uhr in der Aussegnungshalle des Friedhofs von Bad Wörishofen statt, anschließend die Urnenbeisetzung.

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