Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Eppishausen
Icon Pfeil nach unten

Kirchheimer Sitzung zu Bebauungsplan: Kommt die neue PV-Anlage?

Eppishausen/Kirchheim

Streit um PV-Anlage: Kirchheimer Marktrat schickt das Verfahren in die nächste Runde

  • |
  • |
  • |
  • |
    Eine zwischen Kirchheim und Haselbach geplante PV-Freiflächenanlage sorgt für Streit zwischen den beiden Gemeinden.
    Eine zwischen Kirchheim und Haselbach geplante PV-Freiflächenanlage sorgt für Streit zwischen den beiden Gemeinden. Foto: Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

    Um eine von einem Investor geplante Photovoltaik-Anlage zwischen Haselbach und Tiefenried ist ein Nachbarschaftsstreit entbrannt. Auf der einen Seite steht der Markt Kirchheim um Bürgermeisterin Susanne Fischer, die über das Projekt im eigenen Rat entscheiden will, da es auf Kirchheimer Flur liegt. Auf der anderen Seite steht die Gemeinde Eppishausen, deren Bürgermeisterin Susanne Nieberle Bedenken wegen möglicher Auswirkungen auf ihre Gemeinde anmeldet. Nun hat der Kirchheimer Marktrat über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die PV-Anlage abgestimmt.

    Der aktuelle Planungsstand der PV-Anlage

    Stephan Richter vom zuständigen Planungsbüro betonte eingangs, dass es sich bei der vorgesehenen Fläche um eine Photovoltaik-Förderkulisse handelt, also um ein Gebiet, das von der öffentlichen Hand als besonders geeignet und förderfähig für den Bau von Solaranlagen ausgewiesen ist. Ein bestehendes Biotop, das an das Plangebiet angrenzt, soll dabei erhalten bleiben. Der Entwurf sieht vor, dass die Module eine maximale Höhe von drei Metern aufweisen, der geplante Batteriespeicher mit einer Grundfläche von rund 1200 Quadratmetern bis zu vier Meter hoch werden darf. Da ein Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP) erforderlich ist, handelt es sich nach Richters Darstellung um eine verbindliche, konkret projektbezogene Planung, also ein rechtlich abgesichertes Vorhaben, an dessen Vorgaben sich Investoren und Gemeinde halten müssen.

    Die vorgesehene Fläche weist laut Richter einen Biotopwert von zwei auf und zähle nach Bundeskompensationsverordnung zu den Bereichen mit sehr geringer Wertigkeit: Biotopwerte von 0 bis 4 werden in diese Kategorie eingeordnet. Dies bedeutet, dass die geplante PV-Anlage auf keiner ökologisch hochwertigen Fläche entstünde, sondern auf einem Gebiet, das nach den gesetzlichen Kriterien als weniger wertvoll eingestuft sei. Der Eingriff in Natur und Landschaft fiele damit im Vergleich zu anderen Standorten eher gering aus. Bei der artenschutzrechtlichen Prüfung wurden zudem die Vogelarten Feldlerche und Goldammer nachgewiesen. Für sie sind besondere Schutzmaßnahmen vorgesehen.

    Nach Angaben von Richter wurden mögliche Lichtreflexionen der Photovoltaikmodule auf die Umgebung gutachterlich untersucht. Für den Bereich Haselbach lasse sich zwar nicht vollständig ausschließen, dass die Photovoltaikanlage Sonnenlicht reflektiert und dadurch Anwohner blenden kann. Allerdings läge die Zeitspanne nach den vorgestellten Berechnungen jedoch bei maximal 30 Minuten pro Tag und 30 Stunden im Jahr.

    Diskussion um Kirchheimer PV-Anlage

    Marktrat Helmut Rampp betonte zudem, dass die Gemeinde vom geplanten Batteriespeicher im Hinblick auf Energie profitieren könne, wenn sich Erzeugungsspitzen im Frühling und im Herbst zwischenspeichern und für kühle Nächte nutzen ließen. „So stabilisiert sich das Netz“, sagte er mit Blick auf den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien im Energiesystem.

    Zudem machte die Kirchheimer Bürgermeisterin Susanne Fischer deutlich, dass mit dem jetzigen Beschluss noch keine endgültige Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung des Projekts beschlossen wird. In den folgenden Beteiligungsschritten können Anwohner Einwände und Anregungen einbringen, die in die weitere Abwägung einfließen. Stephan Richter sprach indes von einem „ersten Wurf“.

    Bebauungsplanverfahren von PV-Anlage: Ergebnis und nächster Schritt

    Am Ende der Sitzung stimmte der Marktrat über den Vorentwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ab. Mit sieben zu drei Stimmen und einer Enthaltung sprach sich die Mehrheit im Rat für die Fortführung der Planung aus. Damit kann das Verfahren in die nächste Phase gehen. Nachdem der Marktrat nun den Vorentwurfsbeschluss gefasst hat, stellt das Planungsbüro als nächsten Schritt die Unterlagen für die Öffentlichkeit bereit.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren