Mindelheim : Bei der Stadtkapelle Mindelheim endet eine Ära
Mindelheim
Bei der Stadtkapelle Mindelheim endet eine Ära
Vorsitzender Peter Müllner übergibt sein Amt an Georg Schenk und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt und bleibt der Kapelle auch als „Facility Manager“ erhalten.
Der Ehrenvorsitzende Peter Müllner hat viel Zeit in das neue Probelokal der Stadtkapelle Mindelheim investiertFoto: Jana Krumm
Dass ein Ehrenamt durchaus ein zeitintensives Hobby sein kann, das wissen alle, die sich selber in einem Verein engagieren. Übernimmt man dabei auch noch Verantwortung, wird die investierte Zeit nochmal etwas länger. Und wenn man dann auch noch ein Mammutprojekt, wie den Bau des neuen Probelokals der Stadtkapelle Mindelheim, stemmt, weiß man spätestens dann, was man in seiner Freizeit über Jahre hinweg getan hat. So geht es sicherlich auch Peter Müllner. Der bisherige Vorsitzende der Stadtkapelle übergab bei der Generalversammlung seinen Posten und die damit verbundenen Aufgaben an seinen Nachfolger Georg Schenk und das neu gewählte Vorstandsteam und wurde anschließend zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Doch was macht er nun mit seiner neu gewonnenen Freizeit? Wird er seine Tätigkeiten vermissen oder weiß er vielleicht schon ganz genau, was er nun in Angriff nehmen möchte?
Hubert Fröhlich und Franz Josef Pschierer vom Allgäu-Schwäbischen-Musikbund dankten und gratulierten Peter Müllner, der vom neuen Vorstand Georg Schenk zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Von links: Hubert Fröhlich (Vorsitzender Bezirk 10 ASM), Peter Müllner, Vorsitzender Georg Schenk, Franz Josef Pschierer (Präsident ASM)Foto: Kathrin Lutzenberger
16 Jahre lang war Peter Müllner der Kopf der Stadtkapelle in Mindelheim. Die Musikerinnen und Musiker haben über die Jahre hinweg viele kleinere und größere Vorhaben in die Tat umgesetzt: Wertungsspiele, Konzerte und Auftritte, Ausflüge, aber auch besondere Einsätze, wie die Beteiligung beim Frundsbergfest mit einem eigenen Lager. Das sicherlich größte Projekt war aber der Neubau ihres Probelokals, das im Oktober mit einem Fest eröffnet wurde. „Im Februar 2016 war die Initialsitzung und dann ging es vor acht Jahren auch schon los“, so Müllner mit einem stolzen Blick auf den gelungenen Proberaum.
In all den Jahren ist für Peter Müller fast alles glatt gelaufen
Als Vorsitzender war er viele Jahre lang hauptverantwortlich für alles, was sich hier abgespielt hat. Und an diese Zeit erinnert er sich gerne, denn „es ist Gott sei Dank nie etwas passiert und es hat nicht einmal einen großen Streit gegeben“. Das Ergebnis der Arbeit des ganzen Teams aus Machern, Denkern und Entscheidungsträgern kann sich heute wirklich sehen lassen.
Musikstadt Mindelheim: Stadtkapelle feiert ihr neues Musikerheim und der ASM-Bezirk seinen 75. Geburtstag
Die Mindelheimer Stadtkapelle feiert nicht nur ihr 190-jähriges Bestehen, sondern auch ihr neues Musikerheim. Außerdem kommen zum 75. Geburtstag des ASM-Bezirks rund 1200 Musiker in die Stadt.
Nun ist es also an der Zeit, dieses schöne, neue „Zuhause“ für den Verein auch mit Leben zu füllen und zu pflegen. Und diese Aufgabe übergibt Müllner an seinen Nachfolger Georg Schenk und ein verjüngtes Vorstandsteam, um, wie er sagt, „wieder neue und junge Gedanken hineinzubekommen. Wer etwas bewegen und erreichen möchte, solle auch die Chance dazu bekommen.“
Wobei Peter Müllner weiterhin ein Teil des Ganzen sein wird. Er wurde nicht nur zum Ehrenvorsitzenden ernannt, als aktiver Musikant wird er auch weiterhin regelmäßig im „ProLo“ sein, wie die Musikanten ihr Probelokal nennen. Am Flügelhorn hat er hier seinen festen Platz – zwischen zwei weiteren ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Der Zusammenhalt wird hier großgeschrieben – es werden Aufgaben verteilt und abgegeben, aber die Zugehörigkeit und das Engagement bleiben.
Verdiente Musikerinnen und Musiker wurden für ihr Engagement für die Blasmusik und die Stadtkapelle Mindelheim ausgezeichnet. Von links: Robert Hartmann (10 Jahre Dirigent), Claudia Müllner (40 Jahre) und Johannes Steber (20 Jahre)Foto: Kathrin Lutzenberger
Und dass der Neubau auch gepflegt werden muss, nimmt Müllner wörtlich. Als neu eingesetzter „Facility Manager“ wird er sich in Zukunft darum kümmern, dass vor Ort tatsächlich alles picobello ist, denn „da hängt doch viel Herzblut dran“. Aber mit dieser Aufgabe bleibt sicherlich mehr Zeit für Freunde und Familie und gerade die Enkel werden sich über gemeinsame Zeit mit ihrem Opa freuen. Und gebaut wird auch bei Müllners zu Hause – beim Nestbau in der Familie kann der Ehrenvorsistzende seine doch umfangreichen Erfahrungen gut einbringen. Auch, wenn es doch eine ganz andere Liga ist, so etwas als Verein zu stemmen.
Die Freundschaft mit den Musikanten aus Tramin wird seit vielen Jahren gepflegt
Auf die weitere musikalische Reise der Stadtkapelle mit Dirigent Robert Hartmann freut sich Peter Müllner sehr. Denn während seiner Amtszeit ist es gelungen, den Musikpädagogen für die Kapelle zu gewinnen. Aber gerade dessen Arbeit musste unter dem Bauvorhaben in den letzten Jahren etwas leiden, wenn die Energien schon anderweitig verbraucht waren. Nun ist es wieder an der Zeit, sich auf die Kernkompetenz des Vereins – das gemeinsame Musizieren – zu konzentrieren. Und auch die Freundschaft mit den Musikanten in Tramin empfindet Müllner als Highlight der letzten Jahre und Jahrzehnte. Es ist nicht nur gelungen diese aufrecht zu erhalten, sondern auch die jungen Musikanten so zu vernetzen, dass die Verbindung dauerhaft besteht und die Kapellen sich regelmäßig gegenseitig für gesellige Stunden und schöne Feste besuchen. Es wird also auch ohne aktive Tätigkeit im Vorstand nicht langweilig werden, wenn weiterhin alle zusammenarbeiten und -helfen und die nächste Generation noch vom Wissen und der Mithilfe der Vorgänger profitieren kann. Und wir können uns sicher auf neue, musikalische Highlights und Projekte der Stadtkapelle Mindelheim unter der neuen Führung von Georg Schenk und seinem neuen Vorstandsteam freuen.
Der neu gewählte Vorstand der Stadtkapelle Mindelheim (vorn, von links): Barbara Ritter (stellv. Vorsitzende), Georg Schenk (Vorsitzender) und Helmut Lutzenberger (stellv. Vorsitzender) sowie (hinten, von links): Christian Hartmann (Kassier), Andreas Seibold (Beisitzer), Lukas Meixner (Beisitzer), Johannes Steber (Beisitzer), Viktoria Lampert (Jugendleiterin), Miriam Kunz (Schriftführerin), Christoph Gassner (Beisitzer), Robert Hartmann (Dirigent). Es fehlt Beisitzerin Sarah Kunze.Foto: Kathrin Lutzenberger
Diskutieren Sie mit
XXX 0 Kommentare
hier kommen komentare rein
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren