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Gespaltene Meinungen zu „Waldmensch“ Heinrich Maucher und seinem Mariental

Mariental

Einzigartig schön oder einfach nur gruselig? Die Meinungen zum Mariental des „Waldmenschen“ sind gespalten

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    Heinrich Maucher hat im Wald bei Maria Baumgärtle zahlreiche Schutzhütten gebaut, die nun immer mehr verfallen.
    Heinrich Maucher hat im Wald bei Maria Baumgärtle zahlreiche Schutzhütten gebaut, die nun immer mehr verfallen. Foto: Ulla Gutmann

    Die Zukunft des Marientals bei Maria Baumgärtle ist weiter ungewiss. Jahrzehntelang hat Heinrich Maucher, der dort als „Waldmensch“ ohne Strom und fließend Wasser lebte, Schutzhütten für andere Menschen aufgebaut – doch diese verfallen immer mehr. Das Landratsamt fordert langfristig ein Konzept oder den Rückbau der Schwarzbauten und wird dabei von Anliegern unterstützt; die Stiftung, die das Gelände geerbt hat, will es am liebsten loswerden; unterdessen setzt sich eine Petition für den Erhalt des Marientals ein. Im Internet gibt es viel Unterstützung für diese Idee, aber auch kritische Stimmen.

    „So etwas findet man kein zweites Mal auf der Welt. Es ist einzigartig“, schreibt eine Nutzerin auf einen Facebook-Aufruf unserer Redaktion. „Ein Traum! Man spürt, dass es was Höheres geben muss“, so die Antwort einer anderen. Ein Leser schreibt: „Er lebte seinen Glauben. Viele sagten, ein Verrückter wohnt da, aber wenn du da warst, so etwas haste in deinem Leben nie gesehen. Herrlich, und Ruhe, das geht dir durch den ganzen Körper.“

    Nutzerin zum Mariental: „Schade um diesen einzigartigen Fleck“

    Eine Nutzerin war schon öfter vor Ort und findet den jetzigen Zustand bedenklich. Sie finde es furchtbar, schreibt sie, dass schon einiges von den Altären weggeräumt ist, dass die Bäume aus ihren Töpfen genommen wurden und Knäckebrot in den Wald geworfen wurde. „Unzählige Kreuze wurden dort zum Gedenken an die Toten aufgestellt und es ist ein Ort der Ruhe. Ein Pilgerort für viele Menschen aus Nah und Fern. Wir sind schon öfter dort gewesen und waren beim letzten Besuch erschrocken, wie dieser Ort bis dato schon zugerichtet war. Schade um diesen schönen, besonderen und einzigartigen Fleck.“

    Ein Ort wie aus einer anderen Welt: Doch das Mariental verfällt immer mehr

    Ein Ort, wie aus einer anderen Welt: Die Einsiedelei Mariental aus Hütten, Türmen und Grotten erbaut von Heinrich Maucher.
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    Das Lebenswerk von Heinrich Maucher, eine selbst gebaute Ansiedelung aus Hütten, Türmen und Grotten im Wald bei Maria Baumgärtle soll abgerissen werden, weil es seit seinem Tod verfällt.

    Sie ist mit ihrer Meinung nicht allein. Eine weitere Frau war zu Lebzeiten Mauchers öfter im Mariental und schaute vor einiger Zeit dort wieder vorbei: „Wir waren erstaunt, andererseits entsetzt, was daraus geworden ist. Der Grund ist aber nicht nur, dass es verfällt, sondern dass der Ort mittlerweile eine ganz andere Ausstrahlung und Wirkung hat. Es ist nicht mehr das Mariental des Herrn Maucher. Es war sein Zufluchtsort, es war sein Werk und ich glaube nicht, dass es jemand in seinem Sinne weiterführen kann. Es war sein Zuhause und mit ihm ist auch die Aura, die Magie des Ortes, gegangen!“

    Als Kinder hofften sie, dass der „Waldmensch“ rauskommt

    Eine andere Leserin kannte Heinrich Maucher ebenfalls länger: „Ich fand ihn schon als Kind sehr faszinierend, wenn er mit seinem Bulldog kam und im Mindelmarkt einkaufen ging, meist ohne Schuhe und immer dieselben Klamotten an. In der Grundschule haben wir dann sogar mal einen Ausflug ins Mariental gemacht. Wir mussten dort sehr leise sein und hofften, dass er rauskommt, aber er kam nicht raus. Mit meinen eigenen Kindern war ich nach seinem Tod auch schon dort und sie fanden es sehr ,magisch‘ dort. Ich hoffe, das Tal bleibt weiter erhalten, weil er hat etwas Tolles erschaffen und es ist sehr bewundernswert, dass er dort einfach sein Ding gemacht hat und dieses ganze Außen für ihn nicht so die große Rolle gespielt hat.“

    Ein Mann hat sich für Maucher um Holztransporte gekümmert. „Er war immer ein Spezialkunde von mir. Hab nie etwas verlangt dafür, wenn's zum Katastrophenfall käme, hätte er Platz in seiner Arche gehabt.“ Eine Leserin kannte ihn ebenfalls persönlich:„Heinrich hatte wirklich übermenschliche Kräfte … wenn er seine Altäre und Kirchen baute.“

    Immer wieder schreiben Nutzerinnen und Nutzer auch, dass sie hier Kreuze ihrer Angehörigen aufgestellt haben. Ein Leser hat beispielsweise eine ganz besondere Beziehung zum Mariental: „Die Kreuze unserer Eltern stehen da und wir haben oft persönlich mit Herrn Maucher geredet. Sein ganzer Glaube und sein Herzblut steckt im Mariental. Es muss doch nicht immer alles zerstört werden.“

    Manche Leute gruseln sich vor der Einsiedelei im Wald

    Manche Leserinnen und Leser hingegen finden das Mariental gruselig oder „ein bisschen spooky“. Auch ein Mann hat sich dort „nicht heimisch“ gefühlt. Eine Leserin erinnert sich: „War auch manchmal gruselig, wenn da so Nebelschwaden durchgezogen sind und auf einmal kam der Heini (so war er hier bekannt) aus dem Wald mit seiner Kutte und seinem langen Bart. Aber wäre ultra schade, wenn der Ort weiter verfällt, ist schon ein besonderer Vibe dort!“

    Eine Leserin kann dort Kraft tanken, sie empfindet das Mariental als Rückzugsort. Eine weitere Frau wünscht sich, dass dieser „magische Ort mit einer besonderen Atmosphäre“ erhalten bleibt, und schlägt vor, daraus eine Gedenkstätte zu machen. „Das Ganze zu erhalten, ist vielleicht schwierig.“ Ein anderer Nutzer meint hingegen: „Alles Hokuspokus! Abreißen, aufräumen“. Ein weiterer denkt: „Von den 1600 Unterzeichnern würden keine zehn Leute sich um das Anwesen kümmern. Alles auch nur Dampfplauderer. Alles auflösen und ich hab‘ wieder meine Sonntagsruhe. Keine Fragen mehr nach dem Einsiedler.“

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