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Mindelheim: Mindelheim macht sich auf den Weg zum Umwelt-Champion

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Mindelheim macht sich auf den Weg zum Umwelt-Champion

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    Bei der Sanierung des Freibads Mindelheim ist auf  erneuerbare Energien besonderer Wert gelegt worden.
    Bei der Sanierung des Freibads Mindelheim ist auf erneuerbare Energien besonderer Wert gelegt worden. Foto: Tobias Hartmann

    Seit 2016 beteiligt sich die Kreisstadt am Programm zur Einführung des europäischen Zertifizierungs- und Qualitätsmanagementsystems European Energy Award eea. Ziel ist es, Energie effizient einzusetzen und verstärkt erneuerbare Energien zu nutzen. 

    Mindelheim ist auf dem Weg zum Gold-Standard

    Bei einem internen Audit hat die Stadt Ende Juli 71,3 Prozent der Ziele erreicht. Die nächste Auszeichnungsstufe liegt bei 75 Prozent. Wer das erreicht, kann sich mit dem „Gold-Audit“ schmücken. Diese letzte Hürde will die Stadt zusammen mit dem Energiezentrum Allgäu (eza) und dem Energieteam der Stadt nehmen.

    Dr. Kerstin Koenig-Hoffmann von eza berät die Stadt in diesen Umwelt- und Klimafragen. Sie findet, dass Mindelheim im Vergleich zu vielen anderen Kommunen auf einem sehr guten Weg sei. Dafür ist die Kreisstadt schon mit verschiedenen Auszeichnungen bedacht worden. Vor knapp einem Jahr war das der Berliner Umweltpreis.

    Vor dem Stadtrat sprach Koenig-Hoffmann von einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Ins Gewicht fallen Raumordnungs- und Entwicklungsplanungen, Verkehrskonzepte und vieles mehr. Konkret nannte die Expertin den Verbrauch von Wasser und Strom in den kommunalen Liegenschaften, die gewertet werden. Positiv gewichtet wird, wenn mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Gut in diesem Prozess, dass demnächst ein Teil der Georgenstraße zur Fahrradstraße umgewidmet wird.

    Das Freibad gilt als Vorzeigeprojekt Mindelheims beim Umweltschutz

    Auch Photovoltaik-Anlagen wie im Freibad oder auf dem Klärwerk sind Erfolgsgeschichten für die Umwelt. Der Einsatz von Ökostrom, die Planung von Windkraftanlagen oder der Förderkatalog der Stadt für umweltfreundliche Sanierungen bringen Mindelheim Ökopunkte ein. Das Freibad gilt ohnehin als Vorzeigeobjekt, weil es nahezu energieautark betrieben werden kann. 

    Photovoltaik ist ein Hebel, um die Erderwärmung abzubremsen. Mindelheim setzt auf diese erneuerbare Energie.
    Photovoltaik ist ein Hebel, um die Erderwärmung abzubremsen. Mindelheim setzt auf diese erneuerbare Energie. Foto: Patrick Pleul (dpa/Symbolbild)

    Auch auf den ersten Blick eher weichere Faktoren wie die Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas und größeren Betrieben fällt positiv in die Waagschale. In nächster Zeit konkret angepackt werden soll eine Beschaffungsrichtlinie. Die betrifft die IT genauso wie das Papier und den Kugelschreiber in der Verwaltung. Ziel ist, nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. In der nächsten Stadtratssitzung wollen sich Verwaltung und Kommunalpolitiker auch mit einer kommunalen Wärmeplanung befassen. Bis zum Jahr 2045 sollen 95 Prozent des Kohlendioxids gegenüber dem Jahr 1990 eingespart werden. Ein Klimaschutzkonzept für Mindelheim soll in Arbeitsgruppen noch erarbeitet werden.

    Ratsbeschlüsse sollen auf ihre Umweltfolgen hin abgeklopft werden

    Für kommunale Gebäude soll ein Mindeststandard von KfW40 bei der Dämmung gelten. Auch Wasser soll gespart werden, indem das Misch-Kanalsystem in ein Trennsystem umgebaut wird. Eine große Rolle spielt die Mobilität. In der Verwaltung soll das Bewusstsein geschärft werden, umweltfreundlich zur Arbeit zu kommen. Mehr Elektrofahrzeuge für die Kommune und mehr Digitalisierung nannte Koenig-Hoffmann. Alle Ratsbeschlüsse sollen eines Tages auch daraufhin abgeklopft werden, welche Folgen sie für die Umwelt haben. 

    In der Aussprache äußerte Dietmar Wagner (Freie Wähler) die Sorge, dass Mindelheimer Bürger als Folge der Wärmeplanung ihre Heizung erneuern müssten. Dem widersprach Koenig-Hoffmann. Bürgermeister Stephan Winter sieht in einer Wärmeplanung den Vorteil, dass die Bürger Planungssicherheit bekämen. Früher seien Kugelschreiber einfach weggeworfen worden. Heute sei die Sensibilität eine andere. „Und das ist gut so“, sagte Winter. 

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