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Mindelheim: Unsere Zeitung ehrt die Macher der Kulturfabrik Mindelheim

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Unsere Zeitung ehrt die Macher der Kulturfabrik Mindelheim

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    MZ-Redaktionsleiter Johann Stoll (Zweiter von links) hat stellvertretend an Jaqueline Schuster von der Kulturfabrik Mindelheim die Silberdistel der Augsburger Allgemeinen für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement verliehen.
    MZ-Redaktionsleiter Johann Stoll (Zweiter von links) hat stellvertretend an Jaqueline Schuster von der Kulturfabrik Mindelheim die Silberdistel der Augsburger Allgemeinen für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement verliehen. Foto: Ulla Gutmann

    Kultur ist mehr, als schöne Museen einzurichten und andächtig klassischer Musik zu lauschen. Auch Flohmärkte, Auftritte von Jugendbands oder gute Gespräche können Kultur sein und so zu einem guten Miteinander in einer Stadt oder Gemeinde beitragen. Einen solcherart geweiteten Kulturbegriff pflegen die Macher der Kulturfabrik in Mindelheim und bereichern damit seit sechs Jahren das Stadtleben. Weil die Aktiven das ehrenamtlich tun, sind sie nun mit der Silberdistel der Augsburger Allgemeinen, Allgäuer Zeitung und Mindelheimer Zeitung für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden.

    Mit der Kulturfabrik ist etwas höchst Lebendiges entstanden

    Der Rahmen für die Preisverleihung hätte nicht schöner sein können: Auf dem Inselfestival überreichte MZ-Redaktionsleiter Johann Stoll die von der Verlegerin der Augsburger Allgemeinen, Alexandra Holland, und dem Geschäftsführer der Allgäuer Zeitung, Andreas Barmettler, unterzeichnete Urkunde sowie die Silberdistel, eine kunstvoll in Silber gearbeitete Distelblüte. Diese wird eigens von der Alten Silberschmiede in Augsburg gefertigt. Stellvertretend für alle Vereinsmitglieder nahm die Vorsitzende Jaqueline Schuster die Ehrung entgegen. Diese reagierten mit großem Beifall und dankten für die Unterstützung und Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

    Die Silberdistel der Augsburger Allgemeinen ging an die Kulturfabrik Mindelheim.
    Die Silberdistel der Augsburger Allgemeinen ging an die Kulturfabrik Mindelheim. Foto: Ulla Gutmann

    In der Urkunde heißt es: Die Silberdistel sei Anerkennung für Menschen, „die uns durch Engagement und persönlichen Einsatz für eine gute Sache im Sinne des Gemeinwohls beeindruckt haben“. 

    Johann Stoll sagte in seiner Laudatio, mit der Kulturfabrik sei in Mindelheim etwas höchst Lebendiges entstanden: Eine Begegnungsstätte von Menschen mit sehr unterschiedlichen Interessen. Deren gemeinsame Klammer sei: „Etwas tun, etwas gemeinsam tun – auch für die Stadtgesellschaft.“ Jung und Alt seien hier willkommen.

    Den Anstoß für die Gründung der Kulturfabrik hat Markus Putz gegeben

    Den Anstoß für die Gründung der Kulturfabrik auf der Insel hatte Markus Putz gegeben. Er wollte es nicht einfach als gottgegeben hinnehmen, dass für Jüngere in der Stadt so wenig geboten ist. Deshalb warb Putz um Mitstreiter. Die fand er auch im Stadtrat. Auch bei Bürgermeister Stephan Winter traf Putz, der als Redakteur beim Bayerischen Rundfunkarbeitet, auf offene Ohren. Die Stadt erklärte sich in der Folge auch bereit, das Experiment für die ersten Jahre mit bis zu 19.000 Euro zu fördern, um so das Defizit abzudecken. Mitgeholfen hat auch der Eigentümer des Geländes, der den jungen Leuten entgegenkam.

    Das ist die Urkunde, mit der die Kulturfabrik Mindelheim geehrt wurde.
    Das ist die Urkunde, mit der die Kulturfabrik Mindelheim geehrt wurde. Foto: Ulla Gutmann

    Deshalb dürften sich auch die Stadt Mindelheim durch die Auszeichnung angesprochen fühlen, sagte Stoll. „Bürgermeister Stephan Winter und die Stadträtinnen und Stadträte waren so offen, der Kulturfabrik eine Chance zu geben. Ihr habt diese so gut genutzt, dass die Kulturfabrik nicht mehr aus Mindelheim wegzudenken ist.“ Einen solchen Verein wünschten sich längst auch andere Kommunen. 

    Jeder kann gerne auf der Insel in Mindelheim vorbeikommen

    Jeden Donnerstag ist abends Inseltreff. Da kann jeder vorbeikommen. Wer neu in der Stadt ist, finde hier schnell Anschluss, sagt Schuster. Mindestens zweimal im Monat organisiert der Verein Veranstaltungen. Kürzlich waren Street-Art-Künstler da, die mit Kindern gesprayt haben. Mal gibt es einen Flohmarkt, mal eine Kleidertauschbörse oder Kleinkunst mit Musik und Lesungen. Damit sich das jeder leisten kann, sind die Preise äußerst niedrig gehalten. Unter dem gemeinsamen Dach der Kulturfabrik hat auch das Miele-Museum von Christoph Reß eine neue Heimat gefunden. Da geht es um das Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre. Verein und Museum ergänzen sich gut. Größte Veranstaltung bisher waren die zwei Inselfestivals, auf denen Bands aus der Region vor großem Publikum auftreten konnten.

    Bei der Silberdistel handelt es sich um eine Auszeichnung, die die Augsburger Allgemeine sowie die Allgäuer Zeitung mit ihren Heimatausgaben seit 34 Jahren an Menschen vergibt, die ehrenamtlich Herausragendes leisten. „Es sind also Menschen, die wir auszeichnen, die etwas schaffen, von dem andere sagen: Das wird ohnehin nichts“, sagte Stoll. Die Kulturfabrik sei heute aus Mindelheim nicht mehr wegzudenken. Die öffentliche Ehrung wollte er auch als Bewusstmachung verstanden wissen, was hier geleistet wird und wie wichtig diese Arbeit ist, um sich in der Stadt wohlzufühlen. 

    Seit 1989 porträtiert unsere Zeitung engagierte Menschen

    Der früheren Verlegerin der Augsburger Allgemeinen, Ellinor Holland, war es bereits vor über 30 Jahren ein Anliegen, die Helfer vor Ort in der Heimatzeitung zu würdigen – lange bevor vom „bürgerschaftlichen Engagement“ die Rede war. Seit 1989 porträtiert die Zeitung deshalb Monat für Monat Menschen von Nördlingen bis ins Oberallgäu, die sich im Kleinen tatkräftig für das Gemeinwohl ins Zeug legen.

    In einer Hausmitteilung vom 25. Oktober 1989 wird verdeutlicht, für welchen Personenkreis die neue Auszeichnung geschaffen wurde: Sie ist gedacht für „vorbildhafte, beispielhafte Leistungen von Einzelpersonen oder Gruppen, wenn sie dem Begriff Bürger- und Gemeinsinn gerecht werden. Die Initiativen dürfen keinen kommerziellen Hintergrund haben. Die Ausgezeichneten sollten in der Regel keine Prominenten im herkömmlichen Sinne sein.“

    Jeden Donnerstag ist abends Inseltreff. Da kann jeder vorbeikommen. Wer neu in der Stadt ist, finde hier schnell Anschluss, sagt Schuster. Mindestens zweimal im Monat organisiert der Verein Veranstaltungen. Kürzlich waren Street-Art-Künstler da, die mit Kindern gesprayt haben. Mal gibt es einen Flohmarkt, eine Kleidertauschbörse oder Kleinkunst mit Musik und Lesungen. Damit sich das jeder leisten kann, sind die Preise äußerst niedrig gehalten. Unter dem gemeinsamen Dach der Kulturfabrik hat auch das Miele-Museum von Christoph Reß eine neue Heimat gefunden. Da geht es um das Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre. Verein und Museum ergänzen sich gut. 

    Das ist die Silberdistel:

    • Auszeichnung: Mit der Silberdistel ehrt unsere Redaktion seit vielen Jahren Menschen aus der Region für ihr besonderes bürgerschaftliches Engagement.
    • Handwerk: Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer kunstvoll in Silber gearbeiteten Distelblüte, die eigens in der Alten Silberschmiede in Augsburg angefertigt wurde.
    • Vorschläge: Jede Leserin und jeder Leser kann Vorschläge für unsere Auszeichnung machen. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden sich in unseren Lokalredaktionen. (mz)
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