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Mit altem Fiat-Bus vom Allgäu nach Italien

Mindelheim

Mit dem Oldtimer-Bus über die Alpen: eine Abenteuerfahrt nach Bologna

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    Johannes Hölzle, Peter Sauer und Wolfgang Steber (von links) haben die Tour mit dem Oldtimer-Bus nach Bologna geplant. Sie freuen sich auf das Abenteuer.
    Johannes Hölzle, Peter Sauer und Wolfgang Steber (von links) haben die Tour mit dem Oldtimer-Bus nach Bologna geplant. Sie freuen sich auf das Abenteuer. Foto: Melanie Lippl

    „Es ist ein Abenteuer“, sagt Wolfgang Steber über sein Vorhaben und seine Augen blitzen auf. Die Vorfreude steht ihm ins Gesicht geschrieben. Mit einem Bus aus dem Jahr 1949 will der Busunternehmer über die Alpen fahren, um die Oldtimer-Messe Auto e Moto d‘Epoca in Bologna zu besuchen. Inbegriffen: jede Menge Oldtimer-Fans, gekleidet im Stil der 50er Jahre. Nicht inbegriffen: die Garantie, mit dem alten Gefährt auch wirklich anzukommen.

    Denn wer Oldtimer fährt, muss mit Pannen rechnen, das ist nicht nur Busunternehmer Steber klar, sondern auch Johannes Hölzle und Peter Sauer vom Verein Freunde alter Motorfahrzeuge Mindelheim, die die Aktion mit organisiert haben. Als „die verrückten Deutschen“ wurden sie in den italienischen Messenachrichten schon bezeichnet. Die Italiener freuen sich auf den Besuch aus dem Unterallgäu, zumal dieser stilecht mit einem Fiat – also einem Fabrikat aus Bella Italia – aufkreuzen will. Sie haben sogar schon einen eigenen Parkplatz für die Unterallgäuer reserviert.

    2021 kaufte Wolfgang Steber den Oldtimer-Bus in Italien

    Die Aktion ist von langer Hand geplant. Alles begann 2021, als Wolfgang Steber bei einer Auktion den historischen Bus ersteigerte. In San Giovanni Rotondo in Süditalien stand das Gefährt, das „außen hui, innen pfui“ war, wie Steber zusammenfasst. Mitgenommen hat er den Bus dennoch – schon aus sentimentalen Gründen. Stebers Vater hatte einst Wallfahrten nach San Giovanni Rotondo veranstaltet. Womöglich stand der italienische Fiat also schon vor vielen Jahren neben den Steber-Bussen aus Mindelheim?

    Wolfgang Steber wird zusammen mit seinem Sohn den historischen Bus nach Bologna lenken.
    Wolfgang Steber wird zusammen mit seinem Sohn den historischen Bus nach Bologna lenken. Foto: Melanie Lippl

    Mithilfe eines Tiefladers karrten die Unterallgäuer den Bus von Süditalien nach Mindelheim. Und hier begann die Arbeit erst richtig. Rund 500 Stunden stecken in dem Gefährt, mutmaßt Steber. Um die ganze Technik mit Originalteilen zu erneuern, habe man einen passenden Lkw gekauft und dessen Fahrgestell ausgebaut. Der Tüv habe die Umbaumaßnahmen begleitet, die Prüfung am Ende habe dann nur noch eine halbe Stunde gedauert.

    4000 Kilometer ist Steber seitdem mit dem Bus unterwegs gewesen und er hat viele positive Reaktionen auf das rot-orange Gefährt erfahren. Vieles ist anders als bei modernen Modellen. Der Bus wird rechts gesteuert, man muss Zwischengas geben, eine komfortable Servolenkung gibt es hingegen nicht. Wolfgang Steber zeigt seinen Bizeps, denn ja, auch vom Busfahren könne man Muskelkater bekommen. Zusammen mit seinem Sohn Manuel wird er sich hinter das Lenkrad des Oldtimers setzen und dann auch noch die passende Musik auflegen. Denn sogar für die historischen Kassetten im Großformat mit italienischen Liedern von einst ist gesorgt.

    So sieht der Fiat-Bus von innen aus.
    So sieht der Fiat-Bus von innen aus. Foto: Melanie Lippl

    Die Fahrt mit dem Bus vom Allgäu nach Italien bleibt ein Abenteuer

    Die ganze Technik im Bus wird vor der mehr als 600 Kilometer langen Fahrt nach Italien noch einmal durchgecheckt. Und zur Sicherheit ist ein Begleitfahrzeug dabei. Dennoch bleibt es eine Abenteuerfahrt, das sagt auch Oldtimer-Fan Johannes Hölzle: „Der Weg ist das Ziel.“ Seit eineinhalb Jahren plane man diese Aktion, und mit jedem Tag, den sie näher rückt, steige die Spannung. Noch sind ein paar wenige Plätze frei.

    Auch original Kassetten von damals werden die Fahrgäste zu hören bekommen.
    Auch original Kassetten von damals werden die Fahrgäste zu hören bekommen. Foto: Melanie Lippl

    Weil es derzeit am Reschenpass eine steile Umleitung gibt, steigen die Fahrgäste erst in Nauders in den Bus. Von dort geht es weiter über Landstraße und Autobahn nach Bologna: Neun Stunden sind für die 380 Kilometer eingeplant. Maximal 70 km/h schnell geht der Bus. Entschleunigend nennen die Oldtimer-Fans die Fahrt. „Die Zeit bleibt stehen.“ Auch die Messebesucher in Bologna können eine Zeitreise unternehmen, denn geplant ist, dass alle Passagiere in der Mode der damaligen Zeit erscheinen. Wer lieber mit Jeans und T-Shirt statt mit Petticoat oder Knickerbocker mitfährt, muss als Strafe drei Flaschen „Vino Rosso“ für die Gruppe spendieren.

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