Die Abfallentsorgung kostet den Landkreis Millionen. Hinzu kommen Arbeiten an Wertstoffhöfen und früheren Hausmülldeponien. Das hat Folgen.
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Wegen der CO₂-Bepreisung wird die Müllverbrennung zunehmend teurer. Weil außerdem größere Projekte in Wertstoffhöfen und früheren Hausmülldeponien anstehen, sind die Rücklagen der Kommunalen Abfallwirtschaft wahrscheinlich 2027 aufgebraucht.Foto: Angela Häusler (Archivbild)
Müll kommt nicht nur die Umwelt teuer zu stehen, sondern auch die Unterallgäuerinnen und Unterallgäuer: Stattliche 24,7 Millionen Euro gibt der Landkreis in diesem Jahr voraussichtlich für die Abfallentsorgung aus, das sind noch einmal 5,3 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Was das für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet, liegt auf der Hand. Die Details erläuterte der Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft, Edgar Putz, im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz.
Demnach zieht sich eine Preissteigerung von rund zwölf Prozent durch den gesamten Haushalt seiner Abteilung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einer der Kostentreiber ist die CO2-Bepreisung, die für die Verbrennung des Restmülls anfällt und die in diesem Jahr wohl um mehr als 18 Prozent auf dann 878.000 Euro ansteigt. „Das ist das Geld, das im wahrsten Sinne durch den Kamin gegangen ist“, erklärte Putz.
Müllabfuhr und -verbrennung sind der größte Posten
Ein weiterer Faktor sind die Erlöse, die der Landkreis mit dem Verkauf von Wertstoffen wie Stahlschrott, Atlpapier und Altholz erzielt. Putz geht davon aus, dass sie weitgehend unverändert bleiben, sicher ist das aber nicht. Und auch, wie viel Grüngut heuer im Laufe des Jahres anfällt oder wie viel Sickerwasser, lässt sich schwer abschätzen, denn das hängt ganz vom Wetter ab.
Fast die Hälfte der insgesamt 24,7 Millionen Euro für die Abfallentsorgung verschlingen die Müllabfuhr und -verbrennung (12,4 Millionen Euro). Danach folgen die Kosten für die Wertstofferfassung (6,5 Millionen Euro), für die Entsorgung von Garten- und Bioabfällen (2,3 beziehungsweise zwei Millionen Euro) sowie für die Deponie-Nachsorge (1,3 Millionen Euro).
Wann und in welcher Höhe die Abfallgebühren steigen, ist noch offen
Finanziert wird die Abfallentsorgung vor allem über die Müllgebühren. 15 Millionen Euro Gebühren nimmt der Landkreis in diesem Jahr voraussichtlich ein. Darüber hinaus finanziert sich die Abfallwirtschaft des Landkreises mit dem Verkauf von Wertstoffen (zwei Millionen Euro) oder der Erzeugung Strom, der auf den Dächern der Umladestation in Breitenbrunn oder den Wertstoffhöfen produziert wird (58.000 Euro). Um Gebührenschwankungen ausgleichen und Bauarbeiten auf den Deponien finanzieren zu können, stehen zudem Rücklagen zur Verfügung – hieraus entnimmt die Abfallwirtschaft heuer voraussichtlich 6,9 Millionen Euro.
Da größere Projekte wie die Rekultivierung der ehemaligen Hausmülldeponie in Breitenbrunn oder verschiedene Bauarbeiten auf den Wertstoffhöfen anstehen, geht der Chef der Abfallwirtschaft davon aus, dass die Rücklagen bis Ende 2027 weitestgehend aufgebraucht sein werden. „Die anstehenden Investitionsmaßnahmen werden insbesondere 2027 erheblich zur Abschmelzung der bestehenden Rücklage führen“, sagte Putz. Was das für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet, fasste er auf Rückfrage von Kreisrätin Judith Schön (SPD) so zusammen: „Es wird wahrscheinlich nicht günstiger werden.“ Wann und in welcher Höhe die Gebühren steigen könnten, ist aber noch offen.
Mit den Kosten für eine Mülltonne wird nicht nur die Entsorgung des Restmülls bezahlt
Aktuell kostet eine 60-Liter-Restmülltonne 115,20 Euro im Jahr. Davon fließen umgerechnet 67,82 Euro in die Müllabfuhr und die Verbrennung des Restmülls, die Sperrmüllerfassung, die Problemmüllsammlung und die Bauschuttverwertung. 30,29 Euro machen die Wertstofferfassung und -verwertung aus und 10,54 Euro die Gartenabfälle, die die Bürgerinnen und Bürger zu den Kompostierungsanlagen bringen. Und 6,55 Euro entfallen auf die laufende Deponienachsorge und den Unterhalt technischer Nachsorgeanlagen.
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz empfahl dem Kreistag einstimmig, den Haushaltsansatz der Abfallwirtschaft wie vorgeschlagen zu bilden. Der Etat des Landkreises wird aktuell in den verschiedenen Ausschüssen beraten und soll am 23. März vom Kreistag beschlossen werden. (mz, baus)
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