Pfaffenhausen: Neue Baumarten wie die Atlaszeder prägen Projekt im Gemeindewald
Pfaffenhausen
Wie kommt eine Atlaszeder in den Gemeindewald von Pfaffenhausen?
Neue, teils exotische Baumarten wachsen jetzt auf einer Versuchsfläche im Pfaffenhausener Gemeindewald. Hier wird sich zeigen, welche Arten für unser Klima geeignet sind.
Stefan Friedrich, Bereichsleiter beim AELF, Revierförster Jakob Weichmann und Pfaffenhausens Bürgermeister Thomas Leinauer am neu bepflanzten Waldumbauparcours im Pfaffenhausener Gemeindewald.Foto: Ulla Gutmann
Im Gemeindewald bei Pfaffenhausen gibt es ein neues Waldprojekt, das jetzt von Vertretern des Forstamtes Krumbach/Mindelheim offiziell vorgestellt wurde. Es geht darum, den Wald umzubauen und dadurch zukunftsfähig zu machen. Stefan Friedrich, Bereichsleiter beim AELF, erinnerte daran, dass die Fichte, die bisher die heimischen Wäder geprägt hatte mit zunehmender Hitze und Trockenheit nicht zurechtkommt. Schädlingsbefall und Zuwachseinbußen nehmen spürbar zu. Für die „Initiative Zukunftswald“ gibt es Fördermittel, die Waldbesitzer unterstützen, klimaresistente Bäume zu pflanzen. Dabei gebe es noch wenig Erfahrung damit, wie die selteneren Baumarten hier zurechtkommen. Deshalb ist in Pfaffenhausen jetzt eine Projektfläche entstanden, auf der genau dies beobachtet werden kann.
Bürgermeister Leinauer betont die Erholungsfunktion des Gemeindewalds
Revierförster Jakob Weichmann berichtete, dass im Gemeindewald etliche Bäume gefällt werden mussten, weil er nach Borkenkäferbefall und Windbruch in schlechtem Zustand war. Bei der Neubepflanzung sollten wirtschaftliche Gesichtspunkte keine Rolle spielen. Der Wald ist hier, wie auch Bürgermeister Thomas Leinauer meinte, mehr Erholungsgebiet. Auch die Kindergartenkinder spielen regelmäßig dort und Schulklassen werden dort naturpädagogisch unterrichtet. Bürgermeister Leinauer und der Gemeinderat wünschten sich etwas Besonderes und so entstand die Idee zu einer Experimentierfläche, auf der auch exotische Baumarten wachsen sollen. Auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern entstand deshalb der Waldumbauparcours.
Revierförster Jakob Weichmann erklärt die verschiedenen gepflanzten Baumarten.Foto: Ulla Gutmann
Auf kleinen Parzellen wächst die Hainbuche zusammen mit der Esskastanie, oder Elsbeere und Vogelkirsche zusammen mit der Sommerlinde. Besonders selten ist die Atlaszeder, die ursprünglich im Atlasgebirge von Algerien und Marokko in Höhenlagen von 1350 bis 2400 Metern gedeiht.
Die Kosten für das Projekt in Pfaffenhausen liegen bei rund 16.000 Euro
Laut Birgit Kutter vom AELF, kosteten Pflanzen, Pflanzung, Zaunbau und Markierungsstäbe insgesamt 16.000 Euro. Davon werden rund 7520 Euro durch Fördergelder abgedeckt.
Eine kleine, neu gepflanzte Atlaszeder, wohl eines der exotischsten Gewächse auf der neuen Waldfläche.Foto: Ulla Gutmann
Die Anlage soll ein Vorzeigeprojekt werden, so wünschen es sich Bürgermeister Leinauer und die Mitarbeiter des AELF. Der Gemeindewald wird von vielen Menschen besucht und auch das Forstamt plant, hier Führungen anzubieten. Zum Pressetermin kamen auch fünf Rehe, die sich auf den gemulchten Weg verirrt hatten, der links und rechts 1,5 Meter hoch eingezäunt ist. Zwei der Rehe gerieten in Panik, wichen seitlich aus und sprangen aus dem Stand über den Zaun, streiften diesen jedoch mit dem Körper. Die anderen drei drehten um und liefen zurück. Es wurde deutlich: Zäune schützen die Jungbäume vor Verbiss, stellen für die Fluchttiere im Wald jedoch auch gefährliche Hindernisse dar.
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