Peter Michelbach ist derzeit nicht zu beneiden. Der Koordinator für Senioren und Jugend der Fußballabteilung des TSV Mindelheim muss sich zusammen mit der Abteilungsleitung wieder auf Trainersuche begeben. Dabei hatte er Anfang des Jahres eigentlich schon eine zukunftsträchtige Lösung gefunden.
Mit Karlheinz Schabel konnte Michelbach nämlich einen erfahrenen und hochklassig aktiven Trainer holen, der den Kreisligisten nicht nur vor dem Abstieg retten, sondern ihm auch eine neue Spiel-DNA verpassen sollte. Doch nach nur einem halben Jahr ist der 64-jährige Trainer schon wieder weg.
Knackpunkt ist die Personalsituation bei den Spielern
„Wir bedauern die Entscheidung, respektieren jedoch seine Einschätzung der aktuellen Situation beim TSV Mindelheim und damit auch die daraus resultierende Konsequenz“, sagt Michelbach. Nach der Saison und dem am letzten Spieltag gesicherten Klassenerhalt habe man sich zusammengesetzt, um die Saison zu analysieren. Dabei wurden die Rahmenbedingungen und die Perspektiven bewertet.
Anhand von zehn Kriterien, die in diesem Gespräch durch „Ampeln“ symbolisiert wurden, sollte entschieden werden, wie die Weiterentwicklung des „Kreisligaprojekts“ aussehen könnte. Neun dieser zehn Ampeln seien auf „grün“ gestanden, wie Michelbach verrät. Die zehnte Ampel war letztlich die entscheidende – und die wurde offenbar nicht grün: die Personalsituation bei den Spielern. „Die Spielerdecke wurde zum Ende der Saison immer dünner“, sagte Michelbach. Verletzungen seien das eine, urlaubsbedingte Absenzen das andere.
Die Quintessenz lautete also: Es hätte einen gravierenden Schnitt geben müssen. Dieser wäre nur mit einem guten halben Dutzend Neuzugängen realisierbar gewesen. „Aber wenn du am letzten Spieltag erst den Klassenerhalt in der Kreisliga sicherst, tust du dir schwer, Spieler zu holen“, so Michelbach. Entsprechend habe Schabel entschieden, seine Tätigkeit als Cheftrainer beim TSV Mindelheim über die abgelaufene Saison hinaus nicht fortzuführen.
Ein Hintertürchen bleibt noch offen
Was bleibt, ist die gegenseitige Wertschätzung. „Karlheinz hat die Mannschaft in einer sportlich schwierigen Phase übernommen und mit großem Engagement und hoher Kompetenz dafür gesorgt, dass sie die Klasse gehalten hat“, lobt Michelbach. „Für diesen Einsatz und die ehrliche und konstruktive Zusammenarbeit möchten wir uns bei ihm bedanken.“ Jetzt gelte es, einen neuen Trainer zu finden, der auf der von Schabel gelegten Basis aufbauen kann.
Gleichzeit hält sich Michelbach noch ein Hintertürchen offen: „Auch wenn Karlheinz künftig nicht mehr als Cheftrainer zur Verfügung steht, sehen wir weiterhin großes Potenzial für eine gemeinsame Aufgabe innerhalb des Vereins.“ Gut möglich, dass Schabel dem TSV Mindelheim im Hintergrund beispielsweise als Berater erhalten bleibt. Denn eines steht fest: An Schabels Konzept für Spielsystem und Trainingsinhalt will der TSV Mindelheim vor allem auch im Jugendbereich festhalten.
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