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Unterallgäu: Chippen der Mülltonnen hat sich gelohnt

Unterallgäu

Das Chippen der Mülltonnen im Unterallgäu hat sich gelohnt

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    So sieht der Ident-Chip aus, mit dem die Rest- und Biomülltonnen sowie die Altpapiertonnenim Landkreis in den vergangenen Monaten ausgestattet wurden.
    So sieht der Ident-Chip aus, mit dem die Rest- und Biomülltonnen sowie die Altpapiertonnenim Landkreis in den vergangenen Monaten ausgestattet wurden. Foto: Abfallwirtschaft des Landkreises

    Alle Restmülltonnen, Biotonnen und Altpapiertonnen im Unterallgäu sind in diesem oder im vergangenen Jahr mit einem Chip ausgestattet worden, um sie eindeutig einem Grundstück zuordnen zu können. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses zogen Landrat Alex Eder und Edgar Putz, der Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises, nun eine positive Bilanz der Aktion, die Überraschendes zutage förderte. 

    Denn wie sich herausstellte, waren im Landkreis jede Menge Tonnen im Umlauf, für die bislang keine oder zu geringe Müllgebühren gezahlt wurden. „Wir haben fast 8000 Behälter gefunden, von denen wir bislang nichts wussten“, berichtete Putz. Statt der bisher registrierten 92.621 Gefäße werden demnach tatsächlich 100.566 Tonnen genutzt. Besonders viele nicht erfasste Behälter, nämlich 4.318 Stück, gab es laut Putz unter den Altpapiertonnen. Darüber hinaus wurden 2.731 Restmülltonnen und 896 Biomülltonnen gefunden, für die nichts oder zu wenig bezahlt wurde, weil eine falsche Größe registriert war.

    Die Besitzer von mehr als 3600 nun entdeckten Rest- und Biomülltonnen müssen Gebühren nachzahlen

    Während die Blaue Tonne für Altpapier und Kartonagen kostenlos geleert wird, werden für die mehr als 3600 nun aufgetauchten Rest- und Biomülltonnen nachträglich Gebühren erhoben. Das ist rückwirkend für bis zu vier Jahre möglich, wie Edgar Putz erläuterte. Die Chip-Aktion hat sich damit sogar auch finanziell gerechnet: Während für die Ausstattung der Tonnen mit den Transpondern Kosten in Höhe von 274.000 Euro anfielen, werden über die Nachveranlagung voraussichtlich Gebühren in Höhe von 379.000 Euro eingenommen. Hinzukommt, dass für die gefundenen Gefäße auch in Zukunft Müllgebühren bezahlt werden.

    „Die Kosten für die Müllabfuhr werden mit dem neuen System fairer auf die Gebührenzahler umgelegt“, freute sich Landrat Eder, der von einer "absolut sinnvollen Aktion" sprach. Die Sicherstellung der Gebührengerechtigkeit war einer der Gründe, warum der sogenannte Ident-Chip eingeführt wurde. Damit ist nun gewährleistet, dass nur angemeldete Gefäße geleert werden. 

    Auch künftig sollen die Mülltonnen bei der Leerung nicht gewogen werden

    Edgar Putz nannte in der Sitzung aber noch verschiedene weitere Vorteile. Vertauschte oder entwendete Behälter können jetzt zuverlässig erkannt werden. Geht eine Mülltonne verloren oder wird sie gestohlen, kann man im Normalfall auf eine aufwendige Verlustanzeige bei der Polizei verzichten. Außerdem erlaubt das Identifikationssystem auch verlässlichere Aussagen zur Qualität und Haltbarkeit der einzelnen Behälter. 

    Befürchtungen, die Mülltonnen könnten künftig gewogen und die Gebühren mithilfe des Chips auf dieser Grundlage abgerechnet werden, erteilte Putz eine klare Absage. Zu groß erscheint ihm die Gefahr, dass die Unterallgäuerinnen und Unterallgäuer in diesem Fall zwar kreative, aber nicht eben umweltfreundliche Wege finden könnten, um in den Tonnen Gewicht zu sparen. Dass Eltern künftig die Windeln ihrer Babys trockneten und im Kachelofen verheizten, statt sie in den Restmüll zu werfen, wolle schließlich niemand, scherzte er. 

    Viele weitere Informationen zum Ident-Chip sind auf der Homepage des Landratsamts zu finden unter www.unterallgaeu.de/chip (AZ, baus)

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