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70 Jahre HfG Ulm: So wird der Geburtstag der prägenden Designschule gefeiert

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70 Jahre HfG Ulm: So wird der Geburtstag der prägenden Designschule gefeiert

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    Mit Sonderbussen auf den Kuhberg: Die Eröffnung der HfG lockte 1955 viele Ehrengäste an, die von HfG-Mitbegründer Max Bill begrüßt wurden.
    Mit Sonderbussen auf den Kuhberg: Die Eröffnung der HfG lockte 1955 viele Ehrengäste an, die von HfG-Mitbegründer Max Bill begrüßt wurden. Foto: Sigrid von Schweinitz/copyright HfG Archiv Museum Ulm

    Die Gründung der Ulmer Hochschule für Gestaltung war in der Nachkriegszeit ein von viel Idealismus getragener Plan. Nichts weniger als die Demokratisierung der deutschen Gesellschaft nach den Schrecken der Nazizeit hatten sich die drei Gründer Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher und Max Bill vorgenommen. Die Gestaltung, die sie lehren wollte, sollte über das bloße Design von Gegenständen und Gebäuden hinauswirken. Mittlerweile ist die HfG Ulm ein historischer Ort geworden. Zum 70. Geburtstag wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

    Bauhaus Gründer Walter Gropius sprach bei der HfG-Einweihung

    Es dauerte etwas, bis das Geld zur Gründung der HfG zusammengekratzt war. 1953 konnte dann mit dem Bau der HfG am Hochsträss begonnen werden. Anfang Oktober 1955 gab es eine feierliche Einweihung, bei der sich schon zeigte, dass in Ulm ein Projekt mit großem Potenzial entstanden war. Die rund 600 geladenen Gäste wurden auch mit Sonderbussen aus der Stadt auf den Kuhberg gefahren. Unter ihnen war auch Bauhaus-Gründer Walter Gropius, der bei der Feier zudem als Redner auftrat. Der Wirtschaftsminister und der damalige Abgeordnete für den Wahlkreis Ulm, Ludwig Erhard, habe seine geplante Teilnahme dann doch noch absagen müssen, berichtet Martin Mäntele, der heute das HfG-Archiv leitet. Sonst wären der Veranstaltung höchste politische Ehren zuteilgeworden.

    Bauhaus-Gründer Walter Gropius bei der Einweihung der Ulmer HfG am Rednerpult.
    Bauhaus-Gründer Walter Gropius bei der Einweihung der Ulmer HfG am Rednerpult. Foto: Hans und Ike Rosenberg/HfG Archiv

    In der dann folgenden, doch relativ kurzen Zeit ihres Bestehens, hatte sich die Ulmer HfG nicht nur internationales Renommee erarbeitet, sondern einige Klassiker der deutschen Designgeschichte hervorgebracht. Ob Möbel, technische Geräte, Geschirr oder Spielzeug – die Studierenden und Lehrenden der HfG wagten sich mit ihren Produkten in nahezu alle Bereichen des täglichen Lebens. Ihre Designs sollten praktisch und erschwinglich sein, eben für die gesamte Gesellschaft.

    Schon 1968 war die HfG gezwungen, den Lehrbetrieb einzustellen. Ihr bis zum Schluss experimenteller Ansatz hatte auch Kritiker, auch auf politischer Ebene. Bund und schließlich auch das Land Baden-Württemberg strichen ihre Zuschüsse für die Hochschule, die Geschwister-Scholl-Stiftung als Trägerin der HfG geriet zunehmen in finanzielle Nöte.

    Bis heute ist es die von Inge Aicher-Scholl gegründete Stiftung, die das Gebäude am Hochsträss verwaltet. Aktuell sind dort verschiedene Firmen eingemietet und auch das an das Museum Ulm angedockte HfG-Archiv, das mit einer Dauerausstellung zur HfG und wechselnden Sonderausstellungen die Erinnerung an die prägende Ulmer Designschule in der Öffentlichkeit präsent halten will.

    Tag der offenen Tür im HfG-Archiv: Das steht auf dem Programm

    Zum Jahrestag der Einweihung veranstalten die Stiftung und das Archiv am Freitag, 3. Oktober, gemeinsam einen Tag der offenen Tür. Auf dem Programm stehen Familienführungen (12 und 15 Uhr), Gebäudeführungen (13 und 16 Uhr) und eine Doppelführung durch die HfG und das benachbarte Dokumentationszentrum im KZ Oberer Kuhberg (14 Uhr).

    Verschiedenen Varianten des ikonischen Ulmer Hockers kann man in Tony Beyers interaktivem Projekt entdecken.
    Verschiedenen Varianten des ikonischen Ulmer Hockers kann man in Tony Beyers interaktivem Projekt entdecken. Foto: Franziska Wolfinger

    Tony Beyer, der seit Mai als Designer in Residence an der HfG forscht und arbeitet, gibt in drei Projekten nähere Einblicke in die HfG-Geschichte. Da geht es einerseits um den Ulmer Hocker, ein ikonisches Designstück der HfG. Im kleinen Hörsaal gibt es eine interaktive Installation, in der historisches Bildmaterial zu sehen sein wird. Auch in der Säge, dem Treppenhaus der HfG sind Einblicke in die Historie möglich. Architektur wird in den Projekten Beyers zur wesentlichen Schnittstelle zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

    In Kooperation mit dem Café Canape lädt die Stiftung die Besucherinnen und Besucher zudem auf Kaffee und Kuchen ein.

    Info: Freier Eintritt vom 3. bis 5. Oktober gibt es nicht nur im HfG Archiv, sondern auch im Museum Ulm, das an diesem Wochenende sein 100-jähriges Bestehen feiert. Öffnungszeiten jeweils von 11 bis 17 Uhr.

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