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Kommentar: Neu-Ulm stößt an die Grenzen des Wachstums

Kommentar

Neu-Ulm stößt an die Grenzen des Wachstums

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    Neu-Ulm wächst weiter in beeindruckendem Tempo. Der nächste Schritt für einen gewaltigen Schub ist getan. Im Ulmer Ried bei Ludwigsfeld schafft die Stadt Platz für mehr als 500 Wohnungen und 100 Einfamilienhäuser. Und gleich daneben baut die Firma Conti auf dem Gewerbe-Campus ihren neuen Standort für Fahrerassistenzsysteme. Mit anderen Worten, dort arbeiten Spezialisten künftig am Auto der Zukunft mit. Wohnen und Arbeiten in einem Quartier: Das hat Charme und ist zukunftsweisend. Die Ulmer machen es auf dem Areal der ehemaligen Hindenburgkaserne auf dem Eselsberg vor, wenn auch noch eine Nummer größer, nämlich mit bis zu 900 Wohnungen.

    Das ambitionierte Doppel-Projekt „Wohnen am Illerpark“ und „Gewerbe-Campus Filchnerstraße“ steht für eine Stadt Neu-Ulm, die glänzend dasteht und weiter an Attraktivität gewinnt. Ein anderes Beispiel ist der „Südstadtbogen“, das 140-Millionen-Vorhaben der Realgrund AG mit Hochhaus, 450 Mietwohnungen und 850 neuen Parkplätzen. Doch die Stadt muss allmählich auf die Bremse treten. Sie stößt an die Grenzen des Wachstums. Vor lauter großen und kleineren Bauprojekten kommt die Verwaltung teilweise kaum noch hinterher. Denn auch die Infrastruktur muss mitwachsen: Kitas und Schulen, Kanäle und Leitungen, Wege und Straßen.

    Im Neu-Ulmer Süden entstehen mehr als 600 neue Wohnungen

    Die neue Siedlung im Neu-Ulmer Süden wird erheblich Verkehr verursachen, der die Memminger Straße zusätzlich belasten wird. Die Erschließung über die Filchnerstraße wird Probleme bereiten. Immer nur weiter Straßen auszubauen, kann nicht die Lösung sein. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung muss der öffentliche Nahverkehr attraktiv ausgebaut werden. Die Busverbindung muss so gut sein, dass die künftigen Bewohner auch ohne eigenes Auto auskommen. Besser noch wäre, wenn sich die Neu-Ulmer ein Beispiel an Ulm nehmen würden: Auf den Eselsberg fährt künftig eine Straßenbahn.

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