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Neu-Ulm: Im Neu-Ulmer Süden entstehen mehr als 600 neue Wohnungen

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Im Neu-Ulmer Süden entstehen mehr als 600 neue Wohnungen

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    Im Süden Neu-Ulms, in der Lücke zwischen Muthenhölzle und Ludwigsfeld, soll das neue Baugebiet "Wohnen am Illerpark" mit über 600 Wohneinheiten entstehen.
    Im Süden Neu-Ulms, in der Lücke zwischen Muthenhölzle und Ludwigsfeld, soll das neue Baugebiet "Wohnen am Illerpark" mit über 600 Wohneinheiten entstehen. Foto: Alexander Kaya (Archivbild)

    Wohnungen und Einfamilienhäuser für insgesamt 1400 Menschen, dazu 700 Arbeitsplätze: Es ist fast ein neues Stadtviertel, das auf einem knapp 13 Hektar großen Areal westlich der Memminger Straße in Neu-Ulm entsteht. Und es ist eines der größten Bauvorhaben in der Region überhaupt. Bis die ersten Häuser auf der heutigen Freifläche zwischen Muthenhölzle und Ludwigsfeld stehen, werden zwar noch ein paar Jahre vergehen. Doch mit den Auslegungsbeschlüssen für die Bebauungspläne „Wohnen am Illerpark“ und „Gewerbe-Campus Filchnerstraße“ hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt den Weg für die beiden Großprojekte geebnet. Die Entscheidung trafen die Stadträte einstimmig.

    Geplant sind in Neu-Ulm 500 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und etwa 100 Einfamilienhäuser

    Aufbauend auf den Ergebnissen des Ideenwettbewerbs „Ulmer Riedteile“ vor zwei Jahren hat die Stadtverwaltung die Pläne weiter entwickelt und schließlich in zwei Bereiche aufgeteilt: einen für Wohnen und einen für Gewerbe. Für beides ist jetzt mehr Platz. Statt etwa 400 Wohnungen, wie ursprünglich gedacht, können jetzt insgesamt 610 Wohneinheiten gebaut werden – 100 davon als Einfamilienhäuser (diese machen 44 Prozent der Baufläche aus) und 510 in Mehrfamilienhäusern. Letztere sollen im Regelfall vier- bis fünfgeschossig, vereinzelt auch sechsstöckig werden. „Wir haben hier ein schönes Miteinander der verschiedenen Wohnformen, in verträglicher Dichte“, sagte Stadtbaudirektor Markus Krämer.

    Der Autozulieferer Continental zieht von Ulm nach Neu-Ulm

    Der Bebauungsplan-Bereich für den Gewerbe-Campus wurde um etwa 2000 Quadratmeter auf nun drei Hektar vergrößert. Die Hälfte davon ist als Gewerbefläche ausgewiesen. Die Firma Continental will auf diesem Areal ihre drei Standorte in der Region konzentrieren. Das heißt, dass der Autozulieferer auch seinen Sitz in der Wissenschaftsstadt auf dem Eselsberg in Ulm aufgeben und nach Neu-Ulm ziehen wird (wir berichteten). Dort ist künftig der Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme von Conti angesiedelt. Der neue Campus soll Platz für mehr als 700 Arbeitsplätze bieten. Der Umzug ist für 2021 geplant.

    Kommentar: Neu-Ulm stößt an die Grenzen des Wachstums

    Die Erschließung des Wohngebiets und der Gewerbefläche wird über die Filchnerstraße erfolgen, die dazu ausgebaut und verlängert werden muss. „Beide Gebiete werden relativ groß und werden einiges an Verkehr auslösen“, räumte Markus Krämer ein. Eine Untersuchung ergab, dass für das Wohngebiet mit einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von täglich etwa 2200 Autos gerechnet werden muss, für den Campus mit 1600 Fahrten. Das wird eine Herausforderung, denn die Knotenpunkte an der Memminger Straße sind zum Teil heute schon überlastet und müssen ausgebaut werden. Wie die Leute künftig mit dem Bus zu ihren Arbeitsplätzen und Wohnungen kommen, ist noch unklar. Denkbar sei, dass die Linie 5, die heute an der Hochschule ende, verlängert wird, sagte Krämer.

    Die Bauverwaltung bekam von den Stadträten im Ausschuss viel Lob. Bernhard Maier (CSU) sprach von einer „besonderen Leitung der Stadt“ und sagte zu der Zahl von über 600 Wohnungen: „Das ist natürlich gewaltig.“ Alfred Schömig (FDP) hob die „herausragende Planung“ hervor. Rudolf Erne (SPD) freute sich auf ein „innovatives und attraktives Stück Neu-Ulm“.

    Bevor die Bagger anrollen können, müssen allerdings große Mengen an Altlasten beseitigt werden. Auf dem Areal befand sich früher eine Flakbatterie, die nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgebaut und als wilde Müllkippe genutzt wurde. Im Boden sind laut Stadt „heftige Verunreinigungen“, etwa polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und polychlorierte Biphenyle (PCB), die Krebs auslösen, an anderer Stelle findet sich Cyanid. Für die Entsorgung der Giftstoffe hat die Stadt zwei Millionen Euro eingeplant

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