Der Markt muss dringend neue Krippen- und Kindergartenplätze schaffen. Außerdem sind Sanierungsmaßnahmen nötig, um den Bestand an vorhandenen Plätzen zu sichern. Das ergibt sich aus der kommunalen Bedarfsplanung, mit der sich am Mittwoch der Marktgemeinderat beschäftigt hat.
Völlig überrascht haben die nun vorgelegten Fakten und Zahlen das Gremium freilich nicht. „Als Perle des Rothtals ist Pfaffenhofen eine weiter aufstrebende Gemeinde“, stellte Bürgermeister Josef Walz fest. Der Bedarf an Betreuungsplätzen sei zwar schon bisher sorgfältig beobachtet und geplant worden, „aber jetzt hat uns die tatsächliche Entwicklung eingeholt“, befand er.
Gleichwohl zeichnen sich dem Rathauschef zufolge für die aktuelle Lage Lösungsmöglichkeiten ab. Zum einen würden in den örtlichen Einrichtungen knapp zwei Dutzend Kinder aus Nachbargemeinden betreut. „Dies können wir eventuell im kommenden Jahr nicht mehr aufrechterhalten und haben es den Kommunen auch schon signalisiert“, sagte der Bürgermeister.
Im Sommer werden wieder 23 Kindergartenplätze frei
Zum anderen wechseln nach seinen Worten im Sommer 23 Kindergarten-Kinder in die Schule. „Auch das gibt wieder freie Plätze.“ Aber das reiche nicht. Wohl sei das Landratsamt Neu-Ulm als Träger der öffentlichen Jugendhilfe sehr kooperativ und werde wie in der Vergangenheit auch künftig bei gravierenden Engpässen bei den insgesamt fünf örtlichen Kindergärten „Notplätze über das genehmigte Limit hinaus zugestehen“. Doch auch der Markt selbst müsse handeln, machte Walz deutlich.
Dabei will sich die Kommune zunächst auf den Kindergarten St. Monika konzentrieren. Der sei vor 30 Jahren als Provisorium in Containerbauweise errichtet worden. „Und das ist es im Grunde noch immer und wir müssen hier ohnehin sanieren“, sagte der Bürgermeister. Andernfalls würden dort bestehende Plätze in absehbarer Zeit wegfallen. Da treffe es sich gut, dass die schulvorbereitende Einrichtung des Kreises ihren bisherigen Standort in der „Alten Schule“ im Sommer aufgeben werde. Laut Walz wird der Vertrag im August 2019 auslaufen. Dann könnte der Kindergarten St. Monika aufgestockt werden.
Mit der Zustimmung des Gremiums sollen nun, wie Walz sagte, „relativ zeitnah“ zwei neue Krippengruppen mit je zwölf Plätzen eingerichtet werden, zusätzlich eine neue Kindergartengruppe mit 25 Plätzen. Überdies sollen die drei bestehenden Kindergartengruppen von 22 auf 25 Plätze erweitert werden.
Josef Walz verlässt sich nicht auf langfristige Prognosen
Die einstimmig getroffene Entscheidung hat wohl auch die Aussicht auf ein Förderprogramm des Freistaats erleichtert, mit dem nach Aussage des Bürgermeisters sowohl Sanierungsmaßnahmen als auch Ersatzbauten bezuschusst werden. „Damit kann unser Bedarf an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren abgedeckt werden“, ist Walz zuversichtlich. Doch längerfristig reicht das nicht einmal annähernd. Vielmehr ergeben die Berechnungen der Experten einen deutlich höheren Betreuungsbedarf, gestützt unter anderem auf Fruchtbarkeitsraten und Wanderungsbewegungen.
Auf solche Prognosen allerdings verlässt sich Josef Walz nach einschlägigen Erfahrungen schon lange nicht mehr. Konkreten Handlungsbedarf indes erwartet er für den Fall gebührenfreier Kindergärten: „Wenn es nichts mehr kostet, wollen alle Eltern das volle Programm.“ Das wird aus seiner Sicht eine echte Herausforderung.
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