Sex am See, Porno-Island, wilde Orgien und mehr – Senden hat die negativen Schlagzeilen über angeblich schmuddeliges Treiben an den Badeseen satt. 2012 will die Stadt mit Renaturierungsmaßnahmen starten, um den hemmungslosen Swingern ihre stillen Plätzchen zu vermiesen.
Ob das etwas bringen könnte, fragte die Neu-Ulmer Zeitung ihre Leser im Rahmen einer Telefonumfrage. Knapp die Hälfte sagte eindeutig Nein, die Befürworter und die Zweifler halten sich die Waage.
Im vergangenen Jahr hatte die Stadt die rund 15000 Euro teure Naturmaßnahme noch einmal zurückgestellt, da an allen Ecken und Enden im Haushalt gespart werden musste (wir berichteten). Doch im neuen Jahr geht es den Pornofreunden „an die Wäsche“.
Der Parkplatz kommt noch heuer dran
Mit den Pflanzaktionen sollen sogenannte Feuchtgebiete geschaffen werden, Biotope, um die bisherigen Rückzugsmöglichkeiten zu reduzieren. Auch der Parkplatz wird baulich in Angriff genommen; das soll noch in diesem Jahr geschehen.
Gleichzeitig scheint es aber trotzdem ruhiger geworden zu sein. Das sagt zumindest die Sendener Polizei, die seit Bekanntwerden der skandalösen Zustände verstärkt Streife ging. Auffälliges passiere schon längere Zeit nicht mehr, neue Beschwerden gebe es auch keine. In Internetblogs, die Sendens Baggerseenlandschaft bislang als Paradies für Sexhungrige unter freiem Himmel beworben haben, heißt es zum Beispiel jetzt: „Vorsicht, die kontrollieren, besser also fernbleiben.“
Jedoch ist das Terrain nicht allein Sendener Sache. Der Großteil des Sees gehört Vöhringen, dem Freistaat, Fischern und Privatleuten. Geleitet werden soll die Maßnahme der Renaturierung zentral vom Landratsamt. (ast)